Monatsarchiv für Dezember 2022

 
 

Gelesen: The Connected Company

Dave Gray, Thomas Vander Wal; The Connected Company; Baijing, Boston, Farnham, Sebastopol, Tokyo 2014 (Amazon Affiliate Link)

Nach der Lektüre bin ich seltsam unschlüssig, irritiert. Das kenn ich sonst gar nicht. Gestolpert bin ich über das Buch über Dave Gray (ja, der von Gamestorming (und wieder ein Affiliate Link)). Wir sind uns in diesem Jahr in einer Twitter Community über Visuelles Denken über den Weg gelaufen. Dave hat dort seine skizzenhaften Visual Frameworks geteilt, die ich in ihrem Minimalismus inspirierend fand.

Auch in der Connected Company finden sich solche Skizzen:

Im Buch geht es um Wandel, Systeme und Organiationen. Das hat jetzt nichts mit Visualisierung zu tun, sind aber auch meine Themen. Aber damit fängt auch meine Irritation an.

Gray/Vander Wal sprechen von der Connected company und einer podular organization. Termini, die mir so noch nicht über den Weg gelaufen sind und bei denen sie womöglich bereits den Anschluss verpasst haben.

Mit podular organization meinen sie eine fraktale Organisation, auch kein ganz neues, wenn auch nach wie vor relevantes Konzept – vielleicht etwas zu abstrakt für den Mainstream. In der Wikipedia habe ich den folgenden Passus zur fraktalen Fabrik gefunden (auch wenn es dort nicht zu einem eigenständigen Artikel gereicht hat):

„Ein weiteres Denkmodell zur Bewältigung des Wandels ist die fraktale Fabrik von Warnecke, die Anfang der 90er Jahre in Analogie zu natürlichen Systemen skizzierte. Das fraktale Unternehmen ist eine dynamische Organisation, die sich aus autonomen, selbstähnlichen, zielbewussten, dynamischen Gebilden, das heißt den Fraktalen zusammensetzt. Diese Fraktale verfügen über Freiräume zur Selbstorganisation, agieren weitgehend selbstständig und wirken aktiv an ihrer Entstehung, Veränderung und Auflösung mit. Zusammen mit anderen Fraktalen agieren sie im Unternehmen unter intensiver Kommunikation nach Regeln des Wettbewerbs und der Kooperation. Auf diese Weise erhalten die Fraktale die Fähigkeit zum Wandel von innen heraus. Damit können fraktale Unternehmen nicht nur eine reaktive Anpassung an ihre Umwelt vornehmen, sondern aus eigener Kraft heraus proaktiv agieren.“

Also 90er.

Aber wie gesagt trotzdem relevant.

Ich habe mir viel Kluges und Nützliches bei der Lektüre notiert, aber was irgendwie fehlt ist die Anschlussfähigkeit. Gut, man kann natürlich sein eigenes Ding machen, aber dafür kommt dann (für meinen Geschmack) zu viel Namedropping. Und wenn dann u.a. Jack Welch, Peter Drucker und andere Management-Größen zitiert werden, kommt fast schon 80er Jahre Nostalgie auf, abgesehen davon, dass ein Jack Welch heute bereits viel kritischer gesehen wird.

Das Namedropping ist auch eine der Schwachstellen des Buches. Bei dem einen oder anderen Namen hat man das Gefühl, dass er aus der Zeit gefallen ist (Größen wie Peter Drucker oder William Edwards Deming seien hier explizit ausgenommen) oder dass der Neuigkeitswert fehlt (Semco). Auch Systemtheorie, Managementtheorie, Effectuation und vieles anderes werden angerissen – nicht falsch, aber etwas oberflächlich und für ein lektoriertes Buch fehlen mir da zu viele Referenzen und das obwohl es sonst nur am Namedropping wimmelt. Einerseits schade, andererseits habe ich für mich doch das einiges mitgenommen.

