{"id":4123,"date":"2019-08-29T08:26:37","date_gmt":"2019-08-29T06:26:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhardschloss.de\/blog\/?p=4123"},"modified":"2024-12-30T11:48:24","modified_gmt":"2024-12-30T09:48:24","slug":"gelesen-rettet-das-spiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernhardschloss.de\/blog\/gelesen-rettet-das-spiel\/","title":{"rendered":"Gelesen: Rettet das Spiel!"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone\" src=\"https:\/\/lh3.googleusercontent.com\/Cgthgqdzs-bcPW_ohLyj6L-ywQOO-f6yX9Q4O0SwMiFlpORjytXQsmghfjP6-Znh1xjlQ6O3s1mMfWYaFaGiBkCyKhiI6h2vmhWvI0svvOgMoA5TMwLwXcZLIhpLIidd3pq8wFCT8uCHwy2-f9PWr44KbahTuxFzEZNnNFGoq9BspjWROmFRU-dvZKKJUegpmDF3mGuuqG2iMJM82x0qKgVV5Qf409R5JT_kR99nqfPcDDCibunDEyAcvyFMeT_CZgYr0wkDjjLMYTWc7tNLoQtEcgF7Yqa2TRyhYbhHRu8bw0_DHjz8qPPmBVusIEuOhnXd1jlYFKOuJuNl5KMgOtFbS-z5xLsg9FIt6sAq7XDP6nHIyyU6V-UNA4meV39_72DfFec7cgKqaJJ4qlrDB2GSETBNs_u4u7NLKe0R2y-ZWGS-tuCozC6XYXMx5VEdtqeL7s67oyFWKAeFPYdnzm6mWaTo0-wN3tvFnOksQ1cuYyKCyTXKzbNfoD6riytC9nNRGwJbDFFYdPQ8rUBndGREqVqkyWVOSolXJgT9XmHF45HZnamMHM8Ad5r5yM50RQZKLyLfRKP4Jxys48eTiLM_C1M0dlnkWO8NUqr2TzGZn3uQgTpu9NmA_Jc7C0I=w680-h453-no\" alt=\"\" width=\"200\" \/>Muss man ein theoretisch\/philosophisches Buch \u00fcber Spiele lesen?<\/p>\n<p>Nein, muss man nicht, kann man aber.<\/p>\n<p>Und durchaus erhellend ist die Einordnung des Spiels als elementares Prinzip der Evolution und des Lebens.<\/p>\n<p>Gerald H\u00fcther (ja, der Hirnforscher) und Christoph Quarch liefern neben einer wissenschaftlich\/philosophischen Einordnung auch eine kleine Kulturgeschichte und ein Pl\u00e4doyer zur Rettung des Spiels. Bei letzterem schie\u00dfen sie etwas \u00fcber das Ziel hinaus und werden mir zu dogmatisch. Sie stilisieren stark die Bedrohung des homo ludens (des spielenden Menschen) durch den homo oeconomicus und den homo faber. Sie warnen vor der reinen Konsumhaltung (statt des aktiven Spiels) und das elektronische Spiel vor dem Monitor erschlie\u00dft sich ihnen nicht. Hier gehen sie mir zu weit. Ich folge ihrer Wertsch\u00e4tzung von Kreativit\u00e4t und Spiel, die Absch\u00e4tzung verschiedener Varianten geht mir aber zu weit und ist nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Lediglich die Reduktion des Spiels auf den Konsum oder die elektronische Variante ist zu bedauern, nicht aber diese Varianten an sich. Sie haben im breiten Spektrum des Spiels durchaus ihren Platz und ihre Berechtigung. Homo ludens, homo oeconomicus oder homo faber sind f\u00fcr mich lediglich Denkfiguren &#8211; vielleicht auch Leitbilder in bestimmten Epochen. Der H\u00f6hepunkt der Verehrung des homo oeonomics ist aber l\u00e4ngst \u00fcberschritten. Seine Kritik beginnt sp\u00e4testens in den 60er Jahren und hat zuletzt mit Autoren wie Kahnemann oder Taleb auch breite Kreise erreicht.<\/p>\n<p>Die beiden Autoren identifizieren drei zentrale Signaturen eines jeden Spiels: Verbundenheit, Freiheit und Darstellung. Sie betrachten die Spielfamilien Geschicklichkeitsspiele, Wettkampfspiele, Schauspiele (einschlie\u00dflich der Kultspiele) und Gl\u00fccksspiele. Sie betrachten Spiel und Spielraum als Quelle von Kreativit\u00e4t und Innovation und somit auch als Voraussetzung f\u00fcr (wirtschaftlichen) Erfolg. Sie kritisieren die Notenoptimierung zu Lasten von &#8222;Spielr\u00e4umen&#8220; in unserem Schulsystem und bieten letztlich ein leidenschaftliches Pl\u00e4doyer f\u00fcr das Spiel:<\/p>\n<blockquote>\n<p>\u201eDenn wo Menschen miteinander spielen, \u00f6ffnet sich der Raum des Zwischenmenschlichen, in dem sich Neues, Unverhofftes zeigen kann.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Gerald H\u00fcther, Christoph Quarch, <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3446447016\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rettet das Spiel: weil Leben mehr als Funktionieren ist<\/a>, M\u00fcnchen 2016, ISBN-13: 9783446447011 (Amazon)\u00a0<\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_4123 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_4123')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_4123').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"\",\"perma_option\":\"off\",\"action\":\"recommend\",\"language\":\"de_DE\"},\"twitter\":{\"reply_to\":\"schlossblog\",\"tweet_text\":\"Gelesen%3A%20Rettet%20das%20Spiel%21%20%C2%BB%20schlossBlog\",\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"},\"xing\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"\",\"perma_option\":\"off\",\"language\":\"de\",\"referrer_track\":\"\"},\"t3n\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an t3n senden. 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