#46 Autopoiessis und der Staat im Staat

Kennen Sie das Phänomen, das Grossprojekte sich verselbständigen und ein Eigenleben entwickeln? Sich willkürlich von ihrem Projektauftrag entfernen oder im anderen Fall an ihm Festhalten, obwohl die Voraussetzungen dafür längst nicht mehr gegeben sind?

Während im vorangegangenen Beitrag das Autopoiesis-Konzept genutzt wurde, um aufzuzeigen, wie das Zulassen von Selbstorganisation zum Projekterfolg beitragen kann, erklärt uns die gleiche Theorie hier, wie es zu solchen Auswüchsen kommen kann, wie ein Staat im Staat entsteht.

Was heißt dies wiederum für die Projektarbeit?

Klar brauchen wir Selbstorgansiation, aber wir brauchen auch Grenzen. Sozusagen Selbsthygiene für unser soziales System. Auch wenn wir Freiräume für die Selbstorganistion sicherstellen müssen, müssen wir Auftrag und den Weg zum Ziel regelmäßig hinterfragen und verfolgen. Unsere Projektkultur benötigt nicht nur Selbstorganisation, sondern auch Selbstreinigung.

#45 Autopoiesis: Selbstorganisation statt Planung

Abseits der bekannten Definitionen von Projekten (siehe auch Wikipedia), lassen sich Projekte auch als soziale Systeme interpretieren. Projekte können als ein Organisationsform sozialer Systeme für komplexe Aufgabenstellungen verstanden werden.

Einige vorangegangene Beiträge auf schlossbBlog haben sich bereits mit dem Thema Projektplanung und insbesondere den Grenzen der Planung beschäftigt.

Hier wird die Interpretation von Projekten als sozialen Systemen wieder interessant:

In der Theorie sozialer Systeme gibt es das Konzept der Autopoiesis. Autopoiesis (Begriffserklärung in Wikipedia) beschreibt die Selbstorganisation sozialer Systeme. In der täglichen Projektarbeit stellt sich die Frage, wie sich solche Selbstorganisationsmechanismen gezielt nutzen lassen. Die Antwort liegt auf der Hand: in der Schaffung einer entsprechenden Projektkultur, die die erforderlichen Freiräume zur Selbstorganisation sicherstellt. Das heißt z.B. für die Planung eines komplexen Projekts, dass diese nicht auf den Level von mehreren Tausend Tasks oder mehr heruntergebrochen werden muss, sofern die Selbstorganisation auf diesen Ebenen gewährleistet ist. Ein Planungsmonster von tausenden Zeilen ist nicht mehr aktuell pflegbar und ein solches Projekt wahrscheinlich mehr tot als lebendig.

Die Forderung: „Selbstorganisation statt Planung“ ist zugegebenermaßen ketzerisch und so nicht haltbar. Auch kleinere Teileinheiten können und müssen ihre Tasks sehr wohl planen. Dies muss aber nicht unbedingt in einer zentralen Gesamtplanung geschehen. Eine solche Planung muss nicht unbedingt deren formalen Anforderungen genügen, kann mitunter auch kurzfristig erfolgen und ist weitaus flexibler.

In der klassischen Projektplanung werden die Beziehungen zwischen einzelnen Tasks in Form von Abhängigkeiten abgebildet. Für den Projekterfolg entscheidend ist aber weniger deren formale Abbildung als das entsprechende Bewußtsein der Beteiligten und die Berücksichtigung im Handeln. Anderenfalls erklären Abhängigkeiten nur die Gründe für das Scheitern. Ein solches Bewußtsein, das Ansprechen und Aufgreifen der „richtigen Themen“ ist der Schlüssel zum Projekterfolg und führt uns wieder zurück zur Theorie sozialer System, insbesondere zu den Arbeiten von Niklas Luhmann (Wikipedia), der soziale Systeme über die Kommunikation definiert. In diesem Sinne liegt in der Kommunikation der Schlüssel zum Projekterfolg (aber auch der Schlüssel für eine erfolgreiche Planung 🙂 ).

#44 Warum Großprojekte scheitern…

Hier eine Studie zum Scheitern von Großprojekten, zitiert auf heise-online:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/101626

#43 Intelligentes Risikomanagement

Selbst die Experten von McKinsey ereilt mitunter die Ironie des Schicksals:

In ihrem Buch Intelligentes Risikomanagement. Das Unvorhersehbare meistern. Frankfurt, Wien 2004 (Amazon) interviewen die Experten Andreas Merbecks, Uwe Stegemann und Jesko Frommeyer Dr. Thomas Fischer, der bei der Deutschen Bank das Risikomanagement aufgebaut hat und 2003 zum Vorstandsvorsitzenden der WestLB berufen wurde.

