Archiv der Kategorie ‘Projektmanagement‘

 
 

#554 openPM-Canvas für BER

Auf openPM entsteht gerade ein Schema für ein Projekt-Canvas. Canvas sind ein populäres Konzept zur Visualisierung, bekannt geworden vor allem durch die Business Modell Canvas von Alex Osterwalder & Co.

Um die bisherigen Ergebnisse zu verproben habe ich mich an zwei Beispielen versucht – neben einer sehr einfachen Themenstellung („Besuch bei der Oma“) auch an einer möglichst komplexen: Dem Flughafen Berlin-Brandenburg BER. (Die beiden Beispiele finden sich in dem openPM-Artikel zur Entwicklung eines PM-Canvas.)

 

(Bildquellen: Wikipedia)

Vielleicht ist die Canvas einseitig – ich habe meine Informationen auch nur aus Web und Presse.
Vielleicht bin ich vorschnell einfachen Erklärungsmustern erlegen.
Aber anhand des Canvas lassen sich prima Geschichten erzählen:

Z.B. Die Geschichte von der Planung und den vielen Planungsänderungen, die das Planungsteam überfordert haben und Probleme wie beim Brandschutz zur Folge hatten. Als schnelle Lösungsstrategie hat man sich dann vom Planungsteam getrennt (und Know How verloren), aber die Planungsänderungen nicht hinterfragt, obwohl mittlerweile klar ist, dass selbst essentielle Parameter, wie die Größe hoffnungslos falsch angesetzt waren (ob vom Planungsteam oder vom Auftraggeber sei dahin gestellt)

Eine weitere Geschichte erzählt die Politik: Eine Stakeholder-Betrachtung offenbart schon die politische Dimension. Insbesondere im anstehenden Wahljahr. In der Politik spielt auch die Schuldfrage eine Rolle – statt sich auf die (technische) Problemlösung zu konzentrieren wird das Team ausgetauscht, so dass man jetzt nicht mal so genau weiß wo man steht (Status) und man möglicherweise einen Stillstand im Projekt verursacht hat.

Kosten, Timeline und Risiken offenbaren das Desaster. Neben den „normalen“ Projektrisiken in der Erreichung von Time-Quality-Budget, die bereits alle gerissen wurden, bestehen noch außerordentliche Risiken, die noch gar nicht absehbar sind:

  • Mögliche Schadensersatzklagen durch Partner wie den Airlines, Mietern, …
  • Die laufenden Prozesse zu den zulässigen Flugrouten
  • Das Finanzierungsrisisko aus dem EU-Wettbewerbsrecht: Staatliche Zahlungen müssen von der EU abgesegnet werden, da sie sonst als Subventionen in einem freien Markt interpretiert werden können.  Es reicht nicht, dass 2 Bundesländer und der Bund an dem Projekt beteiligt sind – auch die EU muss noch mitreden und nicht nur in der EU, sondern vielleicht auch in Deutschland, z.B. in Frankfurt oder München, sehen nicht alle nur wohlwollend auf den künftigen Konkurrenzflughafen.

#553 TurnaroundPM

Gestern zu einem spannenden Workshop mit TurnaroundPM in Frankfurt:

Neben dem TurnaroundPM-Kernteam waren noch Niklas Spitczok von Brisinski (Autor von Pragmatisches IT Projektmanagement (Amazon)) und Jörg Süggel (Leiter GPM Regionalgruppe Thein Ruhr) mit von der Partie. Ursprünglich gestartet mit der Frage, welches Minimum an PM-Werkzeugen in einem Projekt zum Einsatz kommen sollte, drehte sich die Diskussion hin zu den Essentials von Projektmanagement, die wider besserem Wissen mitunter doch nicht angewandt werden und aus einem Projekt ein Turnaround-Projekt machen.

Einige Splitter aus der Diskussion:

„Mit Methodik rettet man kein Projekt,“ … aber ohne gewisse Standards geht es auch nicht.

