#292 Der Plan ist tot. Es lebe die Planung!

Christian Henner-Fehr hat im Mission Paradox-Blog einen Beitrag zum Thema Planung ausgegraben und fasst noch besser als im Original zusammen:

„…es geht um das Nachdenken an sich und gar nicht so sehr um das Ergebnis des Nachdenkprozesses.“

Wir wissen alle, dass fast jeder Plan sich zumindest in Detailausprägungen als falsch erweisen wird, aber darauf kommt es gar nicht an. Digitales Denken (richtig/falsch) sind hier die falschen Kategorien. Viel mehr ist es wichtig sich mit dem Gegenstand und der Komplexität des Gegenstandes auseinanderzusetzen. Die Planung ist also weit wichtiger als der Plan. Der Plan ist zwar Output der Planung, aber eben nicht das einzige Ergebnis! Auf dem Weg dahin liegen viele Erkenntnisse über Gegenstand, Umfeld und Vorgehen verborgen, die mitunter noch weit wertvoller sein können, als der Plan an sich.

#291 KANBAN

Neuerdings häufen sich untern den Anhängern von agilen Methoden Posts über Kanban. So widmen sich z.B. Pawel Brodzinski und Henrik Kniberg dem Thema.

Kanban kommt eigentlich aus der Produktionssteuerung und beruht im Wesentlichen auf dem Pull-Prinzip. Statt einer zentralen Steuerung (also übertragen einer zentralen Planvorgabe), wird dezentral ja nach aktuellem Bedarf (also situationspezifisch je Sprint) Material (also Input/Requirements/Zulieferungen) abgerufen.

Auch über Lean Management findet man gelegentlich ähnliche Übertragungen auf das Projektmanagement.

Die guten alten Management-Methoden finden also im Projektmanagement und der Softwareentwicklung ein erfolgreiches Recycling.

#290 GTD & Mindmaps

Sowohl über David Allens  GTD (Getting things done) als auch über Mindmaps wurde hier schon berichtet. Im MindjetBlog zeigt Michael Deutch wie man Mindmaps bei der Umsetzung von GTD nutzen kann.

Ich selber führe z.B. das, was David Allen seine Project List nennen würde, als Portfolio in einem Mindmap. Die Hauptäste spiegeln Phasen wieder: Ideen, In Vorbereitung, In Arbeit, Nachbereitung, Erledigt. Darunter kommen die einzelnen Projekte, manchmal sogar noch mit weiteren Ästen untergliedert. Mit Farben werden die Projekte kategorisiert und Fahnen visualisieren den aktuellen Status eines Themas. Während ihres „Lifecylces“ wandern die Projekte dann per Drag-and-Drop durch die Phasen.

#289 Microsoft Project 2010

Das Projektmagazin (Abodienst) fasst in seiner neuen Ausgabe die Neuerungen von Microsoft Project 2010 zusammen:

  • Ribbons (bekann aus Office 2007) erhalten jetzt auch Einzug in Project
  • Planungmodus: Haben wir nicht alle schon einmal mit der automatischen Terminaktualisierung von Project gekämpft. Mit unabsehbaren Kettenreaktionen… Im Planungsmodus kann man jetzt auf manuell umschalten…
  • Tasks kann man nun auch deaktivieren (statt sie gleich hart zu löschen)
  • Weiter tut sich noch was in der Ressourcenplanung, z.B. um kurzfristige Spitzen zuzulassen
  • Aus den Vorgangstreibern wird der Vorgangsinspektor
  • Weitere Verbesserungen gibt es im Reporting, im Projektvergleich und in der Bedienung

#288 Schulz von Thun

Sie kennen Friedemann Schulz von Thun nicht? Das glaube ich nicht! Wahrscheinlich kennen Sie seine Bücher über Kommunikation und Psychologie(Amazon) Und wenn nicht seine Bücher, dann zumindest die Kommunikationsmodelle hieraus. Zamyat M. Klein und Stephan List haben jetzt seine Abschiedsvorlesung ausgegraben. Einen Link, den ich nicht vorenthalten möchte.

#287 Quote: Conventional Project Management

Conventional project management practices, which originated in the 1950s using mathematical models and structured planning approaches, assume a stable and predictable environment. Conventional project management works well and should be used for predictable, repeatable projects; however, this approach has proven to be no match for chaotic 21st century projects.

aus:

Kathleen B. Hass (Amazon)
Managing Complex Projects: A New Model
Management Concepts, Vienna (USA) 2009
ISBN-10: 1567262333
IBSN-13: 978-1567262339

S. 32

#286 Gelesen: Managing Complex Projects

Auch Kathleen Hass folgt einer systemorientierten Sichtweise von Projekten. Sie spricht von „complex adaptive systems“ und entwickelt in ihrem Buch ein eigenes Project Complexity Modell.

