Archiv der Kategorie ‘Projektmanagement‘

 
 

#232 Virales Marketing im Projektmanagement

Wir hatten hier schon heftige Diskussionen über den Einsatz von Microblogging im Projektmanagement (Teil1 und Teil2). Unter dem Blickwinkel des viralen Marketing kann ich mir hier durchaus auch Einsatzmöglichkeiten im Projektmanagement vorstellen. Microblogging ist gekennzeichnet durch den Push-Charakter seiner Mitteilungen (das passt zum Marketing!). Für Transparenz und Selbstorganisation spielt hingegen eine wichtige Rolle, dass eine Botschaft auch ankommt. Marketing-Konzepte nehmen hierbei Streuverluste in Kauf. Projekte können sich dies nicht leisten.

PS: Übrigens Peter Kruse twittert

#230 Mal wieder SCRUM

Über SCRUM war hier schon öfters die Rede. Bei Henrik Kniberg finden sich aktuell zwei interessante Beiträge zu SCRUM (alle in Englisch). Zum Einen die Präsentation zu seiner SCRUM-Einführung auf der Agile 2009 in Chicago, zum Anderen seine SCRUM Checklist 2.0, „a simple tool to help you get started with Scrum, or assess your current implementation of Scrum“.

#229 Gelesen: Bea/Scheurer/Hesselmann

Projektmanamgement-Bücher gibt es wie Sand am Meer. Da muss es schon etwas Besonderes sein, dass eine Neuerscheinung hervorsticht und diese tut es.

Bea/Scheurer/Hesselmann schließen eine Lücke zur Betriebswirtschaft und zur Managementlehre und reihen sich trotzdem fließend in den Kanon der PM-Literatur ein. Nach einer Einführung (Teil1), folgt eine klassische Einführung in das Projektmanagement (Teil2) mit allem was dazu gehört. Mit dem Anspruch der Managementlehre wird das PM-Kontinuum aber weiter gespannt, so beschäftigt sich Teil3 mit dem Thema Management durch Projekte (also u.a. mit Multiprojektmanagement und Portfoliomanagement). Es werden aber auch ausführlich Unternehmensentwicklung durch Projekte und Wertsteigerung durch Projekte behandelt – und das betriebswirtschaftlich fundiert! Im abschließenden Teil4 wird die Vision des projektorientierten Unternehmens skizziert. Hier finden sich u.a. die kulturelle Dimension, Wissensmanagement, Kompetenzmanagement und Lernendes Unternehmen wieder.

Zu den Stärken des Buches zählt eindeutig die betriebswirtschaftliche Verankerung und die Integration in die betriebswirtschaftliche Literatur. Allein die Literaturhinweise bei Investitions- und Kostenrechnung oder bei der Einordnung in die Managementlehre sind eine echte Bereicherung. Abgesehen davon liest sich das Buch leicht verständlich und wird trotzdem dem komplexen Thema gerecht. Eine Schwäche des Buches liegt in dem Spagat der ganzen Reihe zwischen umfassender Abhandlung und Lehrbuch. Als universitäres Lehrbuch für Ökonomen verzichtet es mitunter auch auf die eine oder andere Literaturstelle, bzw. lässt etwas knapp davon kommen, was man schon erwartet hätte. So wird z.B. das PMBOK kurz im Abschnitt über Projektmanagement-Standards erwähnt, findet sich aber nicht einmal in der Literaturliste. Überhaupt hätte ich die eine oder andere PM-Literatur mehr erwartet, insbesonders internationale Autoren, wie Harold Kerzner oder Tom DeMarco. Die Auswahl erscheint hier etwas willkürlich. Auch agiles Projektmanagement findet keine Erwähnung. Alles in allem können diese Einschränkungen aber nicht den Mehrwert dieses Buches schmälern. Es ist eine echte Bereicherung für die PM-Literatur und vielleicht ein Anfangspunkt für eine umfassende betriebswirtschaftliche Behandlung des Projektmanagement. Absolut empfehlenswert!

Franz Xaver Bea, Steffen Scheurer, Sabine Hesselmann
Projektmanagement: Grundwissen der Ökonomik
UTB, Stuttgart; Auflage: 1. Aufl. 2008
ISBN-10: 3825223884
ISBN-13: 978-3825223885

Link zu Amazon

Eine weitere Rezension zu diesem Buch findet sich übrigens in Projektmanagement aktuell 1/2009.

#228 Lean Projects

Hal Macomber von Reforming Project Management philosophiert über Lean Projects und Lean Project Management. Über Lean Project Management war an dieser Stelle auch schon zu lesen. Hal attestiert am Beispiel Toyota eine interessante Entwicklung, die von einer Toolorientierung hin zu einer Orientierung am Menschen geht (erinnert schon fast ein bisschen an agile Philosophien):

Now they speak about the two pillars of continuous improvement and respect for people. It’s a shift from tools to tool users.

Und weiter:

Lean is a mindset. It’s not a set of practices.

Seine Schlußfolgerungen für das Projektmanagement fallen dann aber etwas dürftig in Eigenwerbung für das Last Planner® System aus. Nach der lesenswerten Einleitung hätte man sich etwas anderes als ein Planungssystem erwartet…

#227 Lessons Learned

Lessons Learned, Projektretrospektiven werden häufig zitiert, gelegentlich sogar umgesetzt (in agilen Projekten angeblich sogar regelmäßig), miunter werden sie pro forma abgewickelt und gelernt wird doch noch zu wenig.

