Das Geheimnis der Empathie

Warum erfreuen sich Konzepte wie Visuelles Denken, Design Thinking oder Werkzeuge wie Canvas immer mehr Beliebtheit?

 

Nun: Sie bringen Empathie zurück in unsere Unternehmen.

Empathie bezeichnet die Fähigkeit und Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen (Wikipedia). Egal ob bezüglich unserer Mitarbeiter, unserer Kunden, Konkurrenten oder anderer Stakeholder.

Beispielsweise mit einer Empathy Map können wir uns das Empfinden einer Person vor Augen führen.

Das Scientific Management von Taylor ist alt, aber Management by Objectives und amerikanisches Management Denken haben sich in den letzten Jahren immer mehr durchgesetzt.

Was auf der Strecke geblieben ist, sind einfühlsames Denken und gesunder Menschenverstand.

Visuelles Denken und Prozesse wie Design Thinking sprechen auch unsere emotionale Intelligenz an.

Haben wir zuletzt einseitig auf die eine Seite geschielt, dann verspricht ein Schielen auf die andere Seite verblüffende Einsichten und Erkenntnisgewinn.

Einseitige Gefühlsduselei ist natürlich genau derselbe Quatsch, wie blinder Rationalismus. Ein konsequentes Management by Objectives – ohne Sinn und Verstand – führt selbstverständlich genauso ins Verderben, wie wenn wir unseren Namen tanzen…

Man kann diesen Schalter aber nicht steuern. Man kann nicht wählen: 10% Gefühl, 90% Kalkül. Es ist immer ein sowohl als auch.

Und wer an den Werten von Zielvorgaben oder Command & Control blind festhält wird nie wirklich Empathie entwickeln.

 

Beitrag #717 auf schlossBlog

Neulich auf Twitter: Mein neues Büro

#MethodeEgal

Ein Beitrag zur Blogparade des ProjektMagazin: „Klassisch, agil oder egal: Ist ein guter Projektleiter mit jeder Methode erfolgreich?“

Nun, diese Frage ist natürlich rhetorisch. Die meisten Teilnehmer an der Blogparade plädieren daher für das sowohl als auch, sprich:

Kompetenz des Projektleiters + Methodeneinsatz.

Gebhard Borck hebt das Zusammenspiel von Methodenkompetenz und Charakter hervor.

Tassilo Kubitz spricht etwa von sozialer Kompetenz und methodischem Vorgehen, dem möchte ich fast zustimmen, allerdings würde ich lieber von systematischen Vorgehen sprechen. Es gibt nicht EINE richtige Methode oder Vorgehensweise, sondern ein ganzes Spektrum. Der Begriff methodisches Vorgehen könnte dabei als Verengung auf eine Methode oder Vorgehensweise missverstanden werden.

Auch Alexander Blumenau weist darauf hin, dass man ohne Methodenwissen erfolgreich sein kann, dass Methoden aber dennoch wertvoll sind.

Stephan Witt betont, dass eine Methode zum Projekt und zum Team passen muss. Er greift dabei Tom Michls Forderung nach Geisteshaltung auf. Bestärkt wird dieser Fokus auf das Team auch durch Martin Dragosits: „Nicht Methoden entscheiden über den Projekterfolg, sondern Menschen.“

Eberhard Huber differenziert noch die Teambetrachtung und erinnert uns daran, dass nicht jede Gruppe, die ein Projekt bearbeitet auch ein Team ist.

Also gut – einigen wir uns auf ein sowohl als auch, aber warum?

Keine Methode der Welt kann sicherstellen, dass Sie das Richtige machen, aber Methoden können helfen, das was Sie machen richtig zu machen. Methodeneinsatz zielt auf Effizienz. Für den Projekterfolg braucht es aber vor allem auch Effektivität, daher wählt Stephan Witt ja auch als erstes Kriterium für die Methodenauswahl das Projekt oder den Projektgegenstand selbst.

