Archiv der Kategorie ‘Projektmanagement‘

 
 

#182 PMO: „Backoffice“

Als erste Variante des PMO wird hier ein  „Backoffice“ beschrieben. In den weiteren Beiträgen folgen „Portfoliomanagement“, „Verlängerter Arm“, und „Programmmanagement“.

Auftrag:

Das „Backoffice“ ist eine klassische Support-Funktion. Die Aufgaben reichen vom Sekretariat (Folienerstellung & Bürobedarf), über die Verwaltung, evtl. auch Beschaffung der Projektinfrastruktur bis hin zu einfachen PM-Aufgaben (z.B. der Verwaltung eine Projektkalenders, Zeiterfassung, einfache Auswertungen).

Zielgruppe:

Zielgruppe des „Backoffice“ ist primär die Projektleitung. Je nach Kapazität und Ausstattung können sich auch mehrere Projekte ein „Backoffice“ teilen und die Unterstützungsleistungen können auch auf Teilprojektleiter und Projektmitarbeiter ausgedehnt werden.

Organisation:

Das „Backoffice“ ist eine Stabsstelle der Projektkleitung, kann aber evtl. auch in der Linienorganisation verankert sein und von dort mehrere Projekte unterstützen.

Ausrichtung:

E – Entwickeln                     (0)
R – Regulieren                     (0)
F – Führen              *          (1)
A – Administrieren  *****  (5)

Eine Beschreibung der Dimensionen findet sich in Teil 2 dieser Artikelserie.

#181 PMO: Der Gestaltungsspielraum

Jolyon Hallows fasst Project Office Functions in drei Funktionsgruppen zusammen: Development, Support und Control. Ähnlich sollen hier im Folgenden vier Dimensionen unterschieden werden, anhand derer die in den weiteren Beiträgen beschriebenen Varianten eines Projektbüros (oder wie auch immer der Name ausfallen sollte) unterschieden und abgegrenzt werden können:

  • Entwickeln
    Weder Projektmanager noch PM-Standards fallen vom Himmel, sondern müssen rekrutiert oder entwickelt werden.
     
  • Regulieren
    Dies beinhaltet die Genehmigung, Überwachung und Freigabe von Projekten.
     
  • Agieren/Führen
    Die konkrete Umsetzung des PM und evtl. auch die fachliche Mitarbeit im Projekt. Das „Kümmern“ um das Erreichen des Projektziels. Dies kann neben klassischen PM-Aufgaben u.a. Moderation, Konfliktmanagement und Problemlösung beinhalten.
      
  • Administrieren
    Angefangen von Sekretariatsfunktionen bis in zur Verwaltung von Infrastruktur und Mitarbeitern.
     

Anhand dieser Dimensionen werden in den weiteren Beiträgen die folgenden vier prototypischen Varianten unterschieden:

  • „Backoffice“
  • „Portfoliomanagement“
  • „Verlängerter Arm“
  • „Programmmanagement“

Jede dieser Ausprägungen weist andere Schwerpunkte und Zielsetzungen auf und hat andere Zielgruppen im Visier. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Ausrichtung ist es durchaus möglich, das mehrere dieser Stellen parallel bestehen, was meist die Namensvielfalt und -verwirrung beflügelt. Darüber hinaus finden sich in der Praxis natürlich auch Mischformen und beliebige Abwandlungen.

#180 PMO: Das Project Management Office

Das Kind hat viele Namen: Projektbüro, Project Office, Project Management Office (PMO), Program Management Office (ebenfalls PMO), Program Office, Project Support Office, …

Was man darunter versteht ist auch wiederum uneinheitlich. In den Standardwerken, wie dem PMBOK, führt das PMO ein Schattendasein (in der 3rd edition des PMBOK ganze 2 Seiten). Klar hat es irgendetwas mit Projektmanagement zu tun, aber was, das fällt in der großen weiten Welt mitunter sehr unterschiedlich aus.