Transkript vom Südpol

Auf besonderen Wunsch einer einzelnen Person, habe ich mich mal an das Transkript unseres Projekt-Interviews mit Robert Schwarz gewagt, Dem Rekordhalter, was Südpol-Überwinterungen angeht. Leider lies sich das weniger automatisieren, wie erhofft – also jetzt mit reichlich manueller Nacharbeit. Gebt uns doch Feedback, ob diese Textform von euch gewünscht wird.

Hier nun das Interview zum Nachlesen:

CB:    Herzlich willkommen zu unserer zweiten Folge von unserem Projekt-Interview ZoomIn mit dem fabelhaften Bernhard Schloß und mit mir: Christian Botta und wir haben natürlich wieder einen Gast mit an Bord und wie schon das letzte Mal habe ich auch dieses Mal mir einen wunderbaren virtuellen Hintergrund herausgesucht, passend zum Nikolaus etwas Schnee. Es ist aber sehr viel Schnee, weil dieser Schnee liegt am Südpol und warum ich genau dieses Bild ausgesucht habe, dass löst jetzt der Bernhard auf.

BS:     Ja und ich darf unseren Gast vorstellen: Robert Schwarz – ein Schraubenzieher- und Lötkolben-Physiker, so hieß es im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Robert ist Rekordhalter – niemand sonst hat so viele Überwinterungen am geographischen Südpol hinter sich wie er. Und am Südpol überwintern heißt, ein halbes Jahr Nacht, in einer Forschungsstation mit ganz wenig anderen, das alles für die Astronomie – um ein Teleskop zu betreuen und zur Belohnung gibt’s Polarlichter. Alles nachzulesen in Roberts Buch gemeinsam mit Felicitas Mokler: „Unter den Polarlichtern der Antarktis“.

CB:  Hallo Robert!

Robert Schwarz: Hallo, ich freu mich.

CB:    Sehr schön. Robert, was mir als erstes so in den Sinn kam (ich habe auch in das Interview mit dem Bayerischen Rundfunk reingehört): Da hast du gesagt, der wärmste Tage sind so -15 bis -20°. Warum macht man so etwas freiwillig? Jahr für Jahr.

Robert Schwarz: Also ja, die Antarktis und Südpol sind schon faszinierend. Und der Südpol ist sozusagen dann das i-Tüpfelchen auf der Antarktis. Also weiter südlich geht nicht. Und es ist halt auch einer der extremsten Punkte in der Antarktis. Und ich bin da durch Zufall dazugekommen. Mir hat die Arbeit da unten Spaß gemacht, die Leute waren toll und vor allem auch schon allein die Polarlichter, wie eingangs erwähnt, die waren schon immer Wert wieder runterzugehen. Da nimmt man das auch in Kauf. Also da unten ist wie so ein bisschen auf einem anderen Planeten. Hier (in der grünen Welt) habe ich auch lieber Sommer, lange Tage, aber da unten habe ich die Polarnacht wesentlich mehr genossen.

CB:    Also Temperaturen hast du nicht vermisst? Das es mal warm ist? Das schaltet man aus?

Robert Schwarz: Ja, man flucht schon oft über die Kälte, so ist es nicht. Also im Winter geht es runter bis -80° und im Jahresdurchschnitt ist es so knapp über -50° und es ist also schon immer frisch. Das muss man in Kauf nehmen.

BS:     Zapfig, wie man in Bayern sagt. Aber es sind ja natürlich Projekte in Extremsituationen. Nicht nur temperaturmäßig, auch die „Isolation“. Damit einher gehen bestimmt auch außergewöhnliche Belastungen für Körper und Psyche. Die hast jetzt du relativ leicht weggesteckt, es geht wahrscheinlich aber nicht jedem so.

