Gelesen: Projekte spielend…

Selten ist mir eine Buchbesprechung so schwer gefallen, wie diese:

Eva Prader, Urs Andelfinger, Andrin Rüedi, Projekte spielend zum Erfolg führen: Orientierungshilfen (und Irritationen) für erfahrene Projektverantwortliche, Wiesbaden 2019

Gute Autoren, lesenswerter Inhalt und doch gefällt mir das Buch nicht und ich fürchte, das hat der Verlag verbockt oder zumindest hätte er das im Lektorat retten können. Nein, ich rede nicht von Rechtschreibfehlern oder einem schlampigen Satz – in der Hinsicht ist mir nichts aufgefallen, was zu beanstanden wäre. Meine Kritik bezieht sich vielmehr auf das Buchkonzept, denn in dem Werk steckt nicht ein Buch, sondern es stecken gleich mehrere, aber irgendwie ist dann jedes einzelne unbefriedigend.

Aber zurück auf Anfang: Bei dem Titel hätte ich ein „Playbook“ im amerikanischen Sinne erwartet. Das Playbook einer Sportmannschaft beschreibt ihre Spielphilosophie und ihre taktischen Spielzüge. Diese Konzept auf das Projektmanagement zu übertragen hat mein Interesse geweckt. Bei der Lektüre hatte ich aber bis kurz vor Schluss nicht das Gefühl ein solches Buch in Händen zu halten, genau gesagt bis Kapitel 12, wo das dann in komprimierter Form kommt. Auch wenn Kapitel 12 „nur“ Inhalte aus dem Buch zusammenfasst, kommt bei der Lektüre bis dahin nicht wirklich das Gefühl eines Playbooks auf. Das ist zum Einen dem Springer-Wissenschaftsformat geschuldet, das das Buch quasi in eine Reihe wissenschaftlicher Aufsätze aufteilt, aber auch der Verwendung der Spielmetapher, die ich in dieser Form nicht geglückt finde. Sie greift weder das oben beschriebene Sportspiel auf, noch nimmt sie nennenswert Bezug zu Gamification und Serious Play. Vielmehr wird das Projektspiel als eine Art Brettspiel beschrieben. Schön und gut, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, das das lediglich als coolerer Begriff für ein schnödes Phasenmodell herhalten musste (Projekte mit einem Phasenmodell zum Erfolg führen hätte ich vermutlich auch nicht gekauft). Metaphern wie Spielphilosophie, Taktik und Spielzüge hätte ich mir besser ausgeführt gewünscht. Auch die Idee der Ressourcenkarten, deren Inhalte ohne Beanstandung sind, aber deren Erläuterung in der Spielmechanik mir gefehlt hat.

Ich sprach von mehreren Büchern. Das fängt auf dem Buchrücken an: Das Projektmanagement-Playbook erhält plötzlich eine Einschränkung auf IT-Projekte (auch wenn das IT zunächst noch in Klammern gesetzt wird). Während auf dem Titel davon noch nicht die Rede ist, wird es im Inneren noch schlimmer: Plötzlich ist insbesondere von Digitalisierungsprojekten die Rede.

Das Schlimmste ist: Diese Einschränkungen hat das Buch überhaupt nicht nötig! Das sind Punkte, bei denen ich als Leser eher ein Buzzword-Marketing des Verlages vermute. Schade drum.

Wir haben also ein Projektmanagement-Playbook, ein IT-Projektmanagement-Buch, ein Digitalisierungsbuch und dann lese ich das Geleitwort und fürchte schon einen Therapie-Ratgeber in Händen zu halten.

Bitte nicht missverstehen, die vermeintliche Buchidee hat mich angesprochen, die Inhalte sind gut. Ich habe selten so viel Kluges über Organisationstheorie und Psychologie im Kontext von Projekten gelesen, wie hier. Ich habe jede Menge Input für mich herausziehen können, aber die Umsetzung des Buchkonzepts finde ich nicht stimmig.

Von den Abbildungen im Buch ist bei mir insbesondere eine hängen geblieben: Das Service Owner Team. Die Darstellung würde ich als etwas nebulös und „schmutzig“ bezeichnen, was aber keineswegs als Kritik gemeint ist, ganz im Gegenteil: das ist Ausdruck der Komplexität, die das Zusammenspiel von Stammorganisation, Projektorganisation und IT-Organisation visualisiert. Mein Kompliment für den Mut, darauf zu verzichten ein solches Bild stromlinienmförmig anzupassen.

Ich hoffe, dieser Beitrag wird meiner eingangs beschriebenen Zerrissenheit gerecht. Kluge Köpfe, kluger Inhalt, aber vermutlich zuviel gewollt. Einerseits würde ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen, aber nicht für jedermann. Das Buch ist nicht nur zum Rosinenpicken geeignet, sondern es ist ein Rosinenkuchen, auch wenn der schon wieder in viele Krümmel aufgelöst ist. Projektmanagement-Einsteigern würde ich eher abraten, alte Hasen werden aber noch erstaunlich viel finden. Praxisbezug wäre auch ohne die unnötige Einschränkung auf die Digtalisierung gegeben: Ich hatte bei keinem einzigen Praxistipp etwas einzuwenden.