In einer kleinen Serie sollen daher kurz der Gestaltungsspielraum für ein PMO (Teil 2) aufgezeigt und dessen Ausprägungen anhand von 4 prototypischen Varianten (Teil 3-6) aufgezeigt werden.

Es gibt kein Patentrezept für ein PMO, denn die Anforderungen sind von Projekt zu Projekt, von Organisation zu Organisation sehr unterschiedlich. Kontext- und situationsspezifisch ist der richtige Ansatz zu wählen. Es macht einen gravierenden Unterschied, ob der Projektleiter ein reiner Fachexperte oder ein erfahrener Projektmanager ist. Nicht weniger unterschiedlich fallen die Anforderungen aus, wenn ein Unternehmen ein erstes Projekt startet oder bereits eine ausgeprägte Projektkultur vorhanden ist. Als dritter wesentlich Punkt ist auch die vorhandene Infrastruktur anzusehen: Kann ein Projekt auf eine bestehende Infrastruktur, angefangen von Räumen, Systemen bis hin zu Standards zurückgreifen oder startet ein Projekt auf der grünen Wiese.

Die weiteren Beiträge in dieser Reihe folgen in den nächsten Tagen.

#177 Best of PM-Blogs: Methoden

Patrick Fritz hat auf Jahooda eine Auswahl von Methoden-Tipps für das Projektmanagement aus den einschlägigen Blogs zusammengestellt.

#174 Projektbezogene Einsatzmittelplanung

Im Editorial der aktuellen Ausgabe von Projektmanagement aktuell, nimmt Heinz Schelle in bemerkenswerterweise Stellung zur projektbezogenen Einsatzmittelplanung:

„… Wie auf dem Gebiet der projektbezogenen Einsatzmittelplanung, wo man sich leider wieder auf  ‚dumme‘ Algorithmen besinnt, statt einzusehen, dass die auf Vorgängen und Arbeitspaketen basierende Planung ein Irrweg war, feiert Operations Research, meiner Meinung nach im Projektmanagement längst glorreich gescheitert, fröhliche Auferstehung. Geboten wird nicht, was das Projektmanagement braucht (Nachfrageorientierung), sondern was die Mathematik hergibt (Angebotsorientierung).“

#173 Meilensteine und Stage Gates

Andreas Heilwagen greift die Diskussion von Meilensteinen und Stage Gates von Glen Alleman auf, der stattdessen für die Verwendung von klar definierten Metriken für die Fertigstellung plädiert. Unter Hinweis auf den häufig vertraglichen Charakter von Meilensteinen und Stage Gates plädiert Andreas Heilwagen für die Nutzung solcher Metriken im Rahmen von Meilenstein- und Stage Gate-Konzepten.

Theoretisch kann ich dem voll und ganz zustimmen. Praktisch sieht es aber leider etwas anders aus, denn eigentlich erfordert das Reissen eines Meilensteins oder das Verpassen eines Stage Gates klare Konsequenzen, die im Projektalltag so häufig gar nicht gewünscht sind – von allen Beteiligten!! Wenn eine Testphase nur zu 80% abgeschlossen ist, der gewünschte GoLive-Termin aber verschoben werden müsste, werden sich i.d.R. Auftraggeber und Projektteam tief in die Augen schauen und eine Risikoabwägung vornehmen, die so in keinem Projektplan vorgesehen war. Es ist illusorisch anzunehmen, dass alle Unabwägbarkeiten eines Projekts in den vertraglichen Beziehungen eindeutig vorab geklärt werden können. Voraussetzung, dass solche AdHoc-Anpassungen nicht ein reines Hasardeurspiel werden, ist ein höchstes Mass an Transparenz und Vertrauen zwischen den Beteiligten. Vertragliche Regelungen und theoretische Konzepte können wieder einmal keine Projektkultur ersetzen, sondern setzen diese voraus.

#172 Scheitern von Projekten

Felix Rüssel von armerkater.de fasst einen Beitrag auf PMhut (Teil1, Teil2) über das Scheitern von Projekten zusammen, der 11 Symptome für das Scheitern von Projekten aufzählt.