Robert Schwarz: Ja genau, es gibt auf jeden Fall Leute, die haben damit mehr zu schaffen. Die sagen dann auch einmal und nie wieder. Also die haben dann nach einem Jahr genug davon. Und man muss erstmal damit klarkommen, dass es ein halbes Jahr hell ist und ein halbes Jahr dunkel. Der Schlafrhythmus ist natürlich sehr gestört, wenn man dafür anfällig ist, nachdem die Sonne im Sommer nie untergeht und selbst um Mitternacht genauso hoch scheint wie am Mittag und dann im Winter eben das andere Extrem, dass die Sonne für sechs Monate nicht über den Horizont kommt. Aber ich hatte damit zum Glück keine Probleme. Insofern ist es mir leicht gefallen, allein schon mal von dem her und dann bin ich auch immer gut mit den anderen Leuten ausgekommen. Wir hatten eigentlich immer super Teams. Klar ist mal immer einer oder zwei dabei, mit denen ist man nicht best friends, aber im Großen und Ganzen waren die Leute immer super und das hat dann auch schon immer viel ausgemacht, wenn man sich auf die verlassen kann, die da unten sind. Jeder ist vom anderen abhängig und so ein Winter steht und fällt einfach mit den Leuten, die da unten sind.

BS:     Dafür gibt es dann die entsprechende Vorbereitung, inklusive Feuerwehr-Kurs und Teambuilding.

Robert Schwarz: Genau, wobei die bei den Amerikanern relativ einfach ist – diese Vorbereitung. Also ich kenne kein anderes Antarktis-Programm das so kurzfristig auswählt wie die Amerikaner. Also bei den Deutschen oder den Australiern ist es wesentlich länger: wochenlang. Und wir haben ein Kennenlernwochenende und dann sieht man noch einen Großteil im Feuertraining für eine Woche, aber das war’s dann.  Und teilweise gibt es last minute hires, die dann, weil irgendeine Stelle noch nicht besetzt ist, runter kommen, die im Teambildung noch gar nicht mit dabei waren, um die Stellen zu besetzen.

BS:     Ganz situativ musst du dann auch die außergewöhnlichsten Aufgaben übernehmen, sei es im OP assistieren, Schneeschaufeln, was auch immer gerade ansteht.

Robert Schwarz: Genau, in der Job-Beschreibung steht auch drin, dass man nicht nur seine Tätigkeit macht für die man eingestellt wird, sondern eben auch Allgemeintätigkeiten auf der Station. Es geht also von Geschirrwaschen, über Kloputzen, Station sauber halten bis auch zu medizinische Sachen. Wir sind also alle Teil eines Notfallteams. Feuerwehr, Sanitäter und auch dass wir im Falle einer OP assistieren können. Blut abnehmen, Infusionen legen, solche Sachen, die man als Physiker normalerweise nicht macht. Das macht das Ganze aber noch viel interessanter.

BS:     Jetzt aus Projektsicht fällst du uns total in den Rücken, weil wir sind immer bedacht darauf Projekthelden nicht zu hoch zu heben. Jetzt spielst du den McGyver und assistierst im OP und das ist sicherlich nicht die Normalsituation. Es ist schon etwas sehr besonderes, eine sehr spezielle Situation: isoliert in die in dieser Konstellation und du hast dann aber ein Teleskop erst mit aufgebaut und dann gewartet und betreut, oder?

Robert Schwarz: Genau, das ist meine Hauptaufgabe. Also die ersten drei Jahre war es ein Neutrino-Teleskop im Eis und die letzten zwölf Jahre ein Mikrowellenteleskop auf der Oberfläche und deswegen sind wir auch da unten, weil es so extrem kalt ist und dadurch die Luft extrem trocken und im Prinzip für die Mikrowellenastronomie mit einer der besten Standort auf der Erde sich dadurch ergibt. Und meine Aufgabe war dann wirklich dieses Teleskop am Laufen zu halten. Also die ganzen Post-Docs und Studenten, die mitgeholfen haben es im Sommer aufzubauen, sind dann alle abgeflogen im letzten Flugzeug und dann im Winter war ich für das Teleskop der einzige. Es gab natürlich noch andere Leute auf der Station, aber meine Aufgabe war dann wirklich dieses Teleskop am Laufen zu halten und schauen, dass die Daten rausgehen. Also ich war im Prinzip der „Messknecht“ und das war eben gar nicht so hochwissenschaftlich, also wirklich von Mechanik über Elektronik, über Tieftemperaturkühlung, Optik, Computeradministration, also diese ganzen Sachen.

