Pläne sind Hypothesen – Wie Zielarbeit unter Unsicherheit lernfähig wird (6/11)
Im vorherigen Beitrag ging es um Planung. Pläne helfen uns, Ziele in konkrete Schritte zu übersetzen, Ressourcen zu koordinieren und Abhängigkeiten sichtbar zu machen. Das gilt für Projekte ebenso wie für persönliche Vorhaben.
Wer regelmäßiger schreiben, sich beruflich verändern oder mehr Zeit für wichtige Beziehungen gewinnen will, braucht ebenfalls eine Vorstellung davon, wie dies gelingen könnte. Im Plan werden aus Zielen Termine, Routinen, Entscheidungen und nächste Schritte.
Doch jeder Plan beruht auf Annahmen über eine Zukunft, die wir noch nicht kennen.
Je größer die Unsicherheit, desto weniger ist ein Plan eine verlässliche Vorhersage. Er beschreibt dann nicht, was geschehen wird, sondern was wir gegenwärtig für einen geeigneten Weg zum Ziel halten.
Ein Plan ist keine Vorschau auf die Zukunft. Er ist eine begründete Hypothese darüber, wie wir ein Ziel erreichen können.
Diese Unterscheidung verändert die Zielarbeit. Abweichungen erscheinen nicht mehr ausschließlich als Störungen, die beseitigt werden müssen. Sie können Informationen darüber liefern, welche Annahmen richtig waren, welche sich nicht bestätigt haben und was wir verändern müssen.
Pläne enthalten mehr Annahmen, als wir sehen
Ein Projektplan enthält Arbeitspakete, Termine, Verantwortlichkeiten und Meilensteine. Auch ein persönlicher Plan kann sehr konkret wirken:
Jeden Morgen stehe ich eine Stunde früher auf und schreibe an meinem Buch.
Hinter dieser einfachen Festlegung stehen zahlreiche Annahmen:
- Ich kann und will dauerhaft früher aufstehen.
- Morgens bin ich konzentriert genug zum Schreiben.
- Die zusätzliche Zeit wird nicht von anderen Aufgaben beansprucht.
- Eine tägliche Routine passt besser zu mir als längere Schreibblöcke.
- Mehr Schreibzeit führt tatsächlich zu sichtbarem Fortschritt.
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