Ja, selbstverständlich sind die üblichen Verdächtigen darunter und Felix schreibt:

Es ist für mich immer wieder erstaunlich wie sich bekannte Probleme immer wieder wiederholen.

So richtig solche Aufzählungen sein mögen, ich mag sie trotzdem nicht, weil die Symptome von den grundlegenden Krankeiten fehlende Projektkultur und mangelhafte Kommunikation ablenken. Zum Beispiel an einem Risikomanagement kann ich beliebig rumdoktern und mir ein Risikoinventar und Risk Assessments um die Ohren schlagen, wenn die Einstellung dahinter nicht stimmt, bleibt die Veranstaltung relativ sinnlos, dann geht es nur mehr um reine Absicherung und Schuldzuweisung, was noch kein Projekt zum Erfolg geführt hat.

#171 Übersetzungsprobleme

Übersetzungsprobleme sind zugegebenermaßen ein Lieblingsthema von mir. Aktuell wieder zu finden in einem Interview im CIO-Magazin mit Klaus Rausch (Ex-HypoVereinsbank-CIO, heute CTO beim Schweizer Dienstleister Avaloq) mit dem passenden Titel:

Wenn Anwender der IT das Programmieren erklären

Siehe auch:
#144 Übersetzungsprobleme: IT und Business
#131 IT versteht Business nicht

#170 PM-Zertifizierungen

Persönlich stehe ich mit Zertifizierungen (nicht nur im PM) auf dem Kriegsfuss. Die meisten Zertifizierungen driften ins formale ab und vernachläsigen die Praxis. Darüber hinaus hat man das Gefühl, dass weniger das hehre Wissen als das Geschäft mit der Zertifizierung und dann das Folgegeschäft mit der Rezertifizierung, usw. im Vordergrund steht. Ich bin durchaus ein Freund des lebenslangen Lernens, aber das hat mit Zertifizierungen wenig zu tun (zumindest habe ich ein solches Zertifikat noch nicht gefunden).

Bernd Oestereich zusammen mit Prof. Dr. Michael Gessler (GPM/IPMA) und Oliver F. Lehmann (PMI) setzen sich aktuell in einem Beitrag für ObjektSpektrum mit den PM-Zertifikaten auseinander. Die Kollegen sehen durchaus auch die Vorbehalte gegen die Zertifizierungen und führen sie in ihrem Artikel auch mit auf. Schwerpunktmäßig setzen sie sich mit den Zertifizierungen nach PMI und GPM/IPMA auseinander. Weitere Zertifizierungen und Standards werden zumindest kurz erwähnt. Beispielsweise PRINCE2 (dem britischen Standard), der vor allem daher im Kommen ist, da die OGC als Herausgeber auch den ITIL-Standard für das IT-Servicemanagement entwickelt hat und man vermehrt im IT-Umfeld deshalb immer wieder über PRINCE2 stolpert.

Wie sich die Inhalte der Standards, die sich hinter den Zertifizierungen verbergen, unterscheiden, hat bereits vor einer Weile Andreas Heilwagen zusammengefasst. Von ihm gibt es ganz aktuell auch Tipps für eine erfolgreiche PMP-Zertifizierung (PMI) als Podcast.

Nachtrag 22.05.2009: Und nochmal Andreas Heilwagen, der auf PMHut eine Lernhilfe für die PMP-Zertifizierung ausgegraben hat.

#168 Gute Moderation als Basis für den Projekterfolg

Passend zum Thema Kommunikation in Projekten hat auch Stefan Hagen einen interessanten Artikel von Ulrike Wikner auf perspektive-mittelstand.de ausgegraben. Sie befasst sich mit der Moderation und Vorbereitung von Meetings im Projekt. Kommunikation ist selbstverständlich noch viel mehr als das, was in Projektmeetings passiert, aber ein bisschen Disziplin hilft hier schon ein gutes Stück weiter und über die Bedeutung von Kommunikation habe ich mich bereits im letzten Beitrag ausgelassen.



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