#584 TurnaroundPM (2)

An dieser Stelle KEINE Leseempfehlung, denn man kann mir Befangenheit unterstellen. Gerade frisch erschienen ist das Buchprojekt „TurnaroundPM“ von Roger Dannenhauer, Torsten J. Koerting und Michael Merkwitza. Es ist ein ganz besonderes Buch, dass dem VisualPM gefällt, aber sicher nicht jedermanns Geschmack trifft (siehe Thomas Mathoi´s Rezension).

Meine Befangenheit bitte ich zu entschuldigen, aber nachdem mich die drei Autoren zum Kreis ihrer Co-Autoren zählen (ich würde uns aber eher als Impulsgeber und Sparring-Partner bezeichnen), will ich mich in Zurückhaltung üben.

Das Buch ist zweifelsohne ein Hingucker, das inspiriert – auch wenn es beispielsweise Thomas etwas „too much“ ist. Bemerkenswert ist vor allem seine Entstehungsgeschichte, die das Modell des Buchprojekts „Business Modell Generation“ von Alex Osterwalder auf das Thema Projektmanagement überträgt. Die Autoren haben dabei eigens in einem Internet-Hub und zahlreichen Workshops versucht nicht im eigenen Saft zu schmoren, sondern kolloborative Prozesse zu nutzen, um  zum Ziel zu kommen.  Für jemanden wie mich, der ebenfalls mit kolloborativen Prozessen (z.B. auf openPM experimentiert) und sich mit ähnlichen Inhalten auseinandersetzt (der zentrale Project Square des Turnaround-Hubs entstand parallel zum openPM-Canvas und die beiden Konzepte sind keine Konkurrenten, sondern basieren auf ähnlichen Ideen und wir haben sie gemeinschaftlich diskutiert und unsere Erfahrungen ausgetauscht) ein sehr spannendes Unterfangen.

Zu den Inhalten des TurnaroundPM:

TurnaroundPM beschäftigt sich mit Projekten, die zu Scheitern drohen und versucht aufzuzeigen, wie man (u.a. mit der richtigen Geisteshaltung) sich solchen Projekten nähern kann. Zentrales Werkzeug dafür ist der Project Square – ein PM-Canvas –  die visuelle Reduktion eines Projektes auf seine elementaren Bestandteile.

Der Turnaround-Prozess selbst wird in verschiedene Phasen gegliedert:

  1. Erkennen
  2. Analyse
  3. Stabilisierung
  4. Transformation
  5. Nachhaltigkeit

Viel mehr sei an dieser Stelle nicht verraten – wie gesagt: ich bin befangen – aber vielleicht konnte ich etwas die Neugier wecken.

Weiterführende Links:

#559 VisualPM: Canvas

Ähnlich dem openPM-Canvas entstand parallel aus dem Buchprojekt TurnaroundPM der Project  Square.

Die beiden Canvas haben mehr gemein, als was sie trennt. Unterschiede in den betrachteten Feldern lassen sich mit der Herkunft erklären. Der Ausgangspunkt von Project Square waren speziell Turnaround-Projekte, wobei die Anwendbarkeit auch in „normalen“ Projektsituationen durchaus gegeben ist. Bleibt als Unterschied, dass die openPM-Canvas auch versucht die zeitliche Dimension und den Verlauf visuell aufzubereiten.

Zentral bei beiden Werkzeugen ist weniger das konkrete Poster, das dabei entsteht, als der Prozess der Entwicklung. Eine Canvas im Team zu entwickeln, sorgt für eine gemeinsames Verständnis dafür, was wichtig ist und wie man das erreichen will, idealerweise aber nicht nur zu einem gemeinsamen Verständnis, sondern auch zu einem gemeinsamen Commitment.

Nachdem ich auf dem PM-Camp 2012 in Dornbirn mit Mikko Mannila ausgiebig über die Verwendung von Canvas im Projektmanagement diskutiert habe, hat er jetzt gemeinsam mit den TurnaroundPM-Kollegen ein Project Square Toolkit, bestehend aus Project Square Plakat in DIN A 0, Stattysblöcken, Whiteboardmarker und einer kurze Anleitung, entwickelt, das demnächst im Stattys Shop angeboten wird.

Ich selbst nutze übrigens auch Stattys für die openPM-Canvas.



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