BS:     Also eben der Schraubenzieher- und Lötkolben-Physiker.

Robert Schwarz:  Genau. Ich habe da eben meine Nische gefunden, man muss viel improvisieren, wenn natürlich immer das kaputt geht, wo man keine Ersatzteile hat, und dann schauen wie man mit dem Zeug, das man unten hat, zurecht kommt. Und die Uni stört es auch nicht, ob ich jetzt 2 Stunden am Tag arbeite oder 20. Meine Aufgabe ist, dass das Teleskop läuft und manchmal sind es auch nur 2 Stunden und manchmal sind es 20 Stunden.

BS: Also genau wie in richtigen Projekten…

Robert Schwarz:  Sieben Tage die Woche, das ganze Jahr durch. Keinen freien Tag dann.

CB:    Wie ist denn das, wenn für so eine Expedition, für den Start: Wieviel ist da planbar? Es interessiert ja immer die Leute, die sich für Projekte interessieren, wie viel kann man davon planen, wie viel ist aber Unsicherheit dabei? Wie geht ihr mit dieser Unsicherheit um? Wie ist da so das Projektleben in einer Expedition?

Robert Schwarz: Also klar, man hat eine gewisse Vorstellung davon, was z.B. Ersatzteile angeht, was man da mitnimmt, aber natürlich ist dann auch die Erfahrung von früheren Jahren oder einfach weil man schon öfters unten war. Auch von anderen Experimenten kann man viel lernen, weil viele Sachen sind da unten schon anders, also die haben zum Beispiel durch die Trockenheit eine wahnsinnig extreme Statik, dadurch kann natürlich auch sehr leicht Elektronik zerstört werden. Und man versucht halt dann für die essenziellen Sachen ein paar Ersatzteile zu haben, aber wie es nach Murphys Law so ist, es geht natürlich immer das kaput, wo man kein Ersatzteil hat. Und gerade beim letzten Teleskop war es so, das war schon das dritte Teleskop auf der gleichen Montierung und wir haben eigentlich die Montierung zu etwas genutzt für das sie nie gebaut wurde. Und dann hat sich Verschleiß gezeigt, den vorher niemand berücksichtigt hat. Und dann muss man halt schauen, dass man über den Winter kommt und dann halt im nächsten Jahr mehr Ersatzteile, mehr Teile, reinbringen und was wir natürlich auch haben ist ein Werkzeugmechaniker, der Ersatzteile machen kann und das ist dann natürlich auch extrem wichtig, wenn kein Nachschub da ist, dass der zumindest einfache Sachen auch anfertigen kann da unten oder man muss einfach schauen, ob es einen Workaround gibt, also wie kann ich ohne dieses Teil auskommen und das macht diesen Job auch so interessant.

CB:    Aber dieses Lernen aus vergangenen Expeditionen ist auf jeden Fall mal ein wichtiger Part dabei.

Robert Schwarz: Auf jeden Fall.

BS:     Vielleicht noch zu Job und Karriere: Du bist zu den Überwinterungen auf der Antarktis gekommen über einen Aushang am studentischen schwarzen Brett an der Uni, am Lehrstuhl. So wie die Jungfrau zum Kind, quasi.