Und 2007 sind dann die Tage des Dr. Fischer bei der WestLB gezählt. Zitat aus Handelsblatt.com: „Der bislang bekannte Vorwurf gegen Fischer lautet, der WestLB-Vorstand habe den Aufsichtsrat nicht korrekt über Risiken aus dem Eigenhandel informiert. Mindestens einen dreistelligen Millionenbetrag hatte die Bank aus spekulativen Aktiengeschäften davongetragen.“

#42 PMQS

Alexander Volland ist mir seinerseits bei Wikipedia über den Weg gelaufen. Gemeinsam haben wir uns um das Wikiprojelkt Projektmanagement gekümmert – und mittlerweile etwas frustriert auch wieder zurückgezogen. Er betreibt eine eigene Projektmanagement-Plattform unter http://www.pmqs.de

. Alexander bastelt auch an einem ehrgeizigen WBT zum Thema Projektmanagement.

#41 Strategische und IT-orientierte Beratung

Bei Xing bin ich über einen interessanten Threat gestolpert:
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=5734604

Stefan Kinne hat einen systematischen Vergleich von Strategischer und IT-orientierter Beratung anhand eines Prozessmodells für die Unternehmensberatung vorgenommen.

Das Ergebnis fasst ein Leser wie folgt zusammen: „Mit Powerpoint verdient man besser als mit Datenmodellen“

#40 PM FAQ

Bei weniger technischen Themen, wie z.B. dem Projektmanagement wird die Luft in den Internet-Foren deutlich dünner, als in IT-nahen Themengebieten.

Selbst in Fachpublikationen wie dem Projektmagazin finden sich nur sehr rar Beiträge, auch wenn hier im Laufe der Zeit die Struktur gewachsen ist:

  • http://www.projektmagazin.de/forum/index.html
  • Und selbst bei der GPM wird unter dem Stichwort Diskussionsforum „gemogelt“ oder besser gegoogelt, denn dahinter verbirgt sich kein Forum, sondern eine vorkonfigurierte Google-Suche:

  • http://www.gpm-infocenter.de/
  • Vielversprechender sind da mitunter die Gruppen der Online-Community/des Abodienstes XING, insbesondere die Gruppe „Projekte oder das Management von Vorhaben“:

  • https://www.xing.com/net/projektmanagement
  • Darüber hinaus gibt es aber auch noch eine ganze Reihe von Business-relevanten Gruppen:

  • Consulting Business
  • Vorgehensmodelle in der IT
  • Changemanagement
  • Und auch eine eigene GPM-Community findet sich hier:

  • https://www.xing.com/net/gpm
  • #39 Office FAQ

    Bei anderen Office Produkten gibt es vielfach mehr Inhalte und Lösungen zu „ergooglen“, z.B. in den folgenden Foren:

  • http://www.office-loesung.de/
  • http://www.spotlight.de/
  • http://www.ms-office-forum.net/forum/
  • http://www.forumoffice.de/phpBB2/index.php
  • und in Google/Usenet:

  • http://groups.google.com/groups/dir?hl=de&sel=33607473&expand=1
  • #38 MS Project FAQ

    Nicht Web 2.0, aber besten user generated content liefert nach wie vor das Usenet (mittlerweile über goolge groups erreichbar). Hier finden sich auch zwei für Nutzer von Microsoft Project interessante Gruppen, die weitaus mehr bieten als nur frequently asked questions:
    http://groups.google.de/group/microsoft.public.de.project (deutsch)

    und

    http://groups.google.de/group/microsoft.public.project (englisch)

    Zwar können die Foren nicht ganz mit Foren zu anderen Office Produkten mithalten, aber dies sind noch immer die besten Beiträge zu MS Project.

    Die morderate Beteiligung könnte als Indiz für die vielfach noch oberflächliche Nutzung von MS Project sein.

    #37 Coaching: Berufswahl

    An dieser Stelle ein Veranstaltungshinweis für eine Veranstaltung, die ich seit vielen Jahren begleite:

    Speziell für die Schüler der Oberstufe findet am 08.11.2007 ab 18:00 Uhr ein Berufsinformationsabend am Max-Born-Gymnasium Germering statt.

    Der Abend wird eingeleitet mit einem Eingangsvortrag der insbesondere aktuelle Fragestellungen, wie die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge, aufgreift.

    Anschließend haben die Schüler die Chance sich in kleinen Gesprächsrunden mit ca. 25 Referenten über einzelne Berufsbilder, Ausbildungsgänge und Studienrichtungen zu informieren. Der Kreis der Referenten setzt sich dabei weitgehend aus Max-Born-Absolventen zusammen, die im Netzwerk eigene Erfahrungen einbringen.

    Organisiert wird der Abend traditionell vom Verein Max-Born-Netzwerk e.V. (ehemals Freunde und Förderer des Max-Born-Gymnasiums), der über sein Ehemaligen-Portal (http://www.max-born-netzwerk.de) den Kontakt zu den Ehemaligen pflegt und so die Referenten des Abends gewinnen konnte.

    

    bernhardschloss.de