Natürlich braucht es dann auch noch die Sozialkompetenz, um das Team (oder die Gruppe (oder die betroffenen Stakeholder)) mit dem Methodeneinsatz zu erreichen. Methoden sind kein Selbstzweck. Wir dürfen nicht blind ihrer eigenen Logik folgen. Für mich dienen Methoden vor allem der Facilitation. Methoden sollen befähigen. Sie sind vor allem ein Moderationswerkzeug und kein Patentrezept!

Gleiches gilt für Vorgehensweisen (klassisch, agil,…). Auch hier würde ich die gleichen Kriterien anwenden, wie Stephan Witt bei der Methodenauswahl. Ein Projekt bei dem das Vorgehen rein technisch strikt sequentiell vorgegeben ist und durch die äußeren Rahmenbedingungen auch eine Arbeitsteilung gefordert ist, kann man kaum in ein agiles Korsett zwingen. Auf der anderen Seite bringen agile Vorgehensweisen viele Rituale und Werkzeuge mit, die Kommunikation, Transparenz und Eigenverantwortung fördern, Dinge die jedem Projekt gut tun, aber das Team (die Gruppe (oder das Umfeld)) muss dafür auch bereit sein.

 

Beitrag #715 auf schlossBlog

Erklärvideo zur Context Map

Zur im vorletzten Beitrag vorgestellten Context Map gibt es jetzt auch ein eigenes Erklärvideo.

Die Downloads zum Template gibt es hier:

Context-Map DIN A4
Context-Map DIN A3
Context-Map DIN A2
Context-Map DIN A1
Context-Map DIN A0

Beitrag #714 auf schlossBlog

Was bloggst du? Mathoi Projektmanagement

Der Blog:

Mathoi Projekt Management – http://www.mathoi.eu/cms/blog/

„In (un)regelmäßigen Abständen gibt es hier Beiträge rund um’s Projektmanagement (nicht nur bei Bauprojekten). Es wird auch immer wieder mal quasi über den Tellerrand zu artverwandten Themen gebloggt.“

Die Themen:

„Alles was irgendwie (auch im Entferntesten) mit Projektmanagement und Selbst- bzw. Produktivitätsmanagement zu tun hat. Natürlich liegt ausbildungs- und tätigkeitsbedingt ein Fokus im Bereich des Projektmanagements von Bauprojekten. Besonders die Verschränkungen bzw. Überschneidungen des Projektmanagements von Bau- und Software-/IT-Projekten reizen mich beim Schreiben immer wieder.“

Der Kopf dahinter:

„Thomas ist Bauingenieur mit einem (Über)Hang zu EDV und IT. Erste Praxiserfahrungen sammelte er in den 1990ern als technischer Zeichner neben dem Studium und später als Projektmanager und in der Örtlichen Bauaufsicht bei mehreren Großprojekten im Infrastrukturbau und im Hochbau.

Heute lebt und arbeitet Thomas in Graz als freiberuflicher Projektmanager. Er ist Mitbegründer von iPROT.info und unterrichtet an der FH Joanneum am Institut für Bauplanung und Bauwirtschaft sowie an der Technischen Universität Graz am Institut für Architekturtechnologie.“

Was treibt dich an zu bloggen?

„Primär ist es wohl die Freude am Schreiben und am Projektmanagement, sowie das spannende, weit offene Themenfeld, das sich daraus ergibt.“

Und welche Themen dürfen wir in nächster Zeit von dir erwarten?

„Derzeit interessiere ich mich stark für die Digitalisierung der Baubranche. Deshalb wird es dazu in nächster Zeit immer wieder etwas zu lesen geben. Und ich möchte meine im letzten Jahr begonnen Serie zu OmniFocus (eine App für das Aufgabenmanagement) fortsetzen.“

Und was sagt der schlossBlog über Mathoi Projektmanagement gemacht?