„Weg vom Fertigstellungsgrad, hin zum Restaufwand“

„Projektplan? Ja, aber…“ Jedes Projekt braucht eine High-Level-Timeline (im Sinne einer Roadmap, eines Phasenplans, etc.) und natürlich braucht es auch eine Detailplanung, diese reicht aber für den nächsten Sprint, die nächste Iteration, die nächsten 2 Wochen und kann rollierend, dezentral erfolgen. Die Ebene dazwischen oder einen detaillierten Gesamtprojektplan braucht es nicht!

Die Diskussion war mehr als anregend uns konstruktiv und die Ergebnisse fließen in das Buchprojekt von TurnaroundPM ein. Darüber hinaus hat sich gezeigt wie wechselseitig befruchtend diese Diskussion auf Augenhöhe verlief und dass wir uns auf jeden Fall weiter Vernetzen werden. Davon wird auch openPM profitieren. Nachdem auch die Vorlagen aus dem Buchprojekt TurnaroundPM unter Creative Commons-Lizenz stehen (z.B. der bereits verfügbare Project Square) haben sich hier die Richtigen gefunden und auch bei den anderen Teilnehmern konnte ich das Interesse an openPM wecken. So werden wahrscheinlich schon bald auch die Vorlagen aus Niklas PITPM in openPM verlinkt.

Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und auf TurnaroundPM als Buch!

#552 openPM-News

Es gibt Neuigkeiten zu vermelden von openPM:

Mit Bescheid vom 24.01.13 ist openPM ein eingetragener Verein mit VR 204632 im Vereinsregister München. Die Gemeinnützigkeit hatten wir uns ja schon vorab vom Finanzamt vorläufig bestätigen lassen. Ein Bankkonto gibt es auch schon. Nächste Hausaufgaben sind so profane Dinge wie Mitgliedsantrag vorbereiten, Buchhaltung aufsetzen, etc.

Kommenden Freitag darf ich openPM auf einem Workshop des Buchprojekts TurnaroundPM verteten. Ich bin gespannt und freue mich auf die Kooperation mit den Kollegen.

Inhaltlich geht die Arbeit natürlich auch weiter:

 

 

#550 Was können wir aus Großprojekten lernen?

Christian Vogel hat auf openPM eine Diskussion anlässlich der aktuellen BER-Geschichte gestartet.

Hallo Dummköpfe! Hallo Lügner!  – Diskutiert mit!

(Diese Anrede ist geklaut aus einem Google+ Post von Heiko Bartlog und bezieht sich auf einen Artikel des Planungsexperten Bent Flyvbjerg, der u.a. bei Spiegel online derzeit die Runde macht.)

Übrigens: Ich bin auch ein Lügner und Dummkopf!

#547 BER und der Managementkorrekturfaktor

Auf Spiegel online zitiert heute Alexander Demling den Planungsexperten Bent Flyvbjerg, der auch schon in der ZDF-Reportage „Fluchhafen“ herhalten musste und auf den auch im aktuellen Bestseller „Schnelles Denken, langsames Denken(Amazon) von Daniel Kahnemann (eine Rezension folgt) verwiesen wird. Plakativ heißt es da:

Die meisten Projektmanager sind Dummköpfe oder Lügner

Nicht ganz klar wird, ob das ein Flyvbjerg-Zitat sein soll. Ich bezweifle das, denn so plump ist mir Flyvbjerg nicht in Erinnerung. Auch die Wiedergabe von Flybjergs-These, dass man alle Schätzungen realistisch hochrechnen kann, wenn man eine Prognose mit einem statistischen Korrekturfaktor multipliziert, erscheint mir für den dänischen Planungsexperten, der in Oxford lehrt, zu trivial. Aus dem ZDF-Beitrag blieb mir von ihm hingegen in Erinnerung, dass Planungs- und Projektkompetenz für derartige Mega-Projekte sinnvollerweise national gebündelt werden sollten.


