{"id":4961,"date":"2022-12-21T15:21:32","date_gmt":"2022-12-21T13:21:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernhardschloss.de\/blog\/?p=4961"},"modified":"2022-12-21T15:41:35","modified_gmt":"2022-12-21T13:41:35","slug":"transkript-vom-suedpol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernhardschloss.de\/blog\/transkript-vom-suedpol\/","title":{"rendered":"Transkript vom S\u00fcdpol"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf besonderen Wunsch einer einzelnen Person, habe ich mich mal an das Transkript unseres <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bernhardschloss.de\/blog\/zoomin-ueber-projekthelden\/\" data-type=\"post\" data-id=\"4956\" target=\"_blank\">Projekt-Interviews mit Robert Schwarz<\/a> gewagt, Dem Rekordhalter, was S\u00fcdpol-\u00dcberwinterungen angeht. Leider lies sich das weniger automatisieren, wie erhofft &#8211; also jetzt mit reichlich manueller Nacharbeit. Gebt uns doch Feedback, ob diese Textform von euch gew\u00fcnscht wird.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/lh3.googleusercontent.com\/92o_FK-Hv44ctBeIGYvwzA2A9C3p5Pmm7AmarwB6Oz19wU5a3zAp6aSQxDGkjcwAzgCu7zErhARpnjydZ_GimbJoYnC_LPmFnGMnLBuQ_XGl14iWEK8rLQroSBRV5xTl6N5ITC49CsG_xsBUNFnBu4C0VVDZRCO59BWJ6Ia41HrPYAkTYPGeKbRlZCowKQZJ5y6_P0ZVK3_O9nqFneXglW0E6-4McXs50BnakHlaQ47NbupdWZ5tdTLlF9PPrU1OdulD7tie8PQ7AnUjluvwyB8aPFhIotH_U15rnrVkjLmwP4SEHV4j6Qmkl_iVLf7CO7P_lJFJ0se_qc3rZHS5Kj44CmjCcOoLAXgA2IZ-cjwnqWDnW5Pd3U5tBEmJr3VK9jEwo-srB9XUSk5J7JmLRDaTHp_B0APNGVk2b3M6OHxQeHYFrV9Na1F2lrXbE5xLV2Ktq8baerLgMGNN7r68AP2t-GFg_37aUJw5SKfXvY4SZI1tGz5CkiXpXAstSPVcXBCc6mvYPQbZ93_JQ_7DComC4PdN20KFcBxQgf3g9PaOrpFGok9oZ5jMA2bQnmuyiRMjtUg05f9AJYCUojx1p7Z-iwIBQqbWcaHjlYJeaZemcZ8-kef5ujl8ZcgYTHUJ-Zonx7ZKnOYPDJdWgQedUlsPvtX0bf2u5dEV2avdckdxRdWTD-7m1mQwzYmDRtWnhbz9Qzy7ILXn4Lhs8HNr6JvUN-KHXbu37QqMOKi46hbCkJfgo3OryIZTtQaNQTi5B_Dco1u4zzzwBX2GY4CrEFUewbczwZ-JHRwixaEm9difWifXYiQg7ez-CawOlzoxnFe3AcWI7wN_3T4oTVfPgxeGdsQXJCtoKYn5MsE2gZrB_Mmw8IhNobjwgqkZiAnbDQwSZSkMAu9tb0j9SdFmZeHPlkO53LDuDql-qAOg78vtyyOc=w2599-h1387-no?authuser=0\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier nun das Interview zum Nachlesen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB: &nbsp;&nbsp; Herzlich willkommen zu unserer zweiten Folge von unserem Projekt-Interview ZoomIn mit dem fabelhaften Bernhard Schlo\u00df und mit mir: Christian Botta und wir haben nat\u00fcrlich wieder einen Gast mit an Bord und wie schon das letzte Mal habe ich auch dieses Mal mir einen wunderbaren virtuellen Hintergrund herausgesucht, passend zum Nikolaus etwas Schnee. Es ist aber sehr viel Schnee, weil dieser Schnee liegt am S\u00fcdpol und warum ich genau dieses Bild ausgesucht habe, dass l\u00f6st jetzt der Bernhard auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ja und ich darf unseren Gast vorstellen: Robert Schwarz &#8211; ein Schraubenzieher- und L\u00f6tkolben-Physiker, so hie\u00df es im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Robert ist Rekordhalter &#8211; niemand sonst hat so viele \u00dcberwinterungen am geographischen S\u00fcdpol hinter sich wie er. Und am S\u00fcdpol \u00fcberwintern hei\u00dft, ein halbes Jahr Nacht, in einer Forschungsstation mit ganz wenig anderen, das alles f\u00fcr die Astronomie &#8211; um ein Teleskop zu betreuen und zur Belohnung gibt&#8217;s Polarlichter. Alles nachzulesen in Roberts Buch gemeinsam mit Felicitas Mokler: \u201eUnter den Polarlichtern der Antarktis\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB: &nbsp;Hallo Robert!