Nun denn… Entscheidet selbst.

Bookcast – Folge 9

In Folge 9 des Bookcasts/Podcasts/Hörbuchs zum Buch „Business Visualisierung – Ein Reiseführer für Neugieriege und Visionäre“ geht es diesmal um Cluster und Assoziationsketten.

Babs ist noch immer in Ideeien und wie es ihr dort ergeht, kann man hier hören:

Und beim nächsten Mal geht es dann u.a. um Design Thinking – also: dranbleiben!

Alle Folgen unseres Bookcasts gibt es auf der Homepage zum BuchitunesSpotify und den üblichen Podcast-Kanälen. Über Feedback und Rezensionen freuen wir uns!

Was bisher geschah: Folge 1Folge 2Folge 3Folge 4Folge 5Folge 6Folge 7, Folge 8

Bookcast – Halbzeit: Folge 8

Folge 8 ist schon Halbzeit in unserem Hörbuch. Babs ist nach Lösungslawien in Ideeien angelangt. Lange hatte sie sich schon vorgenommen, sich mit MindMaps auseinander zu setzen. Dann gibt es da noch diesen Ideenturm und eine Canvas-Ausstellung.

Habe ich schon von meiner Vorliebe für Canvas-Modelle erzählt? Hier geht es zu einem Canvas-Übersichtsartikel auf openPM.

Und hier gibt es die aktuelle Folge unseres Hörbuchs/Podcasts/Bookcasts:

Was bisher geschah:

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Was bisher geschah: Folge 1Folge 2Folge 3Folge 4Folge 5Folge 6, Folge 7

Und kommenden Dienstag geht es weiter.

(Falsche) Selbstverständlichkeiten in Projekten

Heute neu im Projektmagazin: So vermeiden Sie Fehler und falsche Einschätzungen in der Projektarbeit. Nach langer, langer Zeit wieder einmal ein Beitrag für das Projektmagazin aus meiner Feder.

Es geht um (falsche) Selbstverständlichkeiten und wie sie entstehen, aber vor allem geht es darum Strategien dagegen zu entwickeln, damit wir eine Resilienz entwickeln. Hierzu brauchen wir verschiedene Bausteine, die im Artikel alle erläutert werden:

Hinter dem Artikel selbst steckt übrigens auch eine Geschichte:

Ursprünglich habe ich mit meinem Verleger Ralf das Thema Stakeholder für ein Buchprojekt diskutiert. Ralf hat mich damals „desillussioniert“ mit der Feststellung, dass es zu diesem Thema (auf dem Buchmarkt) keinen Bedarf bzw. keine Nachfrage gibt. Mein Grübeln darüber habe ich dann letztes Jahr mit zum PMCamp München genommen und da die Frage nach (falschen) Selbstverständlichkeiten auf den Tisch gebracht (Sessiondoku auf openPM). Lisa vom Projektmagazin war eine der Teilnehmerinnen der Session und hat mich später angeregt, das Thema zu einem Artikel weiter zu entwickeln. Und hier ist er…

Anekdote am Rande: Auch der zweite große Beitrag der aktuellen Ausgabe hat einen Bezug zum PMCamp München, denn auch dort war Michael mit einem Beitrag zu Liberating Structures vertreten.

Bookcast – Folge 7

Ups, da war die Vorankündigung falsch, denn am Brückentag war Pause und heute geht es weiter im Bookcast zum Buch „Business Visualisierung – Ein Reiseführer für Neugierige und Visionäre„.

Wer unsere Babs auf ihrer bisherigen Reise durch die Welt der Visualisierug begleitet hat ist sicher schon gespannt darauf, wie es in Lösungslawien weitergeht und welches Geheimnis verbirgt sich noch hinter den Piktogrammen?

Einfach „weiter“hören:

Und beim nächsten Mal geht es dann von Lösungslawien weiter nach Ideeien. Peter hatte sich bei seinen Ausführungen ja auf diskursive Methoden fokussiert, während in Ideeien, dann eher intuitive Ansätze im Vordergrund stehen.

Was bisher geschah:

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Was bisher geschah: Folge 1Folge 2Folge 3Folge 4Folge 5, Folge 6

Und diesmal geht es wirklich am Freitag weiter…

Bookcast – Folge 6

Weiter geht es in unserem Bookcast, dem Hörbuch zum Buch „Business Visualisierung – Ein Reiseführer für Visionäre und Neugierige„.

In Lösungslawien steht unserer Babs eine ganz besondere Herausforderung bevor und sie hat einen ganz besonderen Gastgeber, der versucht ihr Räume zu öffnen…

Aber am Besten selbst reinhören:

Und am Freitag Dienstag geht es schon weiter.

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Was bisher geschah: Folge 1Folge 2Folge 3Folge 4, Folge 5

Bookcast – Folge 5

Diesmal begibt sich Babs in die Agenda-Schmiede. Bevor sie weitere spannende Länder erkunden wird, gilt es noch zwei wesentliche Handwerkszeuge für Meetings und Workshops erproben: Die Agenda und die Flipchart-Gestaltung.

