#231 Virales Marketing

Virales Marketing (auch Viralmarketing oder manchmal Virusmarketing, kurz VM) ist laut Wikipedia „eine Marketingform, die soziale Netzwerke und Medien nutzt, um mit einer meist ungewöhnlichen oder hintergründigen Nachricht auf eine Marke, Produkt oder Kampagne aufmerksam zu machen.“ Eine zentrale Rolle in solchen Kampagnen spielt häufig Youtube, wo sich entsprechende Inhalte passiv geniessen lassen.

Virales Marketing kann unterhaltsam sein, aber auch intelligent. Ein Beispiel für ersteres liefert der kanadische Sänger Dave Carroll, der mit seinen Beschwerde-Songs über den Service bei United Airlines einen riesigen Medienhype (hier: Spiegel online, Fox News,…) ausgelöst hat. Sein Video #1 hat Stand heute über 5 Millionen Besucher auf Youtube und Video #2 ist erst vor drei Tagen frisch gestartet. Für eine subtilere Variante stehen z.B. die vielen Clips von Peter Kruse von nextpractice, die derzeit in einigen Blogs die Runde machen. Kruses Statement sind mehr als interessant für alle diejenigen, die sich mit Dingen wie Selbstorganisation, Changemanagement oder Web 2.0 auseinandersetzen.

#230 Mal wieder SCRUM

Über SCRUM war hier schon öfters die Rede. Bei Henrik Kniberg finden sich aktuell zwei interessante Beiträge zu SCRUM (alle in Englisch). Zum Einen die Präsentation zu seiner SCRUM-Einführung auf der Agile 2009 in Chicago, zum Anderen seine SCRUM Checklist 2.0, „a simple tool to help you get started with Scrum, or assess your current implementation of Scrum“.

#229 Gelesen: Bea/Scheurer/Hesselmann

Projektmanamgement-Bücher gibt es wie Sand am Meer. Da muss es schon etwas Besonderes sein, dass eine Neuerscheinung hervorsticht und diese tut es.

Bea/Scheurer/Hesselmann schließen eine Lücke zur Betriebswirtschaft und zur Managementlehre und reihen sich trotzdem fließend in den Kanon der PM-Literatur ein. Nach einer Einführung (Teil1), folgt eine klassische Einführung in das Projektmanagement (Teil2) mit allem was dazu gehört. Mit dem Anspruch der Managementlehre wird das PM-Kontinuum aber weiter gespannt, so beschäftigt sich Teil3 mit dem Thema Management durch Projekte (also u.a. mit Multiprojektmanagement und Portfoliomanagement). Es werden aber auch ausführlich Unternehmensentwicklung durch Projekte und Wertsteigerung durch Projekte behandelt – und das betriebswirtschaftlich fundiert! Im abschließenden Teil4 wird die Vision des projektorientierten Unternehmens skizziert. Hier finden sich u.a. die kulturelle Dimension, Wissensmanagement, Kompetenzmanagement und Lernendes Unternehmen wieder.

Zu den Stärken des Buches zählt eindeutig die betriebswirtschaftliche Verankerung und die Integration in die betriebswirtschaftliche Literatur. Allein die Literaturhinweise bei Investitions- und Kostenrechnung oder bei der Einordnung in die Managementlehre sind eine echte Bereicherung. Abgesehen davon liest sich das Buch leicht verständlich und wird trotzdem dem komplexen Thema gerecht. Eine Schwäche des Buches liegt in dem Spagat der ganzen Reihe zwischen umfassender Abhandlung und Lehrbuch. Als universitäres Lehrbuch für Ökonomen verzichtet es mitunter auch auf die eine oder andere Literaturstelle, bzw. lässt etwas knapp davon kommen, was man schon erwartet hätte. So wird z.B. das PMBOK kurz im Abschnitt über Projektmanagement-Standards erwähnt, findet sich aber nicht einmal in der Literaturliste. Überhaupt hätte ich die eine oder andere PM-Literatur mehr erwartet, insbesonders internationale Autoren, wie Harold Kerzner oder Tom DeMarco. Die Auswahl erscheint hier etwas willkürlich. Auch agiles Projektmanagement findet keine Erwähnung. Alles in allem können diese Einschränkungen aber nicht den Mehrwert dieses Buches schmälern. Es ist eine echte Bereicherung für die PM-Literatur und vielleicht ein Anfangspunkt für eine umfassende betriebswirtschaftliche Behandlung des Projektmanagement. Absolut empfehlenswert!

Franz Xaver Bea, Steffen Scheurer, Sabine Hesselmann
Projektmanagement: Grundwissen der Ökonomik
UTB, Stuttgart; Auflage: 1. Aufl. 2008
ISBN-10: 3825223884
ISBN-13: 978-3825223885

Link zu Amazon

Eine weitere Rezension zu diesem Buch findet sich übrigens in Projektmanagement aktuell 1/2009.

