Archiv der Kategorie ‘Visualisierung‘

 
 

Bücherliste Business Visualisierung

Über mein Steckenpferd Business Visualisierung ist hier und hier schon viel geschrieben worden.

Angesichts von Lockdown und Weihnachten habe ich mich jetzt mal vor mein Bücherregal gestellt und versucht eine Bücherliste zum Thema zu erstellen. Bewusst wegelassen habe ich dabei Psychologie, reine Design- und Technik-Themen, ebenso wie „Inspirationsbücher“ (teilweise aus ganz anderen Bereichen), genauso wie Managementbücher, die visuelle Methoden nutzen (á la „Business Model Generation„, aber den Fokus auf den Management-Themen haben und nicht auf der Visualisierung (das könnte einen eigenen Beitrag geben…).

Bitte nicht erschrecken, die Liste ist lang, aber ich will versuchen hier auch einige Empfehlungen auszusprechen. Einen visuellen Eindruck schon mal vorab auf dem noch ein paar Ebooks zum Thema fehlen:

Für den Einstieg

Natürlich kann ich unser eigenes Buch als Einstieg in das Thema empfehlen. Unkonventionell, weil in Romanform, verspielt, aber doch voller Methoden. Wer sich auf so etwas einlassen kann, ist schon auf dem richtigen Weg zu experimentieren und sich spielerisch auf das Thema Visualisierung einzulassen.

Ich hätte – je nach Typ – aber auch noch andere Empfehlungen für den Einstieg.

Der Klassiker, den ich leider erst viel zu spät gelesen habe, nachdem ich einen guten Teil dieser Liste bereits verschlunge hatte, ist Dan Roams „Auf der Serviette erklärt„. Dan Roam steht einerseits für den erforderlichen Pragmatismus (das Ärmel hochkrempeln) beschreibt aber auch das Modell des visuellen Denkens, das sich so poientiert noch nicht oft gefunden habe.

Als Einstieg um selbst aktiv zu werden und zum Stift zu greifen ist mein Liebling „UZMO“ von Martin Hausmann (alternativ könnte man Mike Rohde, The Sketchnote Handbook anführen).

Für eher technisch/analytisch geprägte Leser wäre ein hervorragender alternativer Einstieg Tim Themanns „Die Computermaler„, IT´ler sind Netzwerkdiagramme und so Zeug durchaus vertraut und schwuppdiwupp ist man bereits mitten im Thema.

Die Klassiker

Zu den Klassiker zählen Autoren wie Garr Reynolds, Nancy Duarte, David Sibbet (mit The Groove einer der Urväter).

Am meisten Eindruck bei mir hinterlassen haben dabei die zwei bekanntesten Werke: „Zen oder die Kunst der Präsentation“ und „slide:ology“ mit einem starken Fokus auf Präsentationen.

Nicht dass die andern Bücher schlecht wären, aber für mich sind das Meilensteine.

Von Garr Reynolds gibt es dann noch das Folgebuch „PresnetationZen Design“. Nancy Duarte, die u.a. hinter Al Gores legendärer Präsentstion „AN INCONVENIENT TRUTH“ steckt hat fleissig publiziert, u.a.: resonate, illuminate, DataStory, …

Von David Sibbet finde ich in meinem Regal „Visual Meetings„, „Visual Teams“ und „Visual Leaders

Von oben bereits erwähnten Dan Roam gibt es noch „Draw to Win„.

Sunny Brown ist weniger bekannt durch ihre „Doodle Revolution“ als durch den Klassiker aus einer anderen Rubrik: „Gamestorming„.

Storytelling

Was das Visual Storytelling angeht ist auffällig, dass sich unter diesem Schlagwort vor allem deutsche Bücher tümmeln. Natürlich würde auch Nancy Duarte dazugehören, aber die hatten wir ja schon.

Als Empfehlung in dieser Rubrik von Pia Kleine Wieskamp. „Visual Storytelling im Business„. Ihr Vorgängerbuch „Storytelling. Digital Multimedial Social„) ist auch nicht schlecht, aber hat doch einige Überschneidungen (und frei nach Monty Python: Jeder nur ein Buch!)

