#304 Compliance
Compliance beschäftigt sich mit der Einhaltung von gesetzlichen oder unternehmenseigenen Vorschriften. Braucht es dafür eigene Anreizsysteme? Johannes Thöneßen echauffiert sich.
Compliance beschäftigt sich mit der Einhaltung von gesetzlichen oder unternehmenseigenen Vorschriften. Braucht es dafür eigene Anreizsysteme? Johannes Thöneßen echauffiert sich.
Das ist ein Jubiläumseintrag (#300) und mit Excel plagen wir uns alle herum. Aber Dilbert bringt unsere Probleme auf den Punkt und Pointy Haired Dilbert fasst die besten Dilbert-Comics zu Management by Excel zusammen…
Nachdem ich mir gestern den Stream aus Ludwigsburg zu Gemüte geführt habe, spuken mir noch einige Gedanken zum Thema im Kopf:
(1) Rein deskriptiv gesehen: Ja, es gibt Führung. Was auch immer Führung genau sein mag, ob sie gezielt auftaucht, welchen Einfluss auch immer sie hat, wie sie eingesetzt werden kann,… All das kommt später, aber ja, wir können Führung in unserer Umwelt beobachten in unterschiedlichen Formen und Wirkungsweisen. Führung als ein Muster von Beeinflussung kann man immer wieder erkennen. Ob man daraus Verhaltensanweisungen oder Modelle ableiten kann, mag auf einem anderen Blatt stehen. Die Ludwigsburger Runde hat die Beobachtung des Phänomens sehr zügig übersprungen.
(2) Der Zusatz „im 21. Jahrhundert“ leitet leider fehl: Dass die angesprochenen „klassischen“ Modelle nicht mehr funktionieren ist keine neue Fragestellung des 21. Jahrhunderts, sondern war schon im letzten Jahrhundert mehr als präsent: angefangen mit Max Weber zu Beginn des Jahrhunderts, dem historischen Scheitern autoritärer staatlich/gesellschaftlicher Strukturen (vom Kaiserreich bis hin zum Faschismus) bis hin zu ökomomischen Überlegungen der 80er (Gruppenarbeit & Co). Auch in der Philosophie der Postmoderne finden sich genügend Ansätze – und alles schon vor der Jahrtausendwende. Was also ist wirklich neu in diesem Jahrtausend: Weniger das Führungsphänomen, als die Randbedingungen. Eine weitere Beschleunigung, neuere Mittel und Techniken (z.B. Social Media) und deren Rückwirkungen auf die Gesellschaft.
Etwas Außergewöhnliches ist da passiert in Ludwigsburg. Eigentlich ist ja Stefan Hagen Schuld, auf dessen Blog eine Kommentarschlacht dazu geführt hat, die Diskussion in die reale Welt zu verlagern. Natürlich haben sie auch in der realen Welt das Web 2.0 nicht hinter sich gelassen, sondern für einen Livestream und reichlich Videomaterial gesorgt. Und soviel das Fazit: Auch wenn die Klausur gelaufen ist, die Diskusion steht mehr am Anfang als an ihrem Ende.
In dieser ersten Runde wurden viele Ideen und Gedanken zum Thema Führung ausgetauscht. Das Ganze auch sehr emotional (wobei die Teilnehmer sich wahrscheinlich inhaltlich zu nahe stehen als dass dies aus dem Ruder gelaufen wäre). Der Austausch war sehr intensiv, aber auch subjektiv. So kommt im abschließenden Fazit auch aus der Runde der Wunsch die Wurzeln und Hintergründe der einzelnen Gedankengebäude noch näher zu beleuchten.
Die Gedankensplitter reichen von Führung als Kunst, über die Abschaffung der Führung bis zur Ermöglichung von Selbstorganisation. (Auch wenn jeglicher Versuch einer Zusammenfassung aufgrund der Fülle und Dichte des Gedankenaustauschs hoffnungslos scheitern muss.) Vielleicht war auch das Thema „Führung im 21. Jahrhundert“ etwas zu offen gesteckt.
Das Videomaterial steht (quasi unbearbeitet) auch online zur Verfügung. Bitte vom Anfang von Teil 1 nicht abschrecken lassen (lieber fast forward als abschalten!). Teil 2 wird dann so intensiv, dass ich sehr schnell auf das Vorspulen verzichtet habe. Es kommt sogar zu einer Klimax, die große Hoffnungen auf den dritten Teil weckt, aber aufgrund der Fülle der Gedanken, einigen sich dann die Teilnehmer dort auf ein abschließendes Blitzlicht und verzichten auf die Fortführung der spannenden Diskussion. Nein, falsch – sie vertagen sich lediglich und ich kann schon versprechen, dass ich ihnen auch dann Gehör schenken werde und mich darauf freue.
Und hier der Link zu den Streams:
Vermutlich wird die Klausur noch einige Resonanzen nach sich ziehen. Eberhard Huber hat seine ersten Nachgedanken bereits geblogt.
Sowohl über David Allens GTD (Getting things done) als auch über Mindmaps wurde hier schon berichtet. Im MindjetBlog zeigt Michael Deutch wie man Mindmaps bei der Umsetzung von GTD nutzen kann.
Ich selber führe z.B. das, was David Allen seine Project List nennen würde, als Portfolio in einem Mindmap. Die Hauptäste spiegeln Phasen wieder: Ideen, In Vorbereitung, In Arbeit, Nachbereitung, Erledigt. Darunter kommen die einzelnen Projekte, manchmal sogar noch mit weiteren Ästen untergliedert. Mit Farben werden die Projekte kategorisiert und Fahnen visualisieren den aktuellen Status eines Themas. Während ihres „Lifecylces“ wandern die Projekte dann per Drag-and-Drop durch die Phasen.
Sie kennen Friedemann Schulz von Thun nicht? Das glaube ich nicht! Wahrscheinlich kennen Sie seine Bücher über Kommunikation und Psychologie… (Amazon) Und wenn nicht seine Bücher, dann zumindest die Kommunikationsmodelle hieraus. Zamyat M. Klein und Stephan List haben jetzt seine Abschiedsvorlesung ausgegraben. Einen Link, den ich nicht vorenthalten möchte.
Eberhard Huber bringt es mal wieder auf den Punkt: Bei allem Hype um das Web 2.0 und Social Software wird das Wesentliche leicht vergessen – entscheidend sind Einstellung und Verhalten, weit danach kommt erst der Tooleinsatz bzw. die Toolunterstützung oder mit einer alten Binsenweisheit ausgedrückt: „A fool with a tool is still a fool.“
Last but not least gibt es auch in brandeins 11/2009 ein Interview mit Edward de Bono…
Jan A. Poczynek setzt sich mit dem „Digital Mindshift“ auseinander: Wie hat sich unsere Kommunikation in den letzten Jahren verändert?
Und da kommt er natürlich auch nicht um das Thema Social Media/Social Networking herum.
Zielgenau und amüsant ist seine Beschreibung des typischen Twitter-Users im Jahr 1998.
Seth Godin auf Youtube über Social Networking:
Ausgegraben von Christian Henner-Fehr.
Seth Godin bringt es auf den Punkt indem er zwischen „fake“ und „“real“ unterscheidet. Was Twitter & Co leisten ist nämlich häufig gar kein Networking. Würde ein Follower oder ein Kontakt wirklich etwas für einen tun? Würde man umgekehrt für einen Follower oder einen Kontakt etwas tun?