Thomas Mathoi kenne ich seit dem ersten PM Camp und freue mich jedes Mal wie ein Schnitzel ihn wieder zu sehen. Auch wenn er die Fahne des Bauprojektmanagement hoch hält, bloggen tut er meist über allgemeine Projektmanagement-Themen. Neben der Praxis ist Thomas auch noch in der Lehre an der FH JOANNEUM in Graz unterwegs und hat mit seinen Studenten und deren Seminararbeiten openPM unterstützt. Danke, lieber Thomas!

Was bloggst du? ist eine Serie mit Blog-Vorstellungen.
Beitrag #713 auf schlossBlog

Kontextanalyse

Jedes Projekt, jede Aufgabe ist kontext- und situationsspezifisch. Entsprechend von zentraler Bedeutung sind Kontext- und Umweltanalyse. Als Freund von Graphic Facilitation ziehe ich dafür gerne Vorlagen wie die Context Map von The Groove oder in einem betriebswirtschaftlichen Umfeld die Branchenanalyse nach Michael E. Porter heran:

Was mir bisher gefehlt hat ist eine frei verwendbare Vorlage und so entstand meine eigene Fassung einer Context Map, die ich hier gerne teilen möchte und die unter Creative Commons Lizenz jedem zur Nutzung frei steht (pdf-Downloads finden sich am Ende des Artikels):

Unser Ausgangspunkt ist zunächst eine Blackbox. Das kann ein Projekt sein, eine Aufgabe, eine Dienstleistung, eine Problemstellung, ein Prozess,…

Unterzieht man unsere Blackbox einer einfachen Prozessbetrachtung, so wird es Input-Faktoren geben, also Dinge, die direkt in die Blackbox eingehen oder sie bestimmen und Output-Faktoren auf der anderen Seite. Wenn ich mit Porter ein Produkt analysieren würde, dann könnten links die Lieferanten und rechts die Kunden stehen, aber das Schema ist bewusst abstrakt und somit vielseitig einsetzbar.

Die eigentlich Umweltanalyse erfolgt in zwei Sphären oberhalb unserer Kernbetrachtung. Externe Einflüsse können wir auf einer Mikro- und einer Makroebene unterscheiden. Auf der Makroebene würden sich etwa globale Entwicklungen, technische oder volkswirtschaftliche Entwicklungen niederschlagen, diese können sich aber möglicherweise auch auf einer Mikroebene auswirken, z.B. in einem lokalen Bebauungsplan, dem Staudamm vor Ort oder der lokalen Infrastruktur. Die Darstellung verzichtet bewusst auf eine Festlegung der Kategorien einer solchen Betrachtung. Die Anzahl der „Tortenstücke“ ist willkürlich. In der Context Map von The Groove werden beispielsweise politische Faktoren und Trends, Umweltklima und klimatische Trends, technologische Faktoren, Unsicherheiten und Kundenbedürfnisse als Kategorien genannt.

Neben dieser „abstrakt, globalen“ Umweltbetrachtung können wir aber auch unseren Kernprozess noch einer näheren Untersuchung unterziehen, denn Input, der Betrachtungsgegenstand selbst (Blackbox) und Output unterliegen ihrerseits konkreten Entwicklungen und Einflüssen, was im Schema jeweils mit „Disruption & Change“ dargestellt wird. Das können kleine Veränderungen und Einflüsse sein, aber auch grundsätzliche Regeländerungen und disruptive Entwicklungen.

Die Einsatzmöglichkeiten dieser Context Map sind vielseitig. Das Schema selbst ist abstrakt und muss erst von Fall zu Fall befüllt werden, aber bitte nicht als plumpes Formular, sondern als Faciltitation-Technik. (Mehr dazu im Beitrag Canvas-Kritik.)

Hier noch die pdf-Vorlagen der Kontext-Map in verschiedenen Formaten:

Viel Erfolg beim beim praktischen Einsatz dieses Templates!

Beitrag #712 auf schlossBlog

Rückblick

Diese Word-Cloud spiegelt die Schwerpunkte von schlossBlog 2016 wieder. Zu den Highlights des vergangenen Jahres zählt sicher die Reihe mit Blogvorstellungen: Was bloggst du?.