Als nächstes fällt mir in dieser Rubrik noch „Visual Storytelling. Visuelles Erzählen in PR & Marketing“ von Petra Sammer und Ulrike Heppel ein. Petra Sammer hat dazu auch ein Angebot auf LinkedIn Learning – also eine liebe Kollegin.

Sonst noch in dieser Kategorie: „Video Stroytelling“ von Mossner, Forster und Mannes.

Datenvisualisierung

Auch hier wäre wieder Nancy Duarte zu nennen. Ein Augenöffner für mich über das Handwerkszeug und die Techniken dahinter war Andy Kirk „Data Visualization„. Visualisierung von Daten kostet mit mitunter Blut, Schweiß und Tränen.

Zum Nachschlagen

Angefangen von Icon-Bbliotheken und Sammlungen, wie die von bikablo oder mein Favorit „Bildsprache“ von Petra Nitschke gibt es auch noch Sammlungen von Vorlagen für Flipcharts („Das große Flipchart Vorlagen Buch“ , „sichtbar„) und Methoden („Sketching at work„, „Management Atlas„). Die reinen Methodensammlungen haben mich allerdings weniger inspiriert als Bücher über praktische Anwendungen wie das eingangs erwähnte „Business Model Generation“ oder das „Digital Innovation Playbook“ von Dark Horse.

Und sonst so

Bislang sind hier einige Bücher völlig zu unrecht auf der Strecke geblieben, in erster Linie weil weniger prominent:

Über die beiden Büchern von Willemien Brand habe ich hier im Blog ja schon geschrieben: Visual Thinking & Visual Doing.

Noch zu erwähnen: „Picture your business strategy“ von Christine Chopyak, und „How to design visual templates“ von Bas Bakker.

Ich weiß nicht, ob es eigens Bücher zu Mindmapping („Mindmapping für Kinder„, „Mindmapping für Dummies“ oder „Impact Mapping“ braucht, aber dafür stecke ich wahrscheinlich schon viel zu sehr in der Materie, um das beurteilen zu können. Ach so beim Thema Mindmapping fällt mir dann doch noch Tony Buzan als Klassiker ein, auf den wohl zumindest der Begriff Mindmap zurückgeht. Ähnliche Methoden finden sich aber auch bei anderen Autoren.

Das Thema Workshops und Workshop-Gestaltung möchte ich an dieser Stelle aussparen. Das Facilitation-Fass machen wir dann an anderer Stelle mal auf.

Die goldene Himbeere

Eine goldene Himbeere gibt es an dieser Stelle allerdings auch noch zu vergeben. Fast alles in dieser Liste habe ich mit viel Vergnügen gelesen. Die Lektüre eines Buchs habe ich aber tatsächlich abgebrochen: „Kommunikation verbessern durch Visualisierung„. Nicht nur, dass mich die ersten Seiten nicht erreicht haben, das Buch selbst verzichtet auch noch selbst auf Visualisierungen.

Natürlich ist diese Liste nicht vollständig und vor allem auch in der Beschreibung und Einordnung hochgradig subjektiv. Für Ergänzungen bitte gerne die Kommentar-Funktion nutzen.

Visualisierung für die Ohren

Was für eine Schnapsidee! Erst schreiben die Jungs ein Buch über Business Visualisierung in Roman-Form und jetzt wird auch noch ein Hörbuch daraus.

Oder besser: Ein Bookcast.

Und jeden Freitag und Dienstag gibt es jetzt 16 Folgen lang eine neue Episode.

Und in Folge 1 erfahren wir, wie alles anfing mit Babs, Astrid und Freddy Krüger, aber am besten gleich selbst reinhören…

„Business Visualisierung – Ein Reiseführer für Neugierige und Visionäre“ ist ein ganz besonderes Buch, dass auf unkonventionelle Weise den Leser dazu anstößt Visualisierungen auch im Business-Kontext zu nutzen: In Romanform – also quasi Storytelling – erobert Babs Lauer dieses Metier für sich und erkundet so abenteuerliche Länder wie Moderatien, Lösungslawien, Ideeien, Planungsland und Dokumentswana.