#228 Lean Projects

Hal Macomber von Reforming Project Management philosophiert über Lean Projects und Lean Project Management. Über Lean Project Management war an dieser Stelle auch schon zu lesen. Hal attestiert am Beispiel Toyota eine interessante Entwicklung, die von einer Toolorientierung hin zu einer Orientierung am Menschen geht (erinnert schon fast ein bisschen an agile Philosophien):

Now they speak about the two pillars of continuous improvement and respect for people. It’s a shift from tools to tool users.

Und weiter:

Lean is a mindset. It’s not a set of practices.

Seine Schlußfolgerungen für das Projektmanagement fallen dann aber etwas dürftig in Eigenwerbung für das Last Planner® System aus. Nach der lesenswerten Einleitung hätte man sich etwas anderes als ein Planungssystem erwartet…

#227 Lessons Learned

Lessons Learned, Projektretrospektiven werden häufig zitiert, gelegentlich sogar umgesetzt (in agilen Projekten angeblich sogar regelmäßig), miunter werden sie pro forma abgewickelt und gelernt wird doch noch zu wenig.

Ron Rosenhead berichtet über den Psychologen Peter Honey (Original in Englisch), der darüber philosophiert, ob wir unsere Lektionen jemals wirklich lernen und darauf hinweist, wie wichtig es ist auch zu artikulieren, was wir gelernt haben. Angesicht der im Projektalltag oft traurigen Praxis (siehe Einleitung) fordert Rosehead dazu zu auf :

to build into projects a much stronger process to capture and share learning. […] No learning and the same mistakes will be made…… over and over again?

Passend zum Thema Lessons Learned hat Stefan Hagen das Agile Retrospective Resource Wiki ausgegraben. Das Wiki scheint noch im Aufbau, verspricht aber ein interessanter Methodenbaukasten zu werden.

#226 Selbstorganisation ist wie Kreisverkehr

Bas de Baar von Project Shrink zieht den Kreisverkehr, wie wir ihn von unseren Straßen her kennen, als treffende Metapher für die Selbstorganisation heran (Original in Englisch). Im Kreisverkehr regelt sich der Verkehr von alleine. Es braucht keinen Polizisten und statistisch gesehen passiert weit weniger und harmoloseres als an Ampelkreuzungen.  Die Metapher zeigt aber auch, dass Selbstorganisation nicht mit völliger Freiheit zu verwechseln ist. Auch im Kreisverkehr gibt es Regeln und auch der Kreisel muss erst gebaut und eingerichtet werden, erst dann kann die Selbstorganisation funktionieren.

#225 VisualPM: Hintergrund

Wie Visualisierungen funktionieren und wie unser Gehirn die Informationen verarbeitet erklärt Tom Wujec in einer TED-Präsentation:

Ausgegraben bei Xavier Quesada Allue.

#224 Defizite im Riskomanagement

Die Computerwoche zitiert eine Umfrage der Experton Group zum Einsatz von Risikomanagement in Unternehmen:

  • 62% der Befragten gaben an „punktuell“ Risikoanalysen einzusetzen – was auch immer punktuell im Einzelfall bedeuten mag .
  • Die meisten konzentrieren sich auf operative IT-Risiken.
  • Die Geschäftsverantwortlichen sind in der Regel außen vor.
  • An Sicherheitsbewußtsein fehlt es oft auch in der Geschäftsleitung.

#223 Productive!

Das productive-Magazine ist ein klassisches Magazin, das aber vor allem elektronisch erscheint und sich mit Themen der persönlichen Produktivität, also Selbstmanagement, Zeitmanagement, etc. beschäftigt. Eben ist die August Ausgabe erschienen (kostenloser Download). Natürlich findet man dort auch GTD (nämlich eine Besprechung von David Allens neuem Buch „Making it all work“ und einem amüsanten Cartoon „10 signs you are inthe GTD trap“.  Meine Favoriten darunter sind:

  • You keep your underwear in 43 folders.
  • You go to bed and think: „What´s the next action?“
  • You always drink your beer in two minutes.

Aber es gibt nicht nur David Allen, sondern auch ein Interview mit dem kanadischen Trainer Michael Bungay Stanier und mehr. Natürlich ist das ganze Heft auch Eingenwerbung für das Zeitmanagement-Tool Nozbe oder das neue Buch von Michael Bungay Stanier, aber die Werbung hält sich im Rahmen und die Inhalte bleiben interessant.

#222 VisualPM: Unvorstellbare Zahlen im Projektmanagement

Passend zu unserer losen Reihe mit Visualisierungastechniken im Projektmanagement: Auf Greenlight, dem Corporate Blog von Braintool findet sich jüngst ein Beitrag über die Darstellung und Visualisierung von großen Zahlen mit einem Link zu einem inspirenden Vortrag von Chris Jordan. Chris Jordan spricht nicht über Projekte, sondern über seine Arbeit als Fotograf in der er immer wieder versucht große Zahlen visuell darzustellen.

 

Sehr lesenswert hierzu auch ein sehr ausführlicher Beitrag auf Überzeugend Präsentieren, der ebenfalls den TED-Vortrag von Chris Jordan zitiert, aber auch noch weitere Beispiele enthält.



bernhardschloss.de