Robert Schwarz: Ja genau. Ich studierte Physik in München, ich hatte 96 einen Studentenjob und musste meinen Professor etwas fragen und der telefoniert und telefoniert und ich lese gelangweilt Aushänge im Gang und da war eben einer dabei für ein Jahr an den Südpol zu gehen. Ich hätte das nie gedacht, ich war noch mitten im Studium und Teile der Voraussetzung hatte ich noch nicht gehört, aber ich habe gedacht, vielleicht kann man sich das in den nächsten paar Jahren aneignenm und mit Diplomarbeit verbinden. Es klang auf jeden Fall, dass das ein längerfristiges Experiment ist und ich wollte auf jeden Fall diesen Kontakt einfach mal herstellen und habe eine Email hingeschickt, ob ich mehr Informationen haben kann und dann kam so ein Einzeiler zurück, ich soll meinen Lebenslauf schicken und drei Referenzen angeben. Und eine Woche später hat man mir den Job angeboten. Und dann habe ich mein Studium unterbrochen und war mein erstes Jahr da unten.

BS:     Das erste von wie vielen?

Robert Schwarz: Von 15 Wintern und 5 Sommern. Also ich hab dann oft Winter hintereinander gemacht, dann war ich im Sommer davor nicht unten, weil man darf nicht zu lange in der Antarktis sein. Das ist eine Vorgabe von dem US Programm. Aber die normale Tour ist so 13 Monate, man kommt so Ende Oktober/Anfang November runter, ist dann den ganzen Sommer, den ganzen Winter unten und hat dann im nächsten Sommer einen Monat Zeit seinen Nachfolger einzuarbeiten. Und wenn ich dann eben mein eigener Nachfolger war, dann musste ich mich natürlich nicht so einarbeiten. War dann so nach zwölf/zwölfeinhalb Monaten weg, hatte dann zweieinhalb Monate frei und war neuneinhalb Monate da unten, zweieinhalb Monate frei, neuneinhalb Monate unten, … Und beim letzten Teleskop waren es eben neunmal, neun Winter hintereinander.

BS: Als wir vor ein paar Jahren miteinander gesprochen haben, hast du gesagt, du bist für einen normalen Job gar nicht mehr vermittelbar.

Robert Schwarz: Wahrscheinlich, ja. Also so ein normaler Schreibtischjob – das wäre schwierig.

BS:     Beinahe hätte ja noch etwas anderes geklappt bei dir. Der Astronomie wärst du treu geblieben, aber du warst relativ weit im ESA Astronauten-Programm.

Robert Schwarz: Genau, 2008 hatte ich mich beworben, habe es unter die letzten 2% geschafft, aber dann nicht mehr die letzten zwei Runden.

BS:     Dumm gelaufen, jetzt musst du halt weiter dem Südpol treu bleiben.

CB:    Oder es kommt bestimmt noch einmal was verrücktes, oder?

Robert Schwarz: Ja, irgendwas findet man immer, also so ist es ja nicht.

BS:     Was treibst du heute so? Ich habe gelesen, du betreust Expeditionskreuzfahrten weil du Pinguine sehen wolltest. Die gibt es zwar in der Antarktis aber nicht am Südpol.

Robert Schwarz: Ja, vor 10 Jahren habe ich angefangen auf Expeditionskreuzfahrtschiffen in die Antarktis zu fahren und da bin ich jetzt in zwei Wochen wieder für drei Monate in der Antarktis unterwegs und eben ja aus dem Grund, weil ich auch einmal Pinguine sehen wollte. Ich war schon jahrelang in der Antarktis aber konnte die Pinguine, die ich gesehen habe an einer Hand abzählen. In McMurdo, an der Bodenstation über die wir zum Südpol einfliegen, die ist an der Küste, aber selbst da ist es schwierig und jetzt habe ich aber schon in den letzten Jahren, ja auf ein paar Millionen Pinguine komme ich jetzt schon.

BS:     Ganz herzlichen Dank!