Der Bookcast erscheint auf unserer Homepage www.business-visualisierung.de, auf den üblichen Podcast-Plattformen und auch auf schlossBlog. Und den RSS-Feed gibt´s hier.

Und hier geht´s zur nächsten Folge.

Leipziger Buchmesse

Vom 21. bis 24. März ist Buchmesse in Leipzig.

Auf Einladung unseres Verlegers, darf ich dort 2 Mini-Workshops im Rahmen der Leipziger Autorenrunde halten. Natürlich geht es wieder um visuelles Denken – wie könnte es auch anders sein.

Ich freu mich drauf!

Achso und wer unser Buch „Business Visualisierung“ noch nicht kennt, bekommt hier einen kleinen Vorgeschmack:

Business Visualisierung – jede Woche neu

Diese Woche zeigt Daniel, wie man ganz einfach Figuren und „Männchen“ zeichnet.

Das visuelle Alphabet

Das aktuelle Video ist eine Woche lang für ALLE freigeschalten. Die Bibliothek der älteren Beiträge bleibt Abonnenten vorbehalten.

Inspiration Cards

Wie schreibt mein lieber Kollege Christian Botta im Projektmagazin über Inspiration Cards:

Inspiration Cards ergänzen das traditionelle Brainstorming um neue, kreative Aspekte. Die auf Karten notierten Fragen regen die Teilnehmer dazu an, eine Problemstellung aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Hierzu versetzen die Fragen die Teilnehmer in andere Rollen oder fiktive, sogar utopische Szenarien.
 

Das erste Mal über ein solches Kartendeck bin ich vor Jahren bei Michael Michalko gestolpert.

Mittlerweile habe ich mir ein eigenes Deck „gebastelt“. Dabei greife ich durchaus auch auf andere Methodenbausteine zurück, z.B. auf die 6 Thinking Hats von deBono:

 
Ganz banal auf W-Fragen:

 
 
Oder auf die SCAMPER-Kreativitätstechnik:

 
 

Darüber hinaus habe ich auch noch ein ganzes Deck voller „Heldenkarten“, wobei der Begriff „Heldenkarte“ eigentlich zu weit geht. Eigentlich sind es eher „Virtual Advisors“ und ich kann, will und muss mich mit ihnen auch nicht identifizieren, aber sie helfen eine ganze bestimmte Rolle einzunehmen und aus dieser ein Problem zu durchleuchten. Es sind eher Archetypen als Vorbilder. Ähnlich wie ein Advokatus Diaboli steht jeder Kopf dabei für eine ganz bestimmte Rolle. Ich werde künftig immer wieder mal die eine oder andere Inspiration Card, den einen oder anderen Virtual Advisor auf schlossBlog “ einstreuen“.

Best of… Visual Thinking

Visuelles Denken ist eine Metapher. Wenn hier von visuellem Denken die Rede ist, dann ist damit mehr gemeint, als nur eine grafische Darstellung von Gedanken oder Ideen. Letztlich ist das Visuelle Synonym für jegliche Sinneswahrnehmung.

Visuelles Denken ist weit älter Design Thinking, Graphic Facilitation & Co.

Visuelles Denken ist immer auch Systemdenken. Im Gegensatz zu mathematischen Modellen und Systemdarstellungen ist visuelles Denken unscharf – fuzzy. Während mathematische Modellierung eine Exaktheit und Prognostizierbarkeit vorgaukelt, die sie niemals einhalten kann, ist die Unschärfe visueller Darstellungen einerseits offensichtlich, andererseits werden systemische Zusammenhänge und Abhängigkeiten durchaus dargestellt.

Visuelles Denken eignet sich somit hervorragend zur Bearbeitung komplexer Problemstellungen. Komplexe Systeme werden nicht trivialisiert, Reduktionen sind als solche offensichtlich, Aber logische Zusammenhänge und Abhängigkeiten werden dennoch transparent dargestellt.