Ron Rosenhead berichtet über den Psychologen Peter Honey (Original in Englisch), der darüber philosophiert, ob wir unsere Lektionen jemals wirklich lernen und darauf hinweist, wie wichtig es ist auch zu artikulieren, was wir gelernt haben. Angesicht der im Projektalltag oft traurigen Praxis (siehe Einleitung) fordert Rosehead dazu zu auf :

to build into projects a much stronger process to capture and share learning. […] No learning and the same mistakes will be made…… over and over again?

Passend zum Thema Lessons Learned hat Stefan Hagen das Agile Retrospective Resource Wiki ausgegraben. Das Wiki scheint noch im Aufbau, verspricht aber ein interessanter Methodenbaukasten zu werden.

#226 Selbstorganisation ist wie Kreisverkehr

Bas de Baar von Project Shrink zieht den Kreisverkehr, wie wir ihn von unseren Straßen her kennen, als treffende Metapher für die Selbstorganisation heran (Original in Englisch). Im Kreisverkehr regelt sich der Verkehr von alleine. Es braucht keinen Polizisten und statistisch gesehen passiert weit weniger und harmoloseres als an Ampelkreuzungen.  Die Metapher zeigt aber auch, dass Selbstorganisation nicht mit völliger Freiheit zu verwechseln ist. Auch im Kreisverkehr gibt es Regeln und auch der Kreisel muss erst gebaut und eingerichtet werden, erst dann kann die Selbstorganisation funktionieren.

#222 VisualPM: Unvorstellbare Zahlen im Projektmanagement

Passend zu unserer losen Reihe mit Visualisierungastechniken im Projektmanagement: Auf Greenlight, dem Corporate Blog von Braintool findet sich jüngst ein Beitrag über die Darstellung und Visualisierung von großen Zahlen mit einem Link zu einem inspirenden Vortrag von Chris Jordan. Chris Jordan spricht nicht über Projekte, sondern über seine Arbeit als Fotograf in der er immer wieder versucht große Zahlen visuell darzustellen.

 

Sehr lesenswert hierzu auch ein sehr ausführlicher Beitrag auf Überzeugend Präsentieren, der ebenfalls den TED-Vortrag von Chris Jordan zitiert, aber auch noch weitere Beispiele enthält.

#221 VisualPM: Mind Mapping

Mind Mapping ist eine meine favorisierten Visualisierungstechniken – nicht nur im Projektmanagement.
Mind Maps sind nicht nur zum Brainstorming geeignet, sondern auch zur Einarbeitung in neue Themen, zur Erstellung von PSP/WBS, aber auch zur Moderation
Mind Maps funktionieren ohne technische Unterstützung, aber trotzdem bin ich eifriger Nutzer des Mindmanagers (wer ohne MS Office- und MS Project-Integration auskommt ist auch mit XMind hervorragend bedient).
Stefan List hat jüngst eine Übersicht über die Verwendung von Map-Markierungen im Mindmanager zu einer Artikel-Serie von Michael Deutch zusammengetragen.

#219 VisualPM

Visualisierungen können im Projektalltag weiterhelfen. Das gute alte GANTT-Chart ist nur ein Beispiel, Visualisierungstechniken können für Analyse, Planung, Dokumentation und Kommunikation zum Einsatz kommen.
Ein paar gelungene Beispiele für Visualisierungen von SCRUM zeigt uns Xavier Quesada Allue im Visual Management Blog.

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Quelle: Visual Management Blog

Die grafische Darstellungen entstammen aus der SCRUM-Methodik. Das Aufstellen einer solchen Pinwand mitten im Team hat aber vor allem auch gruppendynamische und teambildende Auswirkungen. Solche Darstellungen dürfen nicht zum Selbstzweck werden, der eine oder andere Projektcountdown zum Produktivstart wird schnell als reine Marketingmaßnahme entlarvt und verliert seine Wirkung (oder kehrt diese sogar noch um, wenn sich die Mitarbeiter nicht ernst genommen vorkommen). Die Gefahr besteht im Beispiel nicht, denn mit allem, was auf der Tafel zu sehen ist, wird in SCRUM auch gearbeitet.

#218 GANTT mit Excel 2007

Wie im vorangehenden Beitrag angekündigt, hier eine kurze Beschreibung zum Projektplan-Template:

  • Die Datei hat drei Reiter, zwei davon mit Planungstemplates, einer mit Hilfsdaten. Auf den Einsatz von Makros wurde bewusst verzichtet.
  • Aus den Angaben Projektbeginn (B2) und Projekteende (B3) in den Template-Reitern wird die Beschriftung der Datumsachse abgeleitet.
  • Der Zellbereich A5:G1005 ist in den beiden Templates als Tabelle definiert. und dient der Erfassung der Planungsdaten.
  • Im Reiter berechnete Dauer wird davon ausgegangenen, dass in der Tabelle Anfangs- und Enddatum zu jedem Vorgang erfasst werden. Die Berechnung der Dauer in Arbeitstagen (und nicht in Kalendertagen) erfolgt dann automatisch per Excel-Formel.
  • Im Reiter berechnetes Ende wird wiederum aus der Eingabe von Vorgangsdauer und Anfangstermin, das Endedatum ermittelt.
  • Für die Zuordnung der Verantwortlichen für einen Vorgang kommt die Namensliste aus dem Hilfsblatt (ebenfalls als Tabelle definiert) zum Einsatz. Mittels Gültigkeitsüberprüfung wird in den entsprechenden Eingabefeldern der Planungsreiter eine Dropdwonliste mit den Namen aus dem Hilfsblatt angezeigt.
  • Die Vorgangsbalken, sowie die graue Hinterlegung der Wochenenden (zur besseren Orientierung) erfolgt über bedingte Formatierungen. Excel 2007 ist im Gegensatz zu den Vorgängerversionen hier nicht auf drei Regeln beschränkt.


bernhardschloss.de