Mit der systemorientierten Sichtweise und dem Fokus auf die Komplexität trifft sie bei mir einen Nerv, dem ich nur zu gerne folge.

In ihrem Project Complexity Modell unterscheidet sie dann independet, moderately complex und highly complex projects. Mit ihrem Versuch diese Kategorien messbar zu machen und zu quantifizieren macht sie sich natürlich beliebig angreifbar. Der Versuch ist ehrbar, vermessen und muss natürlich scheitern. Nimmt man aber die Quantifizierung und konkrete Ausprägung nicht ganz so wichtig, sondern würdigt mehr die dahinterstehende Idee, so bleibt das Buch absolut lesenswert. Es handelt sich ja auch nicht um ein Lehrbuch, sonder um einen fundierten Diskussionsbeitrag, der zur weiteren Reflexion anregt.

In der zweiten Hälfte des Buches setzt sie sich dann dezidiert mit den möglichen Komplexitätsquellen in Projekten auseinander. Als solche werden genannt und ausführlich behandelt:

  • large, long duration projects
  • large, disperse, culturally diverse project teams
  • highly innovative, urgent projects wth agressive scopes and schedules
  • complexities caused by ambigious business problems, oppotunities, and solutions
  • poorly understood, volatile requirements
  • highly visible strategic projects, which are often politically sensitive
  • large scale change initiatives
  • projects with significant dependencies and external constraints
  • IT complexity

Kathleen B. Hass
Managing Complex Projects: A New Model,
Management Concepts, Vienna (USA) 2009
ISBN-10: 1567262333
IBSN-13: 978-1567262339

(Amazon Affiliate Link)

#285 Compliance bei Cloud Computing, Outsourcing & Offshoring

Ein Beitrag von Oliver Häussler im CIO-Magazin setzt sich mit den Compliance-Anforderungen beim Cloud Computing auseinander. Als relevante Aspekte werden insbesondere der Schutz von personenbezogenen Daten (Datenschutz) ebenso wie den Geheimnisschutz, also die Sicherung von Unternehmensinformationen, sowie die Verfügbarkeit und Sicherheit der Systeme und Anwendungen, genannt.

Die gleichen Aspekte sind natürlich auch bei den Themen Outsourcing & Offshoring relevant, auch wenn der Artikel hier nicht näher darauf eingeht. Bei diesen beiden Themen kommen aber noch weitere Prüfaspekte hinzu: Beim Outsourcing das Thema Datenverarbeitung durch Dritte und beim Offshoring die Außenhandelsproblematik. Hat ein Administrator im Ausland Zugang zu den Daten auf einem System, so ist dies als Datenexport zu interpretieren – mit allen Konsequenzen des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und der relevanten Verordnungen.  Das kann schizophrenerweise sogar dazu führen das im reinen Binnenhandel Ausfuhrgenehmigungen erforderlich sind, wenn der Server im Ausland steht oder aus dem Ausland administriert wird. Worst Case ist die Verlagerung nicht einmal genehmigungsfähig.

#284 Einstellung und/statt Web 2.0

Eberhard Huber bringt es mal wieder auf den Punkt: Bei allem Hype um das Web 2.0 und Social Software wird das Wesentliche leicht vergessen – entscheidend sind Einstellung und Verhalten, weit danach kommt erst der Tooleinsatz bzw. die Toolunterstützung oder mit einer alten Binsenweisheit ausgedrückt: „A fool with a tool is still a fool.“

#283 Projekttagebuch selbstgemacht

Die einfachste Form eines Projekttagebuchs oder Logbuchs lässt sich mit Windows-Bordmitteln erstellen. Erstellen Sie mit dem Notepad einfach eine neue txt-Datei. Dann tragen Sie in die allererste Zeile folgendes ein:

.LOG

Speichern und schließen sie die Datei (z.B. auf ihrem Desktop, damit sie sie immer schnell zur Hand haben). Beim nächsten Öffnen der Datei ergänzt der Notepad automatisch die akutelle Uhrzeit und das Datum:

.LOG
20:03 09.11.2009

Und nicht nur beim nächsten Mal, sondern immer wenn Sie die Datei neu öffnen:

.LOG
20:03 09.11.2009
Eintrag 1: Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit. Phasellus mollis ornare est sodales tempor. Nam quis iaculis nisi. Donec gravida, nunc tristique vestibulum porttitor, risus urna cursus mauris, non laoreet est urna vitae eros. Lorem ipsum dolor sit amet, consectetur adipiscing elit.

20:06 10.11.2009
Eintrag 2: …

Zugegebenermaßen nicht gerade komfortabel, aber als schnelle quick&dirty-Lösung durchaus ok.



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