Aber noch einmal von vorne: Nehmen wir das Modell visuellen Denkens nach Dan Roam, bekannt durch seinen Bestseller „The Back of the Napkin“ / „Auf der Serviette erklärt“. Am Anfang steht das Sehen oder noch allgemeiner gesprochen: Die Wahrnehmung. Es folgt das Betrachten. Zum Sehen kommt nun das Analytische hinzu. Im dritten Schritt kommen wir zur Modellbildung, dem Vorstellen. Den vierten Schritt überspringt Dan Roam: Das eigentliche Zeichnen, die visuelle Reproduktion des Modells, keine künstlerische Wiedergabe, sondern eine einfache Darstellung der Zusammenhänge, durch Strichmännchen, Pfeile oder einfache Icons und deren Kombination, die auch von Laien ohne größeres zeichnerisches Talent problemlos möglich ist. Es geht um Verständnis, nicht um Schönheit. Last but not least folgt das Zeigen des visuellen Modells. Mit dem Zeigen einher geht das Erklären. Visuelles Denken schafft so einen zusätzlichen Kommunikationskanal, eine emotionale Austauschebene über Ideen, Problemstellungen und Modelle. Der Austausch über Visuelle Modelle und Darstellung schafft ein gemeinsames Verständnis. Neben einer gemeinsamen verbalen Sprache entsteht noch eine gemeinsame Bildsprache. Nicht nur Worte sondern auch Bilder, Assoziationen und Emotionen werden geteilt.

Wie zuvor schon angeführt ist visuelles Denken nichts Neues. Letztlich sind Charts, Diagramme, etc. nichts anderes. Eine Roadmap oder ein GANNT-Diagramm, genauso wie ein Netzplan sind nichts anderes als visuelle Repräsentationen. Im agilen Projektmanagement kennen wir Burndown-Charts und andere Darstellungen.

Eine sehr offene Variante visuellen Denkens ist der Canvas. Wörtlich: eine Leinwand, strukturiert mit Feldern typisch für die Problemstellung, zum Beispiel den relevanten Kapiteln eines Geschäftsplans im Business Model Canvas oder den typischen Aufgaben und Problemstellungen im Projektmanagement im Beispiel des openPM Canvas. Hierbei kommt eine weitere Stärke visuellen Denkens zum Tragen: Es ist hervorragend geeignet für die Zusammenarbeit in der Gruppe. Eine gemeinsam visuell erstellte Darstellung verbessert nicht nur das gemeinsame Verständnis, sondern erhöht auch die Identifikation mit dem Ergebnis sowie die Wiedererkennung. Ein Projekt-Canvas, wie der openPM-Canvas, gemeinsam entwickelt und im Projektraum aufgehängt bewirkt weit mehr als jedes Projekthandbuch. Er spricht nicht nur das rationale Verständnis an, sondern auch emotional den Entwicklungsprozess, sowie die Wiedererkennung und die gemeinsame Sprache.

Ursprünglich erschienen als #653 auf schlossBlog.

Ein Workshop-Tag

Nur mal so – ein Workshop-Tag:


Und weiter:


And finally:

Schon wieder die Süddeutsche…

Ein wunderbares Beispiel für eine Stakeholderanalyse hatten wir schon hier und jetzt zeigt die Süddeutsche Angela Merkels Inner Circle visuell auf. I like it. Nicht den Inner Circle, but its visualizatition.

 

Business Visualisierung

Für alle, die beim letzten Beitrag mit dem Erklärvideo zur Visualisierung im Business Kontext auf den Geschmack gekommen sind: Ihr dürft euch freuen!

Noch im Frühjahr soll unser Buchprojekt zur Business Visualisierung in den Druck gehen. Gemeinsam mit Christian und Daniel von visualbraindump ist ein Reisebericht durch die Welt der Visualisierung entstanden.

Dies ist Beitrag #740 auf schlossBlog.



bernhardschloss.de