Methodenübersicht bei der Table of Elements
Ein Highlight der neuen Homepage der Table of Elements ist die Methodenübersicht. Nicht alle Infos aus Buch oder App aber mehr als ein Vorgeschmack: https://www.table-of-elements.io/de/methoden/
Ein Highlight der neuen Homepage der Table of Elements ist die Methodenübersicht. Nicht alle Infos aus Buch oder App aber mehr als ein Vorgeschmack: https://www.table-of-elements.io/de/methoden/
Ich hatte gerade einen interessanten Dialog mit der KI (ChatGPT). Die alte Ausgabe des PMBOK (V. 7 ) habe ich hier schon besprochen. Damit verbunden war eine klare Kontextorientierung, die bisherige Prozessorientierung wurde nicht aufgegeben, aber wanderte in die Anhänge.
Mit der 8. Version kommt ein verzweifelter Rollback.
Aber zu meinem Dialog mit der KI:
ICH: Böse interpretiert würde ich das als ein feiges Zurückrudern einordnen. Die theoretisch/generische Prozessorientierung kommt zurück in den Fokus und weicht den kontextspezifischen Ansatz aus der Vorversion auf. Wie siehst du das?
ChatGPT: Okay. Deine Lesart ist gut begründbar. Ich würde sie nur etwas präzisieren: PMBOK 8 ist weniger ein vollständiges Zurückrudern als ein politisch und kommerziell motivierter Kompromiss, der den konzeptionellen Mut von PMBOK 7 deutlich abschwächt.
PMBOK 7 hatte eine starke, wenn auch unbequeme Botschaft:
Professionelles Projektmanagement lässt sich nicht durch einen universellen Katalog von Prozessen beschreiben. Es muss aus Prinzipien, Kontext, gewünschter Wirkung und situativen Entscheidungen heraus gestaltet werden.
[…]
ICH: Also weil die Zielgruppe zu „blöd“ ist ein zurückrudern, um mehr Akzeptanz zu finden?
ChatGPT: Okay. Zugespitzt: Ja – PMI traut seiner eigenen Zielgruppe offenbar nicht zu, mit einem konsequent kontextorientierten Standard produktiv zu arbeiten. „Zu blöd“ trifft es trotzdem nicht ganz.
Das Problem liegt auf drei Ebenen:
Das PMI-Geschäftsmodell braucht vermittelbare Inhalte.
Zertifizierungsprüfungen, Schulungen und Lehrmaterial funktionieren besser mit benennbaren Domains, Prozessen und Zuordnungen als mit situativer Urteilskompetenz. Kontextkompetenz lässt sich schlechter standardisieren und prüfen.
Viele Anwender wollen Eindeutigkeit.
Prinzipien und Kontextentscheidungen verlangen Urteilskraft. Prozessmodelle liefern scheinbar klare Antworten: Was kommt wann, wer macht es, welches Artefakt entsteht? Das vermittelt Sicherheit, selbst wenn sie fachlich trügerisch ist.
Organisationen wollen Standardisierung.
PMOs, Beratungen und große Unternehmen brauchen Prozesse, Rollenmodelle, Templates, Audits und Toolkonfigurationen. Ein Standard, der im Kern sagt „Es kommt darauf an“, lässt sich schwer operationalisieren und kontrollieren.
[…]
PMI reagiert darauf, dass ein erheblicher Teil seines Marktes verbindliche Orientierung mit konkreten Prozessen verwechselt – und bedient dieses Bedürfnis, statt die notwendige Kontext- und Urteilskompetenz weiterzuentwickeln.
[…]
Noch schärfer formuliert: Nicht die Zielgruppe ist zu blöd. PMI behandelt sie wie eine Zielgruppe, der man keine anspruchsvolle professionelle Urteilsbildung zumuten kann – möglicherweise, weil sich regelorientierte Sicherheit besser verkauft als reflektierte Unsicherheit.