CB:    Robert, wir machen das am Schluss immer so, dass unser Gast eine Minute hat, wo er der Welt da draußen eine Botschaft vermitteln darf. Du darfst gerne Werbung für dich machen oder eine Herzensangelegenheit oder irgendetwas, was du den Leuten gerne mitgeben möchtest.

BS:     Wir stoppen auch nicht mit!

Robert Schwarz: Dann nehme ich natürlich den Anlass und stelle noch einmal mein Buch vor, das jetzt vor etwa zwei Monaten rausgekommen ist: „Unter den Polarlichtern der Antarktis“ zusammen mit Felicitas Mockler geschrieben, waren beide Schüler auch am Max Born [Max-Born-Gymnasium Germering], wie Bernhard auch und das beschreibt eben den Tagesablauf oder was da unten sich so ereignet wenn man auf dieser Station lebt – nicht sehr wissenschaftlich. Wir beschreiben die Experimente zwar auch ein bisschen, aber es geht hauptsächlich um das Leben da unten. Im Knesebeck Verlag in München erschienen. Kann man in jeder Buchhandlung bekommen. Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk braucht… Liest sich sehr angenehm.

CB:    Sehr gut! Dann sagen wir erstmal herzlichen Dank an dieser Stelle. Bernhard, hast du noch was?

BS:     Achso, ja, checkt auf jeden Fall mal den Projekt-Werkraum. Da gibt es u.a. ein Update zu unserem Einführungskurs in das Projektmanagement. Und natürlich vieles mehr rund um das Thema Projekte. Aber ich glaube, das war´s dann auch schon.

CB:    Genau und Informationen zu Robert findet ihr den Shownotes zu unserem kleinen Video hier. Das war es. Ich mach jetzt auch eine Winterpause und besuche übrigens Pinguine – Pinguine in Südafrika.

ZoomIn – Das Projektinterview ist eine Reihe des Projekt-Werkraums auf LinkedIn. Und hier geht es noch zur Video-Fassung auf vimeo.

Lego Serious Play

https://vimeo.com/759022155

In Folge 5 von „Projekte – Spielend erfolgreich“ geht es um Lego Serious Play (LSP).

LSP ist ein Facilitation-Format, dass sich die Magie der Klemmbausteine zu Nutze macht. Es geht um Kommunikation und Problemlösung und das Ganze nicht nur visuell, sondern sogar haptisch. Dinge werden im wörtlichsten Sinn begreifbar.

Hier noch die Links zu den vorangehenden Folgen (1)(2)(3) und (4).

Und die nächste Folge gibt es hier.

ZoomIn – Über Projekthelden

Drüben im Projekt-Werkraum auf LinkedIn haben wir eine Reihe mit Projektinterviews gestartet. Unser kleines Weihnachstspecial hatte ich ja bereits angekündigt und nun ist es raus – die Folge 2 mit Robert Schwarz, Physiker und Rekordhalter, was Überwinterungen am geografischen Südpol angeht. Ganze 15(!) mal hat er dort überwintert, von den Sommern ganz zu schweigen. Und das alles im Dienst der Wissenschaft.

Normalerweise warnen wir unsere Kursteilnehmer immer vor dem Mythos der Projekthelden, aber Robert ist anscheinend so ein McGyver oder ein Schraubenzieher- und Lötkolbenphysiker.

Dabei fing alles als Studentenjob an – soviel zum Thema Karriereplanung. Auch darüber haben wir mit Robert gesprochen, genauso wie über Projekte in Extremsituationen, die Planung wissenschaftlicher Expeditionen und vieles mehr.

https://vimeo.com/779279167

Wer mehr von Robert lesen will, dem empfehlen wir sein Buch (gemeinsam mit Felicitas Mokler): Unter den Polarlichtern der Antarktis: Fünfzehn Winter leben und forschen am Südpol (Amazon Affiliate Link)

Mehr zu hören von Robert gibt es in der ARD-Audiothek: Robert zu Gast auf der blauen Couch.

