Archiv der Kategorie ‘Kommunikation‘

 
 

Facilitation Masterclass – Navigieren

In Modul 2 der Facilitation Masterclass geht es um das Navigieren im Workshop oder in Entscheidungssituationen. Es geht um die Moderation von Gruppen im Detail.

Sie eignen sich die nötigen Fähigkeiten an, um Potentiale von kleinen und großen Gruppen zu entfalten. Sie lernen Workshops zu designen und zu moderieren. Nehmen Sie selbst das Ruder in die Hand und entwickeln Sie Ihren persönlichen Facilitation-Mix aus Planung und Improvisation.

Ja, richtig gehört: Es bedarf einerseits einer sorgfältigen Vorbereitung, dem richtigen Design und andererseits der Flexibilität situativ auf Teilnehmer und die Entwicklung eingehen zu können.

Aber wie lernt man Improvisation? Kann man das überhaupt lernen?

Klar, Übung macht den Meister und darum geht es in der Masterclass: Das Anwenden und Tun. Das Ausprobieren in einem geschützten Raum unter Gleichgesinnten.

Aber selbstverständlich hilft auch das richtige Fundament, ein griffbereiter Werkzeugkasten. In Modul 1 haben Sie schon die ersten Kniffe zur Visualisierung kennen gelernt, aber es gibt darüber hinaus natürlich noch jede Menge Handwerkszeug mehr. Wie heißt es so schön: Wenn ein Hammer dein einziges Werkzeug ist, dann wird jedes Problem zum Nagel. Damit das nicht so bleibt werden wir im Modul „Navigieren.“ die Ärmel hochkrempeln und uns in die Facilitation stürzen.

Ganz konkret an einem Beispielprojekt werden Sie einen Workshop entwickeln und systematisch verbessern. Und Sie werden diesen Workshop auch durchführen.

Neugierig geworden? Zu mehr Details und zur Anmeldung geht es hier.

Gelesen: Elche fangen…

Im Frühjahr habe ich Christa Weßel am Rande einer Veranstaltung der Gesellschaft für Informatik in Frankfurt kennengelernt. Und als „die Autoren“ sind wir dann wie Waldorf aund Settler in den Vorträgen gesessen und haben sie wechselseitig kommentiert. Ja, wir hatten Spaß.

Ihre Bücher kannte ich bis dahin noch nicht und hatte auf der Veranstaltung auch nicht mehr Zeit als für einen ersten Blick. In der Folge habe ich aber die ausführliche Lektüre nachgeholt. Es hat sich gelohnt. Christa Weßels Reihe „Elche fangen… Basiswissen für Berater und Führungskräfte“ ist hervorragend. So etwas hätte ich mir vor 20 Jahren zu lesen gewünscht, dann hätte ich mir nicht so viel autodidaktisch beibringen müssen.

Nein, ich gehöre wahrscheinlich nicht zur Zielgruppe, aber die Lektüre hat sich trotzdem gelohnt, zum einen als Reflexion (mit dem beruhigenden Ergebnis, dass ich doch nicht so viel falsch gemacht habe) und zum anderen bereichert um eine alternative Perspektive von einer Autorin, die nicht klassisch dem Sumpf aus BWL und IT entstiegen ist, sondern ihre eigene Geschichte mit Wurzeln aus der Medizin mitbringt. Demzufolge gibt es auch erfrischend „andere“ Beispiele.

Zunächst zu den Elchen:

Die Elche von denen Christa Weßel durchgehend spricht, sind die Tabuthemen unseres sozioökonomischen Kosmos, um die wir uns winden wie ein Aal:

  • Macht
  • Karriere
  • Beziehungen
  • Fehler

Und mit all diesen Elchen werden wir im Beratungsgeschäft oder als Führungskräfte konfrontiert.

Was Beraten überhaupt heißt, darum geht es in Band 1.

In Band 2 geht es um die Menschen… und um Kommunikation. Christa Weßel rät: Greifen wir zum Äußersten – reden wir miteinander.

Band 3 referenziert auf ausgewählte Werkzeuge.

Und in Band 4 (Entdecken) geht es um Beobachtungen, Interviews und Fragebögen – mein persönliches Highlight in der Reihe, aber nur deshalb, weil mir die Inhalte von Band 1-3 schon selbstverständlich in Fleisch und Blut übergegangen sind. Sie haben mich nicht wirklich überrascht, sind aber ein solides und kompaktes Kompendium. Mit dem empirischen Werkzeugen für das Feld hingegen hatte ich in meiner eigenen Laufbahn noch nicht so viele Begegnungspunkte, umso anregender und lehrreicher war hier die Lektüre für mich.