P.S. noch als kleiner Anhang, die Gegenüberstellung von V. 7 und V. 8
| PMBOK-7-Prinzip | Behandlung in PMBOK 8 |
|---|---|
| Stewardship | vor allem „Be an Accountable Leader“ und Governance |
| Team | „Build an Empowered Culture“ und Resources Domain |
| Stakeholder | Stakeholders Domain |
| Wert | „Focus on Value“ und Governance Domain |
| Systemdenken | „Adopt a Holistic View“ |
| Leadership | „Be an Accountable Leader“ |
| Tailoring | eigenes Tailoring-Kapitel und Tailoring je Domain |
| Qualität | „Embed Quality …“, Scope und Governance |
| Komplexität | ganzheitliche Sicht, Risiko und Tailoring |
| Risiken | Risk Domain |
| Anpassungsfähigkeit und Resilienz | Tailoring, Risk Domain und Entwicklungsansätze |
| Veränderung | Wertorientierung, Stakeholder und Governance |
| Nachhaltigkeit | erstmals eigenes, ausdrückliches Prinzip |
Die neue Homepage der Table of Elements ist live.
Highlight sind die Detailseiten zu den einzelnen Elementen. Die detaillierten Schritt für Schritt Anleitungen und mehr Informationen gibt es darüber hinaus in der iOS App PM Elements und in unserem Buch (englische Version in Vorbereitung).
Im Rahmen der Überarbeitung haben wir unseren Poster-Shop geschlossen. Alternativ steht dafür der neue Download-Bereich bereit: Unser Periodensystem gibt es jetzt kostenlos als PDF-Download – in Englisch und Deutsch.
Und noch ein Zuckerl gibt es on Top: Neben dem Methodensystem steht auch ein Projekt Canvas bereit zum Download. Aber dazu demnächst noch mehr.
Für die Table of Elements haben wir eine Reihe von Marketing Grafiken, die wir vor allem auf unserem LinkedIn-Kanal nutzen mit ChatGPT generiert. Gerade bei den zuletzt generierten Grafiken zeigt sich die Entwicklung der KI in diesem Bereich: Die Treffsicherheit bei der Umsetzung der Prompts ist höher, die Grafiken sind viel „fein-granularer“, was ein kleines bisschen doof ist, weil die neue Generation jetzt optisch schon ein bisschen anders aussieht als die ersten Grafiken, obwohl alles im gleichen Projekt läuft und eigentlich die Anschlussfähigkeit klar sein sollte.
Während ich bei der alten Bildgenerierung damit kämpfen musste, dass ich immer älter und älter wurde, während mein Kollege Botta immer jugendlich jung dargestellt wurde, profitieren wir jetzt wenigstens beide vom digitalen Jungbrunnen.
Letztes Jahr erschien im Human Resources Manager ein Beitrag von Bernhard zu den Dos and Don´ts im Projektmanagement. Noch pointierter als dort: hier die KI-Zusammenfassung als Comic.
Drüben auf LinkedIn bin ich über Oliver Gabor und sein Workshop Follow-Up Framework gestolpert. Es ist ganz offensichtlich wieviel mögliche Ergebnisse wir verschenken, weil wir das, was wir mühsam z.B. in einem Workshop erarbeitet haben, nicht konsequent weiterverfolgen. Konsequenz und Nachhaltigkeit sind die Schlüsselworte.
Der gute Oliver hat nun eine Anleitung dazu inkl. Werkzeuge in ein 7 Schritte Framework gepackt:
Der Team-Scan ist ein Online-Fragebogen, der Team-Stärken und Schwächen in den Dimensionen Selbstverpflichtung, Konfliktbereitschaft, Offenheit, Verantwortlichkeit und Zielorientierung analysiert.
Umsetzungs-Navigatoren sind „Kümmerer“, die sich zu einem Thema committen und Verantwortung übernehmen.
Das Navigator-Meeting ist ein geplantes, regelmäßiges Event zur Nachverfolgung.
Dabei kommt der Navigator Canvas als Artefakt zum Einsatz. Nachdem meine Vorliebe für Canvas-Modelle bekannt ist (ich sage nur Business Visualisierung), gibt es von mir hier nur einen Daumen hoch.
Zentrale Fragen im Canvas zu jedem Thema sind:
Nachdem das regelmäßige Meeting schon versucht für Nachhaltigkeit zu sorgen wird im Canvas versucht die anstehende Arbeit in konkrete nächste Schritte herunterzubrechen.
Die weiteren Schritte sollen schließlich bis zum Übergang in den Normalbetrieb führen.
