Wenn die Kennzahl zum Ziel wird (7/x)

Wie Messung Fortschritt sichtbar macht – und unser Handeln verfälschen kann

Im vorherigen Beitrag haben wir Pläne als Hypothesen beschrieben. Ein Plan formuliert einen vermuteten Weg zum Ziel. Durch Handeln, Beobachten und Auswerten prüfen wir, ob die zugrunde liegenden Annahmen tragen.

Damit stellt sich unmittelbar die nächste Frage:

Woran erkennen wir eigentlich, ob wir unserem Ziel näher kommen?

Bei manchen Vorhaben scheint die Antwort einfach. Wer zehn Kilometer laufen möchte, kann die zurückgelegte Strecke messen. Wer einen bestimmten Geldbetrag sparen will, kann den Kontostand prüfen. Wer ein Produkt bis zu einem festgelegten Termin liefern möchte, kann den Arbeitsstand mit dem Plan vergleichen.

Doch woran erkennen wir, ob sich die Zusammenarbeit in einem Team verbessert hat? Ob ein Training tatsächlich wirkt? Ob eine Organisation innovativer geworden ist? Ob wir gesünder, zufriedener oder selbstbestimmter leben?

Wir greifen dann auf beobachtbare Größen zurück, die für etwas stehen sollen, das sich nicht unmittelbar messen lässt. Aus Kundenzufriedenheit wird ein Befragungswert. Aus Zusammenarbeit wird die Zahl gemeinsamer Aktivitäten. Aus Gesundheit werden Laborwerte, Schritte oder ein Score auf der Smartwatch.

Solche Kennzahlen können hilfreich sein. Problematisch wird es, wenn wir vergessen, dass die Kennzahl nicht das Ziel selbst ist.

Eine Kennzahl bildet einen ausgewählten Aspekt der Wirklichkeit ab. Sie ist nicht die Wirklichkeit.

Ohne Rückmeldung keine Zielarbeit

Wer ein Ziel verfolgt, muss überprüfen, ob das eigene Handeln die erhoffte Wirkung erzeugt. Andernfalls können wir lange aktiv sein, ohne unserem Ziel näher zu kommen.


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