#583 Von Steve lernen…

Ich lese gerade Steve Jobs Biographie und fühle mich bei der Beschreibung von Jobs Reality Distortion Field (RDF) an die Diskussion über Großprojekte erinnert. Was im Apple Jargon ironisch als RDF bezeichnet wurde, war ein Wesenszug Jobs dem mitunter eine Wahrnehmungsverzerrung unterstellt wurde, in der er nur mehr eine – nämlich seine eigene – „Realität“ wahrnahm und nichts darüber hinaus gelten ließ. Völlig unrealistische Kosten- und Terminaussagen werden einem Visionär wie Jobs aber offenbar verziehen. Und solche gibt es auch in der Apple Historie zuhauf.

Leider besitzen auch viele (Groß-)Projekte eine Art Reality Distortion Field. Und dennoch machen wir es uns bei der Kritik an Großprojekten zu einfach: Der BER von heute hat (fast) nichts mit dem ursprünglich geplanten BER gemein. Umso schwieriger und unsinniger ist ein Vergleich von Termin und Kosten. Das befreit die Politik nicht von ihrer Verantwortung. Auch Wowi & Co müssen sich für ihr persönliches Reality Distortion Field rechtfertigen, aber das ist eine andere Geschichte.


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Ein Kommentar zu “#583 Von Steve lernen…”

  1. Tim
    10. November 2013 um 16:09

    Was mir bei der ganzen berechtigten Kritik an den Problemen mit dem Berliner Flughafen oft etwas zu kurz kommt ist eben der Punkt, dass solch ein Projekt eine solche Größe hat, dass es eben nicht trivial ist, es zu managen. Allein aus wirtschaftlichen Gründen können so riesige Projekte gar nicht so oft stattfinden, dass einzelne Firmen wirklich entsprechendes Know-how aufbauen können, um so etwas reibungslos über die Bühne zu bringen. Natürlich hängt auch immer alles voneinander ab, sodass Verzögerungen an einzelnen Stellen das ganze Projekt verzögern.

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