Natürlich kann man Zielorientierung, Konsequenz und Nachhaltigkeit auch mit anderen Mitteln erreichen. Nur bleiben im Alltag diese oft auf der Strecke und Olivers Framework ist der Versuch deren Umsetzung zu operationalisieren – ganz ähnlich wie das Scrum-Framework versucht Projektarbeit mittels Events und Artefakten zu operationalisieren. Eine begrüßenswerte Herangehensweise. Nicht die einzige. Vielleicht gibt es auch bessere, aber es ist eine gezielte Vorgehensweise um die Nachhaltigkeit sicherzustellen.
Und zu guter Letzt bleibt noch festzuhalten, das Zielorientierung, Konsequenz und Nachhaltigkeit nicht nur in/nach Workshops erstrebenswert sind, sondern auch in vielen anderen Arbeitsformen, aber Olivers Vorschlag ist ein inspirierender Versuch, der sich in Teilen bestimmt auch auf andere Gebiete anwenden lässt.
Kleiner Nachtrag: Hier noch die Links zu Olivers Homepage und dem Download des Frameworks.
Wünsche allseits frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!
Auf der Table haben wir bis Ende Januar noch eine Weihnachtsaktion:
Vielleicht ein Geschenk für dich?
Oder für jemanden, mit dem du 2025 Projekte besser machen willst.
Jüngst hat es wieder jemand gesagt. Ein lieber Kollege, den ich sehr schätze.
Das Beste aus beiden Welten ist ein Satz, der mich (negativ) triggert. Natürlich kann man gelbe und rote Bauklötzchen miteinander mischen, aber es geht nicht darum die schönsten gelben und die schönsten roten Klötze zu verwenden, sondern die Steine aus beiden Farben, die dir für dein (Bau-)Projekt am meisten helfen. Die schönsten Steine nutzen dir nichts, wenn du damit nicht dein Haus, deine Brücke oder, was auch immer dein Ziel ist, bauen kannst.
Im Ergebnis ist eine Kombination auch ok, aber eine Kombination ist per se kein Ansatz. Ich bin ein ganz großer Fan von siutativen Ansätzen und es wird dabei häufig auch passieren, dass das Vorgehen hybrid ausfällt, aber das ist Ergebnis und nicht Programm.
Schon wieder eine Woche her, aber meine Freundin sagt, man soll „nachfühlen“, also fühle ich nach über die PVM 2025 in Hameln und lasse kurz meinen Besuch Revue passieren, stichwortartig die von mir besuchten Sessions und meine persönlichen Highlights:
Vorabend-Event in der Osteria Il Capriccio Italiano
Leadership für AI Agents – Wer führt die künstliche Intelligenz (Dr. Jan Wehinger)
Von Anfang an mit KI – Kokulan Thabalan und Axel Kalenborn
Post-Agilität – Sarah Brandt und Sven Theobald
Kompaktbriefing: Künstliche Intelligenz im PM – Axel Kalenborn
Zwischen Buzzword und Businessnutzen – André von Zobelitz und Lukas Zärtner
Keynote: Erfolg ist kein Zufall, Erfolg ist eine Haltung – Kathrin Boron (Wikipedia)
Stadtführung: der Verführte Verführer
Konferenzdinner
Frühstück im Hotel mit Marco Kuhrmann, auch wenn ich seine Session verpasse, philosophieren wir zwischen Audi TT und Politik
Praxisbericht: Agilität im Alltag der Atruvia – Christian Zender und Jens Zimmermann
Digital Kompetenz im Projektmanagement – Jessica Nagel
Die Table of Elements als Wegweiser im post-agilen Projektalltag – mein eigener Beitrag
Linderung von technischen Schulden in Startups – Jil Klünder
Resiliente Verwaltung – Rebecca Borges (ich hoffe, ich habe den richtigen Nachnamen erwischt)
Daneben noch viele alte und neue Bekannte getroffen, z.B. Alexander Volland (wir kennen uns in der Tat aus Wikipedia und das schon seit Ewigkeiten), Oliver Linssen, Karin Wenzel, Michaela Hildt-Miowitz, Claus Hüsselmann, Martin Bertram, Martin Engstler, Eckhart Hanser, Tim Eichenberg, Michael Städler und viele mehr.
Und mehr Infos zur Table gibt es auf unserer Homepage, auf LinkedIn, im Buch „Das Methodensystem für Projekte“ (Amazon) oder in Apples Appstore in Form unsererer App „PM Elements„.
Auf LinkedIn Learning gibt zur Table noch die Reihe: „Projektmanagement Methoden: Jede Woche neu„