Neben dem Praxiswissen liefert die Autorin auch zahlreiche Beispiele und eine ganze Reihe wertvoller Reflexionen.

Die Grafiken in der Reihe sind… mutig.
Minimalistisch reduziert Christa Wessel die Darstellungen auf handschriftliche Bleistiftzeichnungen. In unserer medialen Welt ungewöhnlich, aber vollkommen ausreichend,  da die Inhalte auf ihre Essenz reduziert werden. Die eine oder andere ist aber aufgrund des schwachen Bleistift-Kontrasts nicht ganz einfach zu lesen.

Inhaltlich bleibt mit kaum eine Kritik an der Reihe. Persönlich gefällt mir nicht, wie sie die Boston-Consulting-Matrix mit der SWOT-Matrix kombiniert. Pareto und ABC-Analyse beruhen zwar auf ähnlichen Ideen, deren Kombination ist zwar Praxis-tauglich, aber dass es sich um unabhängige Konzepte handelt geht etwas unter. Bei den Mindmaps hätte ich mir noch einen Hinweis auf elektronische Mindmaps gewünscht (aber wahrscheinlich nur, weil ich die selber so mag). Und bei Entscheidungsmatrizen hätte ich gerade, weil ich die Autorin kennen lernen durfte, ein paar kritischere Worte erwartet. Diese Aufzählung kommt mir beim Schreiben selber kleinkariert vor und sie täuscht über meinen Gesamteindruck etwas hinweg – der ist nämlich hervorragend. Sogar so gut, dass ich bereits ihre neues Buch über die akademische Lehre, was eigentlich nicht ganz so in mein Metier fällt, vorbestellt habe.

Und statt bibliographischer Angaben hier der Link zum Shop des Weidenborn-Verlags oder zu Amazon:
Band 1: Beraten
Band 2: Menschen
Band 3: Werkzeuge
Band 4: Entdecken

Gelesen: Agilität & Kommunikation

Sascha Demarmels, Agilität & Kommunikation – Agile Kommunikation und Kommunikation im agilen Kontext, Baden-Baden, Zürich 2018

Ein kleines aber feines Buch von Sascha Demarmels thematisiert Kommunikation im agilen Kontext. Zweifelsohne spielt Kommunikation in jeder Form des Projektmanagements eine entscheidende Rolle, aber die Autorin bringt es in Bezug auf Agilität auf den Punkt: Agilität baut auf Selbstorganisation „…und ist daher noch fundamentaler auf die Verständigung zwischen den Mitarbeitenden angewiesen.“
Das Buch ist in der Reihe VERSUS kompakt erschienen und folgt dem Aufbau der Reihe: Zunächst knapp 60 Seiten mit allem Wesentlichen zum Thema, dann ein A-Z von Methoden, Modellen und Instrumenten und schließlich ein Praxisteil mit Beispielen.
Auf letzteren hätte ich gerne verzichten können, denn solche Success-Stories haben gerne einen faden Beigeschmack, weil sich doch jeder im besten Licht präsentieren will und wenn dann eine Beitragende gleich ihre eigene Masterarbeit zitiert, dann wird das unfreiwillig komisch. Dem Gesamteindruck macht dies aber keinen Abbruch (und die Kritik ist sicherlich auch Geschmackssache).
Wer in das Thema Kommunikation näher einsteigen will – egal wie groß oder klein Agilität im eigenen Umfeld geschrieben wird – dem kann ich dieses Buch gerne empfehlen. Der eine oder andere Leser wird erstaunt sein wie wenig explizit agile Methoden dabei eine Rolle spielen. Natürlich tauchen User Stories, Time-Boxes und Poker auf, aber eben auch grundsätzliche Themen wie die 4-Seiten-einer-Nachricht von Schulz von Thun, Feedback und Gesprächsführung. Agilität hat Kommunikation nicht neu erfunden, ist aber ganz besonders auf sie angewiesen.
Das Buch ist als Einstieg und als Nachschlagewerk geeignet. wer schon tiefer im Thema steckt, wir wenig Überraschendes finden, aber das ist ja auch kein Manko, dem eigenen Anspruch eine kompakte Übersicht zu geben wird es vollstens gerecht. Die Gestaltung ist ansprechend mit einer ganze Reihe eingestreuter Sketchnotes und farbigen Übersichten in den Innenseiten des Buchcovers.



bernhardschloss.de