Und jede Menge Fotos und Videos vom Südpol gibt es auf Roberts eigener Seite im Web: http://antarctic-adventures.de/

Wer lieber lesen statt gucken will: Das Interview gibt es jetzt auch transkribiert.

ZoomIn – Das Projektinterview

Drüben im Projekt-Werkraum auf LinkedIn haben wir eine Reihe mit Projektinterviews gestartet. Unser erster Gast war Ralph Joacham, agiles Urgestein, Trainer und u.a. Autor von „The Professional Product Owner“.

Und als kleines Weihnachstspecial erscheint diese Woche noch Folge 2 mit dem nächsten Gast – seid gespannt!

https://vimeo.com/767995048

Gelesen: Effectuation

Die Reihe Gelesen haben wir hier zuletzt (bis auf ein paar Best of…) sträflichst vernachlässigt. Dabei wurde auch 2022 durchaus gelesen. Ein Thema dabei war Effectuation – und das gleich zweimal:

Zunächst im Original bei Saras D. Sarasvathy und dann beim deutschsprachigen Vorreiter Michael Faschingbauer (Amazon Affiliate Links):

Was heißt denn Effectuation?

Effectuation ist eine Art unternehmerisches Framework, basierend auf ein paar Grundannahmen und Prinzipien, abgeleitet aus einer empirischen Studie von Sarasvathy.

Effectuation versteht sich als eine alternativer Ansatz zum linear-kausalen Methodenkoffer, der durch Vielfalt, Vernetztheit, Dynamik und begrenzten Einfluss immer wieder an seine Grenzen stößt.

Effectuation ist eine unternehmerische Theorie(?) die auf die Theorie verzichtet, sondern auf der Anwendung von vier Prinzipien beruht:

  • Prinzip der Mittelorientierung
  • Prinzip des leistbaren Verlusts
  • Prinzip der Umstände und Zufälle
  • Prinzip der Vereinbarungen und Partnerschaften

Diese Prinzipien ersetzen oder ergänzen so Dinge wie das ökonomische Prinzip oder den homo oeconomicus.

Statt zu fragen, wie kann ich meinen Gewinn maximieren/meine Kosten minimieren, frägt Effectuation nach den verfügbaren Mitteln, die uns zur Verfügung stehen (Prinzip der Mittelorientierung).

Die Frage nach dem leistbaren Verlust ist die Frage danach, welchen Spielraum für Experimente wir haben. Wieviel Aufwand können wir uns leisten um zu lernen? Experimentieren statt optimieren. Nur durch Experimente sind Innovationen möglich. D.h. ja nicht, dass Optimierung und lineare Kausalität falsch sind, aber sie führen uns eher in die Verwaltung und Optimierung und nicht ins Unternehmertum und zur Kreierung von Neuem.

Dafür müssen wir offen sein für Umstände und Zufälle – Stichwort Serendepity (Wikipedia).

Vereinbarungen und Partnerschaften sind eigentlich nichts anderes als die Anwendung der Mittelorientierung und die Nutzung von Umständen und Zufällen im Sozialen.

Zentrale Fragen im dynamischen Effectuation Modell sind: Wer bin ich? Was weiß ich? Wen kenne ich? (Verfügbare Mittel) und dann weiter: Was kann ich jetzt tun? Mit wem kann ich darüber reden?

Sarasvathy braucht keine deutschsprachige Übersetzung, denn dafür gibt es ja Michael Faschingbauer. Während Sarasvathy doch noch den akademischen Duktus mitbringt, liefert Michael Faschingbauer eher die Umsetzung und wird trotzdem Sarasvathy gerecht. Bei Faschingbauer gibt es auch Fallsstudien und eine Toolbox.