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Hallo, ich freu mich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB: &nbsp;&nbsp; Sehr sch\u00f6n. Robert, was mir als erstes so in den Sinn kam (ich habe auch in das Interview mit dem Bayerischen Rundfunk reingeh\u00f6rt): Da hast du gesagt, der w\u00e4rmste Tage sind so -15 bis -20\u00b0. Warum macht man so etwas freiwillig? Jahr f\u00fcr Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Also ja, die Antarktis und S\u00fcdpol sind schon faszinierend. Und der S\u00fcdpol ist sozusagen dann das i-T\u00fcpfelchen auf der Antarktis. Also weiter s\u00fcdlich geht nicht. Und es ist halt auch einer der extremsten Punkte in der Antarktis. Und ich bin da durch Zufall dazugekommen. Mir hat die Arbeit da unten Spa\u00df gemacht, die Leute waren toll und vor allem auch schon allein die Polarlichter, wie eingangs erw\u00e4hnt, die waren schon immer Wert wieder runterzugehen. Da nimmt man das auch in Kauf. Also da unten ist wie so ein bisschen auf einem anderen Planeten. Hier (in der gr\u00fcnen Welt) habe ich auch lieber Sommer, lange Tage, aber da unten habe ich die Polarnacht wesentlich mehr genossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB:&nbsp;&nbsp;&nbsp; Also Temperaturen hast du nicht vermisst? Das es mal warm ist? Das schaltet man aus?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Ja, man flucht schon oft \u00fcber die K\u00e4lte, so ist es nicht. Also im Winter geht es runter bis -80\u00b0 und im Jahresdurchschnitt ist es so knapp \u00fcber -50\u00b0 und es ist also schon immer frisch. Das muss man in Kauf nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Zapfig, wie man in Bayern sagt. Aber es sind ja nat\u00fcrlich Projekte in Extremsituationen. Nicht nur temperaturm\u00e4\u00dfig, auch die \u201eIsolation\u201c. Damit einher gehen bestimmt auch au\u00dfergew\u00f6hnliche Belastungen f\u00fcr K\u00f6rper und Psyche. Die hast jetzt du relativ leicht weggesteckt, es geht wahrscheinlich aber nicht jedem so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Ja genau, es gibt auf jeden Fall Leute, die haben damit mehr zu schaffen. Die sagen dann auch einmal und nie wieder. Also die haben dann nach einem Jahr genug davon. Und man muss erstmal damit klarkommen, dass es ein halbes Jahr hell ist und ein halbes Jahr dunkel. Der Schlafrhythmus ist nat\u00fcrlich sehr gest\u00f6rt, wenn man daf\u00fcr anf\u00e4llig ist, nachdem die Sonne im Sommer nie untergeht und selbst um Mitternacht genauso hoch scheint wie am Mittag und dann im Winter eben das andere Extrem, dass die Sonne f\u00fcr sechs Monate nicht \u00fcber den Horizont kommt. Aber ich hatte damit zum Gl\u00fcck keine Probleme. Insofern ist es mir leicht gefallen, allein schon mal von dem her und dann bin ich auch immer gut mit den anderen Leuten ausgekommen. Wir hatten eigentlich immer super Teams. Klar ist mal immer einer oder zwei dabei, mit denen ist man nicht best friends, aber im Gro\u00dfen und Ganzen waren die Leute immer super und das hat dann auch schon immer viel ausgemacht, wenn man sich auf die verlassen kann, die da unten sind. Jeder ist vom anderen abh\u00e4ngig und so ein Winter steht und f\u00e4llt einfach mit den Leuten, die da unten sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Daf\u00fcr gibt es dann die entsprechende Vorbereitung, inklusive Feuerwehr-Kurs und Teambuilding.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Genau, wobei die bei den Amerikanern relativ einfach ist &#8211; diese Vorbereitung. Also ich kenne kein anderes Antarktis-Programm das so kurzfristig ausw\u00e4hlt wie die Amerikaner. Also bei den Deutschen oder den Australiern ist es wesentlich l\u00e4nger: wochenlang. Und wir haben ein Kennenlernwochenende und dann sieht man noch einen Gro\u00dfteil im Feuertraining f\u00fcr eine Woche, aber das war&#8217;s dann. &nbsp;Und teilweise gibt es last minute hires, die dann, weil irgendeine Stelle noch nicht besetzt ist, runter kommen, die im Teambildung noch gar nicht mit dabei waren, um die Stellen zu besetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ganz situativ musst du dann auch die au\u00dfergew\u00f6hnlichsten Aufgaben \u00fcbernehmen, sei es im OP assistieren, Schneeschaufeln, was auch immer gerade ansteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Genau, in der Job-Beschreibung steht auch drin, dass man nicht nur seine T\u00e4tigkeit macht f\u00fcr die man eingestellt wird, sondern eben auch Allgemeint\u00e4tigkeiten auf der Station. Es geht also von Geschirrwaschen, \u00fcber Kloputzen, Station sauber halten bis auch zu medizinische Sachen. Wir sind also alle Teil eines Notfallteams. Feuerwehr, Sanit\u00e4ter und auch dass wir im Falle