#503 Requirements Engineering und das Schweizer Taschenmesser

Innovationen braucht das Land! Und von der CES wird jetzt eine solche gemeldet:

Ein Schweizer Taschenmesser mit Terrabyte-USB-Stick (übrigens USB 2.0, 3.0 und eSata). Wenn auch zu einem stolzen Preis (>2000,-€).

Beim Requirements Engineering hat man übrigens mitgedacht: Es gibt auch eine Version, die Sie mit ins Flugzeug nehmen können. Ganz ohne Klinge.
Das erinnert mich irgendwie an mein Smartphone…
Da wundert man sich auch, dass man damit noch telefonieren kann.
State-of-the-art Requirements Engineering sei Dank!

😉

#487 Gelesen: Das Spiel. Brennpunkt Geschäftsprozesse

Mit zahlreichen Fußballanalogien und -weisheiten führt uns Alexander Ockl durch ein Praxisbeispiel der Geschäftprozessgestaltung zwischen IT und Fachbereich. Er wählt dabei eine Romanform, wie man sie z.B. von DeMarco´s PM-Klassiker „Der Termin“ kennt. Neben dem Praxisbeispiel zieht sich die Geschichte eines Revierderbys (Achtung, Fußball!), wie ein roter Faden durch das Buch.

Die anfängliche Projektkrise und die auftauchenden Konflikte werden seziert. Alexander Ockl führt dabei in die Welt der Business Analyse und Geschäftsprozessmodelierung ein. Es wird der Bogen gespannt von Requirements Engineering, ARIS-Modellierung bis hin zu Projektmanagement-Methoden, Qualitätsmanagement und Reifegradmodellen.

Eine gelungene Einführung, die sich angenehm leicht liest, sofern man von der Überdosis Fußball nicht abgeschreckt wird.

Und indirekt liefert Ockl auch einen interessanten Beitrag zum Thema Projekterfolg/Scheitern von Projekten: Das ursprünglich initiierte Projekt scheitert grandios. Das Buch schildert dennoch eine Success Story, denn durch die erfolgreiche Analyse werden viel tiefergehende Veränderungen angestossen, aber hier wird Ockl übertrieben optimistisch:

Es ist gar nicht selbstverständliche, dass die tatsächlichen Probleme so klar identifiziert und auch angenommen werden. Zu guter letzt macht ein Bereichsleiter auch noch Karriere und wird zusätzlich Qualitätsbeauftragter. Das ist für Ockl eine Art Ritterschlag. Der Firmenchef träumt obendrein davon Qualitätsmanagement als Führungsinstrument zu nutzen. Hier verliert mich Ockl komplett. Eine solche Welt besteht wohl vor allem im Wunschdenken von Business Process Management-Anhängern.

Alexander Ockl
Das Spiel. Brennpunkt Geschäftsprozesse – IT und Betrieb in einer Mannschaft. Projektmanagement, Business Analyse und Geschäftsprozessmanagement in der Praxis
München 2010
Addison-Wesley
ISBN 978-3827329066 

#460 PM-Reader

Andreas Heilwagen meldet sich zurück mit den (englischen) SCRUM patterns. Die auf seiner Seite schon heute vorhandenen Beschreibungen zu Standards und Methoden werden künftig also um das Thema Scrum erweitert.

In Marcus Raitners Reihe Projektcoaching sind die Folgen: 11 – Änderungsmanagement, 12 – Besprechungen und 13 – Berichtswesen erschienen.

Und noch einmal Marcus, der via XING dazu auffordert an openPM, einer freien Plattform für Projektmanager mitzuarbeiten. Die Vision/erste Spek entsteht online und jeder kann mitschreiben.

Stefan Hagen philosophiert über PM-Systeme und stellt dabei treffend fest, dass in der Praxis Projektmanagement häufig isoliert und nicht im Gesamtkontext des Managementsystems gesehen wird.

#407 Anforderungsmanagement in Projekten

Eberhard Huber hat eine umfangreiche Umfrage zum Projektmanagement ausgewertet und stellt fest, dass die beliebteste Methode für das Anforderungsmanagement in Projekten in Moderationstechniken liegt, dann Office-Tools, Mindmaps,… Nur 10% aller Projekte setzen demnach „keine Werkzeuge“ ein.

Allerdings kann man das Ergebnis auch ganz anders lesen: Moderationstechnik heißt halt: Man redet drüber und Office-Tools haben wir alle. Böse könnte man die beiden Kategorien auch als euphemistische Umschreibungen von „Keine Werkzeuge“ deuten und wenn man die Prozentzahlen addiert, dann… ohje… zeigt sich wieder einmal, dass die Auftragsklärung allzuoft vernachlässigt wird.



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