#453 Wohin geht die Reise im Web?

Momentan lassen sich zwei gegenläufige Entwicklungen im Web beobachten:

Auf der einen Seite haben Facebook, Twitter & Co gerade erst so richtig ihre Wirkung gezeigt, wie wir in der arabischen Welt oder in der Gutenberg-Debatte sehen konnten. Sie mobilisieren Massen und emotionalisieren, auf der anderen Seite lässt sich eine inhaltliche Verflachung beobachten.

Letzteres gilt auch für die genannten Debatten deren Tiefgang sich mitunter auf einen “Find ich gut”-Button reduziert. Man kann dies möglicherweise auf Reizüberflutung und Übersättigung zurückzuführen.

Aber auch in den schon länger etablierten Weiten des Web 2.0 ist diese Verflachung zu beobachten. In vielen etablierten Blogs ist es ruhiger geworden. Wer kommentiert heute noch ein Posting? Höchstens die üblichen Verdächtigen und auch in diesem Kreis wird es immer stiller.

Wir hatten letztes Jahr hier eine Diskussion über die Zukunft der PM-Blogs. Und mir scheint es in den (deutschsprachigen) PM-Blogs seitdem noch ruhiger geworden zu sein.

Die Reizüberflutung schlägt sich auch in Medien wie Email nieder. Wieviele Mails, die vor gar nicht allzu langer Zeit sicher beantwortet worden wären, bleiben heute unbeantwortet? Bitte auch nie mehr als ein Anliegen je Mail, denn weiter wird erst gar nicht gelesen…


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2 Kommentare zu “#453 Wohin geht die Reise im Web?”

  1. Eberhard Huber
    8. März 2011 um 17:12

    Gute Frage! Masse bringt selten Tiefgang und für viele ist das Maximum an Interaktion mit dem like-Button erreicht. Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass ich inzwischen die Social-Media-Plattformen weitgehend verlassen habe und mich wieder mehr auf den Blog konzentrieren werde.

  2. admin
    8. März 2011 um 20:47

    Hallo Eberhard!
    Bin selber mit den Social-Media-Plattformen nie so richtig warm geworden. Xing dient mir lediglich zur Outlook-Aktualisierung (obwohl die eine oder andere Gruppe noch interessant ist), Twitter nutze ich nur als Erweiterung meines RSS-Feeds zum Blog, Facebook für ausgewählte private Kontakte (solche, die ich auf anderen Wegen nicht so gut erreiche, vor allem internationale Freunde).
    Gruß
    Bernhard
    PS: Freue mich auf den Niederschlag dieser Rückbesinnung in deinem Blog!

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