einer OP assistieren k\u00f6nnen. Blut abnehmen, Infusionen legen, solche Sachen, die man als Physiker normalerweise nicht macht. Das macht das Ganze aber noch viel interessanter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS: &nbsp;&nbsp;&nbsp; Jetzt aus Projektsicht f\u00e4llst du uns total in den R\u00fccken, weil wir sind immer bedacht darauf Projekthelden nicht zu hoch zu heben. Jetzt spielst du den McGyver und assistierst im OP und das ist sicherlich nicht die Normalsituation. Es ist schon etwas sehr besonderes, eine sehr spezielle Situation: isoliert in die in dieser Konstellation und du hast dann aber ein Teleskop erst mit aufgebaut und dann gewartet und betreut, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Genau, das ist meine Hauptaufgabe. Also die ersten drei Jahre war es ein Neutrino-Teleskop im Eis und die letzten zw\u00f6lf Jahre ein Mikrowellenteleskop auf der Oberfl\u00e4che und deswegen sind wir auch da unten, weil es so extrem kalt ist und dadurch die Luft extrem trocken und im Prinzip f\u00fcr die Mikrowellenastronomie mit einer der besten Standort auf der Erde sich dadurch ergibt. Und meine Aufgabe war dann wirklich dieses Teleskop am Laufen zu halten. Also die ganzen Post-Docs und Studenten, die mitgeholfen haben es im Sommer aufzubauen, sind dann alle abgeflogen im letzten Flugzeug und dann im Winter war ich f\u00fcr das Teleskop der einzige. Es gab nat\u00fcrlich noch andere Leute auf der Station, aber meine Aufgabe war dann wirklich dieses Teleskop am Laufen zu halten und schauen, dass die Daten rausgehen. Also ich war im Prinzip der \u201eMessknecht\u201c und das war eben gar nicht so hochwissenschaftlich, also wirklich von Mechanik \u00fcber Elektronik, \u00fcber Tieftemperaturk\u00fchlung, Optik, Computeradministration, also diese ganzen Sachen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS: &nbsp;&nbsp;&nbsp; Also eben der Schraubenzieher- und L\u00f6tkolben-Physiker.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: &nbsp;Genau. Ich habe da eben meine Nische gefunden, man muss viel improvisieren, wenn nat\u00fcrlich immer das kaputt geht, wo man keine Ersatzteile hat, und dann schauen wie man mit dem Zeug, das man unten hat, zurecht kommt. Und die Uni st\u00f6rt es auch nicht, ob ich jetzt 2 Stunden am Tag arbeite oder 20. Meine Aufgabe ist, dass das Teleskop l\u00e4uft und manchmal sind es auch nur 2 Stunden und manchmal sind es 20 Stunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS: Also genau wie in richtigen Projekten\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: &nbsp;Sieben Tage die Woche, das ganze Jahr durch. Keinen freien Tag dann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB:&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wie ist denn das, wenn f\u00fcr so eine Expedition, f\u00fcr den Start: Wieviel ist da planbar? Es interessiert ja immer die Leute, die sich f\u00fcr Projekte interessieren, wie viel kann man davon planen, wie viel ist aber Unsicherheit dabei? Wie geht ihr mit dieser Unsicherheit um? Wie ist da so das Projektleben in einer Expedition?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Also klar, man hat eine gewisse Vorstellung davon, was z.B. Ersatzteile angeht, was man da mitnimmt, aber nat\u00fcrlich ist dann auch die Erfahrung von fr\u00fcheren Jahren oder einfach weil man schon \u00f6fters unten war. Auch von anderen Experimenten kann man viel lernen, weil viele Sachen sind da unten schon anders, also die haben zum Beispiel durch die Trockenheit eine wahnsinnig extreme Statik, dadurch kann nat\u00fcrlich auch sehr leicht Elektronik zerst\u00f6rt werden. Und man versucht halt dann f\u00fcr die essenziellen Sachen ein paar Ersatzteile zu haben, aber wie es nach Murphys Law so ist, es geht nat\u00fcrlich immer das kaput, wo man kein Ersatzteil hat. Und gerade beim letzten Teleskop war es so, das war schon das dritte Teleskop auf der gleichen Montierung und wir haben eigentlich die Montierung zu etwas genutzt f\u00fcr das sie nie gebaut wurde. Und dann hat sich Verschlei\u00df gezeigt, den vorher niemand ber\u00fccksichtigt hat. Und