Den ganzen Beitrag lesen…

#546 Schuldige im Projektmanagement

Den mit Abstand interessantesten Kommentar zur neuerlichen Terminverschiebung des Berliner Flughafens (BER) habe ich bei Fritz B. Simon gefunden. In seinem Blog für den Carl-Auer-Verlag schreibt er:

Wenn nun solch ein Projekt – wie in Berlin – in Schwierigkeiten gerät, dann erhebt sich sofort die Frage: „Wer ist schuld?“ Und die Antwort scheint dann naheliegend: die Planer, die Bauleiter u.ä. Und die Konsequenz scheint klar: Rauswerfen. Doch, und das zeigt der Berliner Flughafen: Diese Lösung ist nicht sonderlich intelligent. Wenn man diejenigen, die für die Planung und Durchführung des Projektes entlässt (z.B. die Architekten), dann kommt das einer Gehirnamputation des Projektes gleich. Denn letztlich sind die Planer und Bauleiter (die „Schuldigen“ am Desaster) die einzigen, die den Überblick haben (können), was schief läuft und wo nachgebessert werden muss.

Und wie Recht er hat. Die Frage nach der Schuld ist schlichtweg irrelevant – weil rückwärtsorientiert – und verführt zu falschen Schlüssen. Statt nach der Schuld zu fragen, müsste man sich doch die Frage stellen, wie man am besten aus der verfahrenen Situation wieder heraus kommt und wen man dafür braucht.

Aber leider ist diese Rechtfertigungskultur heute sehr weit verbreitet und die Handlungsfähigkeit bleibt auf der Strecke.

#543 Meilenstein geschafft: openPM gemeinnützig!


Ein weiterer Meilenstein für openPM liegt hinter uns: Wie Marcus Raitner berichtet liegt jetzt der vorläufige Bescheid des Finanzamtes Erding vor, der openPM e.V. als gemeinnützig anerkennt.

#542 openPM für Kinder

Eines der Mitbringsel vom PM-Camp ist openPM für Kinder. Stimmt eigentlich so nicht, denn openPM für Kinder hatte ich auf dem Weg nach Dornbirn schon im Gepäck und spätestens als ich Jonas mit seiner Frage „Kann ich auch bei openPM mitmachen?“ an die Wand gebeamt hatte, ist der Funke übergesprungen.

In einem ersten Schritt entstand dann der Versuch vier Projektmanagementbegriffe „kindgerecht“ zu definieren: Projekt, Management, Risiko, Planung.

Weitere Ideen sind bereits in Planung. Und wie gesagt: Jonas will auch mitmachen!

#541 PM-Camp Nachlese

Auch wenn es jetzt bald zwei Wochen her ist, hier nochmal eine kleine PM-Camp-Nachlese in Form von Zitaten aus meinen Aufzeichnungen (nein, das sind nicht die von Sigrid gesammelten geflügelten Worte aus dem Projektalltag, sondern Zitate von Teilnehmern, die in den Sessions gefallen sind. Natürlich sind diese verzerrend und spiegeln nicht mal repräsentativ die verschiedenen Beiträge wieder, aber sie sind so schön, dass sie nicht vorenthalten werden sollten):

#539 Zurück vom PM Camp

Wow, zurück vom PM Camp in Dornbirn und noch erschlagen von der Fülle der Gespräche, Diskussionen und Eindrücke. Da gibt es eine Menge nachzuarbeiten (u.a. hier im  Blog und auf openPM). Mehr in den nächsten Tagen.

Die Inhaltsdichte war noch größer als im Vorjahr. Spannende Themen. Und natürlich auch viel Spaß im Kreis großartiger Kollegen!

Vielen lieben Dank allen Teilnehmern und vielen lieben Dank dem Orgateam.

Es ist zu befürchten, dass ich wieder komme

😉



bernhardschloss.de