Ziele setzen reicht nicht. Zielarbeit ist ein Prozess. (3/11)

Im vorherigen Beitrag ging es um die Frage, ob wir überhaupt Ziele brauchen. Die Antwort war differenziert: Nicht jede Situation verlangt nach einem präzise formulierten Ergebnisziel. Aber Handlungsfähigkeit braucht bewusste Orientierung.

Doch auch ein sinnvolles und klar formuliertes Ziel steuert unser Handeln nicht automatisch. Es kann im Strategiepapier stehen, in einem Workshop beschlossen oder im persönlichen Notizbuch festgehalten sein – und trotzdem im Alltag wirkungslos bleiben.

Denn Ziele zu setzen ist nur der Anfang.

Wenn Ziele leere Hüllen bleiben

Ziele können existieren, ohne unser gegenwärtiges Handeln tatsächlich zu steuern.

Ein formuliertes Ziel ist zunächst nur eine leere Hülle: eine Beschreibung dessen, was einmal sein soll. Mit Leben gefüllt wird diese Hülle erst durch die Bedeutung, die wir dem Ziel geben, durch unsere Bindung daran und durch die Handlungen, mit denen wir es verfolgen.

Die Forschung zur Lücke zwischen Absicht und Verhalten stützt diese Unterscheidung. Paschal Sheeran zeigte in einer Metaanalyse, dass selbst erklärte Absichten nur einen Teil des späteren Verhaltens erklären. Menschen können also durchaus wissen und benennen, was sie erreichen wollen, ohne entsprechend zu handeln. Die Formulierung eines Ziels ist noch keine Garantie für seine Umsetzung.

Ein Ziel, zu dem sich niemand verpflichtet fühlt, bleibt eine Absichtserklärung. Ein Ziel, das aus der Aufmerksamkeit verschwindet, verliert seine steuernde Wirkung. Ein Ziel ohne konkrete Handlung bleibt ein Wunsch. Und ein Ziel, das nicht überprüft wird, kann zur starren Vorgabe werden.

Zielsetzung ist ein Ereignis. Zielarbeit ist ein Prozess.

Das gilt für persönliche Ziele ebenso wie für Organisationen. Unternehmen entwickeln Strategien, vereinbaren Jahresziele und veranstalten aufwendige Workshops. Projekte formulieren Zielsetzungen und erwartete Ergebnisse. Doch nach der Zielsetzung beginnt der Alltag. Neue Anforderungen entstehen, operative Probleme verlangen Aufmerksamkeit und andere Themen erscheinen dringlicher.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, ob ein Ziel formuliert wurde. Entscheidend ist, was zwischen einem Wunsch, einer Zielentscheidung und ihrer Umsetzung geschieht. Wann wird aus einer erwogenen Möglichkeit ein Ziel, an das wir uns tatsächlich gebunden fühlen? Und wie verändert diese Entscheidung die Art, in der wir denken und handeln?

Genau an diesem Übergang setzt das Rubikon-Modell an.

Vom Abwägen zum Handeln: das Rubikon-Modell

Heinz Heckhausen und Peter Gollwitzer unterscheiden im Rubikon-Modell verschiedene Phasen zielgerichteten Handelns. Das Modell beschreibt damit nicht lediglich eine zeitliche Abfolge. Es zeigt, dass vor und nach einer Zielentscheidung unterschiedliche psychologische Aufgaben zu bewältigen sind.


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Facilitation Masterclass – Orientieren

Die Facilitation Masterclass, die Visual Braindump gemeinsam mit Stefan Moser und mir anbietet, ist in drei größere Abschnitte gegliedert:

Was verbirgt sich hinter Modul 1 – dem Orientieren?

Nun wir bewegen uns in unterschiedlichsten Kontexten, zwischen verschiedenen Gruppen und Beteiligten. Wenn wir nun Facilitation anwenden wollen, um gemeinsame Ziele erfolgreich zu erreichen und umzusetzen, müssen wir uns im jeweiligen Umfeld erst einmal orientieren.

Und wie soll das funktionieren?

Die Zauberbegriffe hierfür heißen Kommunikation und Visualisierung.

Und genau das sind die Schwerpunkte in Modul 1. Erfahren Sie, welche Kraft Bilder entwickeln können und wie visuelles Denken zu gemeinsamem Verständnis und Transparenz führt. Erleben Sie, wie sie Gruppen mit visuellen Techniken führen, leiten und begeistern können.

Uns geht es dabei vor allem um die Anwendung.

Unsere Leidenschaft für dieses Thema bleibt Lesern hier im Blog nicht verborgen und so entstand auch unser Reiseführer in die Welt der Business Visualisierung (Amazon):

Den gibt es übrigens auch als kostenloses Hörbuch.

Als „Überzeugungstäter“ versuchen wir diese Themen nicht nur in unseren Kundenprojekten anzuwenden, sondern teilen unser Wissen und unsere Erfahrung hier, im Buch oder in unseren LinkedIn Learning Videotrainings und vor allem auch in der Facilitation Masterclass.

Neugierig geworden? Zu mehr Details und zur Anmeldung geht es hier.

#545 Ziele sind altbacken

Stefan List  setzt sich passend zum neuen Jahr kritisch mit dem Thema Ziele auseinander.

Der Begriff Ziele klingt heutezutage mitunter etwas altbacken und wird sicher oft überstrapaziert. Zielvereinbarungsprozesse in Unternehmen sind häufig zu formalen Pflichtaufgaben verkommen, die nur proforma bedient werden.

Die Auseinandersetzung mit Zielen hat aber vor allem auch  mit Werten und Orientierung zu tun.

Und wir dürfen im Umgang mit Zielen auch nicht den gesunden Menschenverstand vergessen. Wir sollten Ziele nicht sklavisch verfolgen und uns und unsere Ziele regelmäßig hinterfragen.



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