#356 Nachschlag: Risikomanagement

Zuletzt hatte ich hier Andreas Heilwagens Ausführungen über Erfolgsfaktoren im Risikomanagement empfohlen. Jetzt hat Andreas noch einmal nachgelegt und ein Template für ein englischsprachiges Risk-Register bereitgestellt. Zum Thema Risikomanagement auch gleich noch ein weiterer passender Link zu  Lynda Bourne´s Ausführungen über Stakeholder und ihre Einstellungen zu Risiken. Linda beschreibt die Knowledge-Awareness-Matrix, die uns das Dilemma zwischen den Dingen, die wir wissen, und den Dingen, die unsere Aufmerksamskeit geniessen beschreibt. In diesem Dilemma stecken wir sowohl im Risikomanagement als auch im Stakeholdermanagement.

#355 Basisfähigkeiten (2): Wahrnehmung

Unsere Wahrnehmung ist das Tor zur Welt. Sie ist der Filter, der bestimmt, was wir überhaupt weiter verarbeiten können, welche Signale wir interpretieren und worauf wir überhaupt reagieren können.
Mit dem Filter ist es so eine zweischneidige Sache: Er schützt uns vor dem Information Overload und hilft uns auf Dinge zu fokusieren. Er blendet aber auch Dinge aus, die uns helfen könnten oder wichtig für uns wären.
Zunächst ist es wichtig, dass wir uns dieser Mechanismen bewusst sind, dann können wir sie auch für uns einsetzen und sie werden zu Erfolgsfaktoren. Wir können den Filter für uns nutzen, sollten uns aber seiner „blinden Flecken“ bewusst sein und es würde auch nicht schaden ihn regelmäßig zu „reinigen“, so wie man seine Brille regelmäßig putzt.

Zwei Beispiele für die Wirkungsweise unseres Filters:

(1) Machen wir ein kleines Experiment! Sehen Sie sich das folgende kleine Basketball-Video auf Youtube an und zählen dabei genau mit wieviele Pässe die Spieler der weißen Mannschaft werfen.

Haben Sie gut aufgepasst?
Wieviele waren es denn?
Ehrlich gesagt interessiert und das Basketball-Spiel gar nicht, aber haben Sie den Bären gesehen?
Wenn nicht, schauen Sie sich das Video ruhig noch einmal an und diesmal zählen Sie nicht mit, sondern achten darauf, was sonst noch passiert.
Den meisten von uns geht es so, dass sie so auf das Zählen fixiert sind, dass sie nicht einmal registrieren, dass ein Bär das Spielfeld betritt.
Zugegeben, das Experiment war unfair und Sie wurden absichtlich auf die falsche Fährte gesetzt, aber im realen Leben, wissen wir im vorhinein oft auch nicht, wo es lang gehen wird und sind allzu häufig mit „Zählen“ beschäftigt.

(2) Wir können Filter aber auch nutzbringend einsetzen, z.B. beim Management by Objectices (MbO). Die Funktionsweise des Management by Objectives  beruht auf der genannten Filterwirkung indem die Aufmerksamkeit auf die gewünschen Ziele gelenkt wird und verstärkt dies noch durch ein Commitment der beteiligten Parteien.

Wie das Management by Objectives zeigt, können wir nicht nur mit der eigenen Wahrnehmung arbeiten, sondern auch mit der Wahrnehmung anderer. Im Rahmen des MbO geschieht dies in legitimer Form – weil allen Beteiligten transparent -, aber die Grenze zur Manipulation ist natürlich fließend. Hier setzt z.B. auch die Kritik an den Methoden des NLP an. Doch auch hier gilt wieder: Sind wir uns der Zweischneidigkeit unserer Wahrnehmung bewusst, so erleichtert dies den verantwortungvollen Umgang mit Methoden und Werkzeugen und hilft uns gleichzeitig  Manipulatioenn oder Fehlleitungen (z.B. wenn wir uns in eine fixe Idee verrennen) zu erkennen.

Weitere Beiträge dieser Reihe: Teil 1

#354 Neue Projektmanagement Methode für IT-Großprojekte

In den News des Projektmagazins findet sich der Hinweis auf eine „neue Projektmanagement Methode für IT-Großprojekte“. Eine ausführliche Beschreibung gibt es beim Bundesverwaltungsamt als pdf-Download.

#353 Erfolgsfaktoren im Risikomanagement

Andeas Heilwagen beschäftigt sich mit Erfolgsfaktoren im Risikomanagement. Sein Beitrag ist Einführung und Zusammenfassung zugleich und wie die meisten seiner Threads absolut lesenswert. Anlaß für seinen Beitrag war eine ungewöhnliche Kundenachfrage, die es eben nicht bei der meist üblichen Alibi-Veranstaltung (Andreas spricht von Placebo-Risikomanagement) beließ, sondern das Thema mit dem nötigen Ernst und nicht nur als Feigenblatt betrachtete. Leider teile ich Andreas Erfahrung: In vielen Projekten findet Risikmanagement bestenfalls pro forma statt. Es fehlt an Risiko- und Qualiätsbewusstsein. Risikomanagement eignet sich hervorragend für gegenseitige Schuldzuweisungen oder als Lebensversicherung (etwas direkter auch als cover-your-ass bezeichnet).

Wie bei fast allen Dingen im Projektmanagement geht es auch im Risikomanagement nicht um ein bürokratiches Procedere, sondern um eine Kultur, die wenn sie als solche auch gelebt wird und nicht nur als lästige Pflichtveranstaltung betrachtet wird, auch andere PM-Dsziplinen, vor allem aber den Projekterfolg voran bringt.

Weitere Beiträge zum Thema Risikomanagement auf schlossBlog finden Sie hier.