Aber hört selbst…

Am Dienstag bricht Babs dann auf nach Lösungslawien.

Alle Folgen unseres Bookcasts gibt es auf der Homepage zum BuchitunesSpotify und den üblichen Podcast-Kanälen.

Kommentare, Rezensionen und Feedback sind herzlich willkommen.

Was bisher geschah: Folge 1Folge 2Folge 3, Folge 4

Und weiter geht es mit Folge 6.

#remotework

Eines vorweg: Als Freelancer, bin ich so etwas, wie ein Home Office Professional. Während früher die Kunden uns am liebsten 24/7 vor Ort gehabt hätten, kam im Zeichen der Arbeitnehmerüberlassung zunehmend das Home Office ins Spiel.

Home Office ist ja wieder einer dieser pseudo-englischen Begriffe, wie es sie nur bei uns im Deutschen gibt…

Chancen und Grenzen?

Mein Home Office XXL habe ich mir ganz nach meinen eigenen Bedürfnissen ausgebaut: Drei Bildschirme, Mufu, Plotter, Whiteboard und Flipchart sind selbstverständlich und in meinem Rücken entsteht Stück für Stück ein Studio mit Kamera, Greensscreen & Co.

Büroplaner und Regularien haben uns verlernt den Raum zu nutzen. Im Home Office habe ich alle Freiheiten, auch weil hier keiner Abstandsflächen und Brandschutz kontrolliert. In den Großraumbüros deutscher Konzerne ist dieser Freiraum und auch die damit verbundene Kreativität vom Aussterben bedroht.

Aber da, wo das Home Office nicht selbst gewählt ist: Wer garantiert uns hier die Mindest-Standards und das erforderliche Wohlbefinden?

Kommen wir zum Sozialen:

Remotes Arbeiten und Kollaboration setzt Vertrauen voraus. Aber Mist, setzt nicht eigentlich jede Form der Zusammenarbeit Vertrauen voraus? Sollte es, aber wir kaschieren es geschickt. Und erst Ausnahmesituationen, wie das Corona-bedingte Home Office machen und dies wieder bewusst. Bei mir hat das bisher am besten geklappt in einem Umfeld, in dem man sich vorher schon kannte. Vertrauensbasis eben.

Ein letzter Aspekt: Home Office ist nicht jedermanns Sache. Das meine ich vollkommen wertfrei, auch wenn ich persönlich diese Freiheit zu schätzen weiß. Habe ich doch jüngst selbst das virtuelle PM-Camp Stuttgart geschwänzt, weil ich vor lauter Zoom & Co nicht wirklich Lust auf weitere Bildschirm-Stunden hatte, viel lieber hätte ich ein Bier getrunken und ein Schwätzchen gehalten mit den hochgeschätzten Kollegen.

Ich glaube auch, dass die aktuelle Ausnahmesituation sicher das eine oder andere dauerhaft verändern wird. Aber wir dürfen uns auch keiner Illusion hingeben: Was uns heute zwickt ist morgen längs wieder vergessen.

Das ist ein Beitrag zu Marcus Raitners Blogparade #remoteworks.

Bookcast – Folge 4

Babs ist weiter in Moderatien unterwegs. Auf ihrer Reise durch die Welt der Business Visualisierung geht es diesmal vor allem um Sketch Notes und Graphic Recording.

Am besten gleich reinhören:

Weiter geht´s am kommenden Freitag.

Wer nicht solange warten will oder nicht auf unsere Grafiken verzichten möchte, der kann derweil zum Buch greifen.

Alle Folgen unseres Bookcasts gibt es auf der Homepage zum BuchitunesSpotify und den üblichen Podcast-Kanälen.

Und natürlich freuen wir uns auch über Kommentare, Rezensionen und Feedback.

Was bisher geschah: Folge 1Folge 2, Folge 3

Und die nächste Folge gibt es hier.

Ein neuer Blog

Bei Loriot heißt es ein Klavier, ein Klavier. Demnach müsste es hier ein neuer Blog, ein neuer Blog heißen.

Bloggen ist schon so was von Anfang dieses Jahrtausends, dass neue Blogs in der Tat bemerkenswert sind.

Und bei der lieben Dagmar bin ich mir sicher, dass sie was zu sagen hat. (Und unabhängig von diesem Post und ihrem Blog, hat sie mir auch versprochen auf openPM beitragen zu wollen.)

Als Thema hat sie gewählt: Projektmanagement, Kommunikation, systemische Gedanken. Also ganz mein Ding.

Ich weiß gar nicht mehr, auf welchem PMCamp ich sie kennen gelernt habe, aber das verbindet. Und da gibt es viele liebe Kollegen, mit denen ich wertschätzend in Kontakt stehe, auf so komischen Medien wie Twitter oder möglicherweise sogar real und Dagmar ist eine von ihnen, genauso wie Ralf, Stefan, Tom, Andreas, Falk, Thilo, Christian und viele mehr.

Hey, ich möchte euch nicht mehr missen!



bernhardschloss.de