Eine kritische Anmerkung noch zur empirischen Grundlage von Sarsvathy: Ihre Definition von Experten-Unternehmertum (mindestens zehn Jahre Vollzeit-Erfahrung in der Gründung und Führung von Unternehmen hat, mehrere Unternehmen, darunter erfolgreiche und gescheiterte, gegründet hat und mindestens ein Unternehmen an die Börse gebracht hat) ist schon sehr speziell. Fokussiert mehr auf Elon Musk, Jeff Bezos & Co und ignoriert letztlich große Teile unserer Wirtschaft und des Unternehmertums, beansprucht aber die Verallgemeinerbarkeit der Erkenntnisse. Auch wenn die Ideen sehr spannend und vielversprechend sind, die Betonung dieser empirischen Basis ist dann doch akademische Augenwischerei. Da gibt es keinen Mittelstand und keine Familienunternehmen. Dort sind die Prinzipien auch anwendbar, aber enthalten ganz sicher noch andere Facetten, die nicht minder interessant sein dürften.

Meetings

Durfte Mittwoch bei einem Kunden eine Session über effiziente und nachhaltige Meeting halten.

Natürlich sind viele Meetings Zeitfresser. Meetings machen unsere Arbeit kaput, aber wir tun nichts dagegen.

Dabei geht es doch nur um Ergebnisse. Und Ergebnisse sind das Produkt aus Prozessen und dem Input, den Menschen in diese Prozesse geben. Es geht also immer nur um Menschen, Ergebnisse und Prozesse.

Nur vergessen wir das allzu gerne und dann kommen sie zum Tragen – die Meeting-Killer:

(Diese Übersicht stammt übrigens aus unserem Buch Business Visualisierung.)

Dabei sind die Antworten schon alt.

Ich sag nur 70er-Jahre, also:

Da wären zu nennen:

In dieser Liste fehlt noch good old Watzlawick („Wir können nicht nicht-kommunizieren.“) – ebenfalls 70ies.

Und was haben wir seit dem gelernt?

Klar:

  • Outlook
    • Wir wissen jetzt wie wir möglichst viele Leute einladen können.
    • Unabhängig von der Relevanz für das Thema
    • Wenn dann die Kalender (hoffentlich) vernünftig gepflegt sind.
    • Und wir nicht in die cc und bcc Falle tappen.
  • Teams. Zoom, Webex & Co
    • Das ging schon vor der Pandemie los mit dem Management-Radio, das alle konsumieren und nebenher eh etwas anders machen, aber spätestens seit Corona sind wir alle Remote-Profis.

Und jetzt müssten wir halt nur mehr das umsetzen, was wir gelernt haben….

Achso, der Transfer – so wie immer.

Hörbuch: Business Visualisierung

Die Visualisierung für die Ohren war im November überraschend nachgefragt. Aktuell beschäftigen wir uns mit eine möglichen zweiten Auflage der „Business Visualisierung„.

Und das Hörbuch gibt es hier:

„Business Visualisierung – Ein Reiseführer für Neugierige und Visionäre“ ist ein ganz besonderes Buch, dass auf unkonventionelle Weise den Leser dazu anstößt Visualisierungen auch im Business-Kontext zu nutzen: In Romanform – also quasi Storytelling – erobert Babs Lauer dieses Metier für sich und erkundet so abenteuerliche Länder wie Moderatien, Lösungslawien, Ideeien, Planungsland und Dokumentswana.

Und hier geht´s zur nächsten Folge.

Gamification und Serious Play

https://vimeo.com/759019893

Auch in der Video-Reihe „Projekte – Spielend erfolgreich“ beschäftigen wir uns mit Gamification und Serious Play.

In dieser Folge geht es um:

  • Spiele als ein Ort des Ausprobierens
  • Trial & Error
  • Spiel und Spielen als Werkzeug
  • Gamification
  • Serious Play

Wer Geschmack findet: mehr zum Thema gibt es in unserem entsprechenden LinkedIn Learning Training.

Hier noch die Links zu den vorangehenden Folgen (1), (2) und (3).

Und die nächste Folge gibt es hier.



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