Zu meinen ganz persönlichen Lieblingsbeiträgen gehören die kritische Auseinandersetzung mit dem Canvas Konzept, Megaprojekte (das Aufgreifen einer Diskussion von Michi Frahm auf openPM – hierzu wird es in 2017 auch noch weitere Beiträge geben), Fehlerkultur und Resilienz in Projekten oder die Projektmanagement Missverständnisse.

Zur losen Reihe „Gelesen“ mit Buchvorstellungen (2016: Reinventing Organizations und Quiet Leadership)  ist mit mit „Gesehen“ eine neue Reihe hinzugekommen (2016: Snowden). Zum Jubiläum habe ich eine weitere Reihe mit Schnipsel/Snippets gestartet, wobei ich den Begriff „Snippet“ klamm heimlich schon wieder über Bord geworfen habe, aber inhaltlich wird es damit weiter gehen (Wilber Matrix, Prozess visuellen Denkens, Spracherwerb).

Andere wunderbare Beiträge, wie die zweiteilige Powerpoint-Überforderung (Teil 1, Teil 2), die Digitalisierung in KMUs, der Besuch des StartUp Barcamps Ingolstadt und noch einige weitere sind jetzt bei dieser Auflistung auf der Strecke geblieben. Ein Stöbern im Blog lohnt sich allemal!

In diesem Sinn allen noch ein gutes 2017. Ich habe dieses Jahr noch viel vor und freue mich auf angeregte Diskussionen!

Beitrag #711 auf schlossBlog

Frohe Weihnachten und so…

Also bevor hier alle in den Weihnachtsurlaub verschwinden, möchte ich mich bei meinen Lesern ganz herzlich bedanken.

Ich wünsche Euch allen ein frohes Fest und einen guten Rutsch!

Auch im neuen Jahr liegen wieder viele spannende Themen vor uns. Das eine oder andere ist bereits in der Mache und ich bin mir ganz sicher, dass es nicht langweilig wird.

 

Beitrag #710 auf schlossBlog

Wilber Matrix

Bei der Lektüre von Frederic Laloux Reinventing Organizations bin ich über die Wilber Matrix gestolpert, die einen Bezugsrahmen für die Erklärung und Beschreibung menschlicher Verhaltensmuster liefert.

Alle Quadranten, alle Ebenen sind gleichzeitig vorhanden. Wenn wir nun menschliches Verhalten eines Einzelnen betrachten wollen, so können wir dieses aus der Außenperspektive beobachten. Die Glaubenssätze des Einzelnen sind hingegen in seiner Innenperspektive verankert. Das von außen beobachtbare Verhalten einer Gruppe manifestiert sich in Strukturen, Prozessen und Praktiken. In der Innenperspektive könnte man von Organisationskultur sprechen.

Ken Wilber ist ein amerikanischer Vertreter der Integralen Theorie. Die Integrale Theorie ist nach Wikipedia eine Theorie und Weltanschauung, die versucht, eine umfassende Sicht des Menschen und der Welt zu entwickeln, die natur-, human- und geisteswissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien, prämoderne, moderne und postmoderne, östliche und westliche Weltsichten sowie wissenschaftliches Denken und spirituelle Einsichten vereint.

Beitrag #709 auf schlossBlog

Coming soon

Die letzte Woche war sehr spannend. Gemeinsam mit Christian Botta, einem befreundeten Kollegen von Visual Braindump, haben ich in Graz mehr als 5 Stunden für die ersten Folgen unseres Online-Projektmanagement Trainings für LinkedIn Learning aufgenommen. Es hat nicht nur Spaß gemacht, sondern wir waren auch ungeheuer produktiv. Jetzt läuft die Post-Produktion und die Entwicklung der weiteren Folgen. Die ersten Trainings gehen voraussichtlich im Februar online.