#352 Hey, Joe!

Kennen Sie das Hey-Joe-Prinzip?
Im Editorial des aktuellen CIO-Magazins widmet sich Horst Ellermann dieser Vorgehensweise(?), dem Management auf Zuruf. Management auf Zuruf hat nichts zu tun mit Just-in-Time, denn gemacht wird nicht was gerade im Moment notwendig ist, sondern gemacht wird das, wonach im Moment am lautesten Geschrien wird. Das Hey-Joe-Prinzip gibt es nicht nur in der IT, aber durch den Servicecharakter der IT ist es hier noch weit verbreitet.
Auch in der Projektarbeit gibt es das Hey-Joe-Prinzip: Dann wird der Projektauftrag und das, was eigentlich im Augenblick ansteht, mal schnell vergessen und man verzettelt sich. Und das ist ganz schnell der Anfang vom Ende.

#351 Logbuch

Lukas Pustina gibt Tipps zum Thema Logbuch.

Auch auf schlossBlog gab es hierzu schon zwei Beiträge:

#350 Office: Powerpoint 2010

Nach Project 2010 jetzt eine Übersicht über Powerpoint 2010. Diesmal aus dem CIO-Magazin.

#349 Basisfähigkeiten (1)

Ausgangspunkt
Wann sind wir mit unserer Arbeit erfolgreich? Wann ist ein Projekt erfolgreich?
So einfach diese Fragestellung auch sein mag, die Antwort ist es keinesfalls.
Aber was können wir dann tun, um „erfolgreicher“ zu werden oder zumindest die Erfolgswahrscheinlichkeit zu erhöhen?

Basisfähigkeiten als „Patentrezept“
Wenn wir uns nun auf die Suche nach einem „Patentrezept“ für erfolgreiches Handeln machen, werden wir nicht bei spezifischen Methoden, Tools und Hilfen landen. sondern bei grundlegenden Kompetenzen und Fähigkeiten. Es geht sozusagen darum, unsere Sinne zu schärfen.
Diese grundlegenden Kompetenze und Fähigkeiten (im Folgenden auch als Basisfähigkeiten bezeichnet) kommen vielleicht erst mit Hilfe von Methoden, Tools und Hilfen zu ihrer vollen Entfaltung, worauf es aber zunächst ankommt sind diese Basisfähigkeiten. Alles andere kommt danach.
Übrigens heißt auch das Standardwerk der GPM Kompetenzbasiertes Projektmanagement (Amazon Affilliate Link), sprich: die Kompetenzen und Fähigkeiten bilden die Basis erfolgreicher Projektarbeit.

Relevante Felder
Also gut, wenn wir uns auf das Konzept der Basisfähigkeiten einlassen, um welche handelt es sich dann? Was sind die relevanten Felder die es zu betrachten gilt? In den weiteren Beiträgen sollen die folgenden näher betrachtet werden:

  • Wahrnehmung
  • Kommunikation
  • Problemlösung & Kreativität
  • Organisation & Umsetzung

#348 Office: Project 2010

Die Kollegen von Campana & Schott haben sich für die aktuelle Ausgabe von projektManagement aktuell mit dem neuen Project 2010 auseinandergesetzt:

  • Natürlich viele Verbesserungen im Detail
  • Eine neue Zeitachsenansicht
  • Neue Features für Teamplanung/Taskzuordnung und Auslastung
  • Auf Task-Ebene lässt sich von automatischer Planung auf manuelle Planung umschalten
  • Und am offensichtlichsten: die Ribbons sind in Project angekommen

Weit wichtiger aber noch einige grundlegende Entwicklungen:

  • Project kann auch ohne Project Server mit Sharepoint eingesetzt werden (wenn auch mit Einschränkungen).
  • Project Server und Portfolio Server sind vereint!

Und da fangen die Kollegen gleich an zu träumen: Da geht noch mehr! Da könnte man die Features noch ausbauen!

Alles in allem: Der Artikel macht Appetit auf mehr. Da werden wir selber ausprobieren müssen…

Golem berichtet übrigens auch, dass Office 2010 fertig ist.

#347 Office: Access vs. andere Datenbanken

Wenn wir uns im konkreten Fall für eine Datenbanklösung entschieden haben, sollten wir nicht den gleichen Fehler wie bei Excel („Der Hammer als einziges Werkzeug“) begehen und alle Datenbanklösungen in Access realisieren.

Access ist ein feines Werkzeug mit hoher Office-Integration, Drag-and-Drop-Funktionalitäten und zahlreichen Assisstenten. Ansehnliche Formulare sind im Handumdrehen erstellt,…

Im Vergleich zu anderen Datenbanken haben wir Quick&Dirty-Lösungen schnell umgesetzt, aber an die Grenzen stoßen wir meist schneller als man denkt, z.B. bei einem Mehrnutzerbetrieb, den Access zwar grundsätzlich unterstützt, aber vielleicht doch nicht ganz optimal. Haben Sie sich schon einmal wegen Netzwerkproblemen eine Access-Datenbank zerschossen? Auch das kann passieren. In Sachen Performance können die Grenzen schnell erreicht werden und eine Tabelle darf nciht größer als 2 GB werden.

Ist dann der Einsatz von Access trotzdem sinnvoll?

Na, klar, wenn man weiß wofür und wo die Grenzen liegen. Für die schnelle Bearbeitung größerer Datenmengen, wo wir in Excel schon an unsere Grenzen gestossen sind, gerne, aber als dauerhafte Anwendung im Betrieb bei vielen Nutzern, weniger. Übergangsweise lässt sich dann Access weiter als Frontend nutzen und eine Performance-stärkere Architektur kann im Backend schuften. Auch zur Modellierung oder für Prototypen spricht nichts gegen Access.



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