dann muss man halt schauen, dass man \u00fcber den Winter kommt und dann halt im n\u00e4chsten Jahr mehr Ersatzteile, mehr Teile, reinbringen und was wir nat\u00fcrlich auch haben ist ein Werkzeugmechaniker, der Ersatzteile machen kann und das ist dann nat\u00fcrlich auch extrem wichtig, wenn kein Nachschub da ist, dass der zumindest einfache Sachen auch anfertigen kann da unten oder man muss einfach schauen, ob es einen Workaround gibt, also wie kann ich ohne dieses Teil auskommen und das macht diesen Job auch so interessant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB:&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aber dieses Lernen aus vergangenen Expeditionen ist auf jeden Fall mal ein wichtiger Part dabei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Auf jeden Fall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS: &nbsp;&nbsp;&nbsp; Vielleicht noch zu Job und Karriere: Du bist zu den \u00dcberwinterungen auf der Antarktis gekommen \u00fcber einen Aushang am studentischen schwarzen Brett an der Uni, am Lehrstuhl. So wie die Jungfrau zum Kind, quasi.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Ja genau. Ich studierte Physik in M\u00fcnchen, ich hatte 96 einen Studentenjob und musste meinen Professor etwas fragen und der telefoniert und telefoniert und ich lese gelangweilt Aush\u00e4nge im Gang und da war eben einer dabei f\u00fcr ein Jahr an den S\u00fcdpol zu gehen. Ich h\u00e4tte das nie gedacht, ich war noch mitten im Studium und Teile der Voraussetzung hatte ich noch nicht geh\u00f6rt, aber ich habe gedacht, vielleicht kann man sich das in den n\u00e4chsten paar Jahren aneignenm und mit Diplomarbeit verbinden. Es klang auf jeden Fall, dass das ein l\u00e4ngerfristiges Experiment ist und ich wollte auf jeden Fall diesen Kontakt einfach mal herstellen und habe eine Email hingeschickt, ob ich mehr Informationen haben kann und dann kam so ein Einzeiler zur\u00fcck, ich soll meinen Lebenslauf schicken und drei Referenzen angeben. Und eine Woche sp\u00e4ter hat man mir den Job angeboten. Und dann habe ich mein Studium unterbrochen und war mein erstes Jahr da unten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS: &nbsp;&nbsp;&nbsp; Das erste von wie vielen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Von 15 Wintern und 5 Sommern. Also ich hab dann oft Winter hintereinander gemacht, dann war ich im Sommer davor nicht unten, weil man darf nicht zu lange in der Antarktis sein. Das ist eine Vorgabe von dem US Programm. Aber die normale Tour ist so 13 Monate, man kommt so Ende Oktober\/Anfang November runter, ist dann den ganzen Sommer, den ganzen Winter unten und hat dann im n\u00e4chsten Sommer einen Monat Zeit seinen Nachfolger einzuarbeiten. Und wenn ich dann eben mein eigener Nachfolger war, dann musste ich mich nat\u00fcrlich nicht so einarbeiten. War dann so nach zw\u00f6lf\/zw\u00f6lfeinhalb Monaten weg, hatte dann zweieinhalb Monate frei und war neuneinhalb Monate da unten, zweieinhalb Monate frei, neuneinhalb Monate unten, \u2026 Und beim letzten Teleskop waren es eben neunmal, neun Winter hintereinander.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS: Als wir vor ein paar Jahren miteinander gesprochen haben, hast du gesagt, du bist f\u00fcr einen normalen Job gar nicht mehr vermittelbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Wahrscheinlich, ja. Also so ein normaler Schreibtischjob &#8211; das w\u00e4re schwierig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Beinahe h\u00e4tte ja noch etwas anderes geklappt bei dir. Der Astronomie w\u00e4rst du treu geblieben, aber du warst relativ weit im ESA Astronauten-Programm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Genau, 2008 hatte ich mich beworben, habe es unter die letzten 2% geschafft, aber dann nicht mehr die letzten zwei Runden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dumm gelaufen, jetzt musst du halt weiter dem S\u00fcdpol treu bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB:&nbsp;&nbsp;&nbsp; Oder es kommt bestimmt noch einmal was verr\u00fccktes, oder?