Mit der KI das Bürokratiemonster bezwingen

Bei all meiner Skepsis gegenüber dem Einsatz von KI im Projektmanagement habe ich dann doch einen Anwendungsfall für mich entdeckt: Die Bürokratiebefriedigung.

Zumindest im Konzernumfeld kennt das doch jeder. Da gibt es Applikationen, Checklisten & Formulare, die bedient werden müssen – egal ob Projektmanagement, Risikomangement oder bei anderen Fragestellungen. Mittlerweile natürlich alles digital.

All zu oft werden diese Frage-Antwort-Spielchen dann zum Selbstzweck und wir müssen uns Antworten aus den Fingern saugen, versuchen verzweifelt irgendwelche generischen Aussagen abzuleiten und umzubiegen, aber damit ist jetzt Schluss, dank der KI!

Also nicht dass es jetzt weniger unsinnige Tätigkeiten in der Welt gäbe, aber die KI hilft uns bei der kreativen Beantwortung, bei der Bürokratiebefriedigung oder der Bezwingung des Bürokratiemonsters.

Satya Nadella (Microsoft CEO) hat auf dem Weltwirtschaftsgipfel 2023 in Davos ganz in diesem Sinne über die Möglichkeiten von Chat-GPT & Co berichtet:

[…]  I saw was a rural Indian farmer trying to access some government program, so he just expressed a complex thought in speech in one of the local languages that got translated and interpreted by a bot, and a response came back saying go to a portal and here is how you’ll access the program, and he said look, I’m not going to the portal, I want you to do this for me, and it completed it, and the reason why it completed it was because they had a developer building it who had taken GPT and trained it over all of the government of India documents and then scaffolded it with speech recognition software,“ he said.

Satya Nadella (Microsoft CEO)

Aber jetzt ist auch wieder gut mit den KI Themen hier auf schlossBlog. Also nicht, dass KI künftig als Thema ausgeschlossen ist, aber diese kleine Reihe endet hier.

Anmerkung & Quellen:
Das Logo im Beitrag ist „geklaut“ in der englischen Wikipedia und wurde selbst von der KI (Dall-E) kreiert, mehr dazu auf der dazu gehörigen Wiki-Commons-Seite von Wikipedia (inkl. dem zugrundeliegenden Prompt).
Ein erster Beitrag zur KI auf schlossBlog findet sich hier: Jetzt auch noch KI…
Und dann ging es um Belastbarkeit & Grenzen und um Anwendungsfälle, bis hin zur kognitiven Dissonanz der KI.
Zuletzt haben wir dann rechtliche Aspekte beleuchtet, bevor wir uns dem Projektmanagement zugewendet haben.

Brandeins: Bürokratie & Verwaltung

Ebenfalls in Wolf Lotters Essay über Unabhängigkeit (brandeins 06/2019) findet sich eine sehr treffende Passage über Bürokratie und Verwaltung, die er mit einem Metapher über die Geschichte der Computer-Betriebssysteme einleitet: „ In der Urzeit des Computers gab es keine einheitlichen Betriebssysteme, was dazu führte, dass man meistens gut damit ausgelastet war, das System des Systems wegen aufrechtzuerhalten. Das ist die Grundlage jeder Bürokratie, also einer Herrschaftsform, die zum Selbstzweck geworden ist.

Bürokratie bleibt dabei nicht nur der (öffentlichen) Verwaltung vorbehalten, sondern ist auch in Unternehmen zu finden, „[dabei besteht die Aufgabe der Verwaltung eigentlich darin,] Freiraum für das Wesentliche zu schaffen, den Menschen. Das ist in Ämtern und Konzernen, bei Start-Ups und Betriebssystemen ganz ähnlich. Verwaltung und Markt sind damit ebenfalls kein Widerspruch.“



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