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Ja, irgendwas findet man immer, also so ist es ja nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Was treibst du heute so? Ich habe gelesen, du betreust Expeditionskreuzfahrten weil du Pinguine sehen wolltest. Die gibt es zwar in der Antarktis aber nicht am S\u00fcdpol.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Ja, vor 10 Jahren habe ich angefangen auf Expeditionskreuzfahrtschiffen in die Antarktis zu fahren und da bin ich jetzt in zwei Wochen wieder f\u00fcr drei Monate in der Antarktis unterwegs und eben ja aus dem Grund, weil ich auch einmal Pinguine sehen wollte. Ich war schon jahrelang in der Antarktis aber konnte die Pinguine, die ich gesehen habe an einer Hand abz\u00e4hlen. In McMurdo, an der Bodenstation \u00fcber die wir zum S\u00fcdpol einfliegen, die ist an der K\u00fcste, aber selbst da ist es schwierig und jetzt habe ich aber schon in den letzten Jahren, ja auf ein paar Millionen Pinguine komme ich jetzt schon.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ganz herzlichen Dank!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB:&nbsp;&nbsp;&nbsp; Robert, wir machen das am Schluss immer so, dass unser Gast eine Minute hat, wo er der Welt da drau\u00dfen eine Botschaft vermitteln darf. Du darfst gerne Werbung f\u00fcr dich machen oder eine Herzensangelegenheit oder irgendetwas, was du den Leuten gerne mitgeben m\u00f6chtest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Wir stoppen auch nicht mit!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Robert Schwarz: Dann nehme ich nat\u00fcrlich den Anlass und stelle noch einmal mein Buch vor, das jetzt vor etwa zwei Monaten rausgekommen ist: \u201eUnter den Polarlichtern der Antarktis\u201c zusammen mit Felicitas Mockler geschrieben, waren beide Sch\u00fcler auch am Max Born [Max-Born-Gymnasium Germering], wie Bernhard auch und das beschreibt eben den Tagesablauf oder was da unten sich so ereignet wenn man auf dieser Station lebt &#8211; nicht sehr wissenschaftlich. Wir beschreiben die Experimente zwar auch ein bisschen, aber es geht haupts\u00e4chlich um das Leben da unten. Im Knesebeck Verlag in M\u00fcnchen erschienen. Kann man in jeder Buchhandlung bekommen. Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk braucht\u2026 Liest sich sehr angenehm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB: &nbsp;&nbsp; Sehr gut! Dann sagen wir erstmal herzlichen Dank an dieser Stelle. Bernhard, hast du noch was?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BS:&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Achso, ja, checkt auf jeden Fall mal den Projekt-Werkraum. Da gibt es u.a. ein Update zu unserem Einf\u00fchrungskurs in das Projektmanagement. Und nat\u00fcrlich vieles mehr rund um das Thema Projekte. Aber ich glaube, das war\u00b4s dann auch schon.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CB:\u00a0\u00a0\u00a0 Genau und Informationen zu Robert findet ihr den Shownotes zu unserem kleinen Video hier. Das war es. Ich mach jetzt auch eine Winterpause und besuche \u00fcbrigens Pinguine \u2013 Pinguine in S\u00fcdafrika.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ZoomIn &#8211; Das Projektinterview ist eine Reihe des <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/company\/projekt-werkraum\/\" target=\"_blank\">Projekt-Werkraums auf LinkedIn<\/a>. Und hier geht es noch zur <a href=\"https:\/\/vimeo.com\/779279167\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Video-Fassung auf vimeo<\/a>.<\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4961 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4961')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4961').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"recommend\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"schlossblog\",\"tweet_text\":\"Transkript%20vom%20S%C3%BCdpol%20%C2%BB%20schlossBlog\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"},\"xing\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"},\"t3n\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an t3n senden. 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