Grenzen der Modellbildung, Grenzen der Wahrnehmung

System Denken und unsere Wahrnehmung sind sich sehr ähnlich und beruhen auf den gleichen Prinzipien.

Unsere reale Welt ist gekennzeichnet durch Akteure und deren Interaktionen, die sich gegenseitig beeinflussen.

Unsere VUCA Welt ist komplex. Wir können versuchen sie als System zu verstehen.

Wir können Akteure und Interaktionen identifizieren und beschreiben.

Ein System ist zunächst durch seine Systemgrenzen gekennzeichnet.

Was ist System und was ist Umwelt?

Wir können die Welt in der wir leben beobachten und analysieren.

Zwar sind wir keine unabhängigen Beobachter (wir sind schließlich selbst Teil des Systems und stehen mit diesem in Interaktion oder sind sogar selbst Bestandteil des Systems – wer das nicht glauben mag, dem sei der Erzählband  „Die New York Triologie“ von Paul Auster empfohlen).

Elementar für diese Analyse unserer Welt ist unsere Wahrnehmung.

Auch das in diesem Artikel entwickelte Modell ist selbstbezüglich.

😉

 

Wir können verschiedene Felder identifizieren und unsere Interpretatiton und Deutung kann beginnen.

Und erst die Verarbeitung unserer Wahrnehmung, unserer Sinneseindrücke erlaubt Lernen.

Der Lenprozess, unsere Erkenntnis erlaubt eine Modellbildung.

Das Modell ist etwas in sich eigenständiges, mit dem wir versuchen ein System/die reale Welt zu beschreiben.

Modell und Realität haben die gleichen (farbigen) Felder gemein. Und doch sind sie sehr unterschiedlich. Statt der konkreten Interaktionen finden sich nur mehr Muster.

Im Modell wurde die Komplexität reduziert. Das kann hilfreich sein und gleichzeitig beliebig falsch. Es ist auf jeden Fall Vorsicht geboten.

Unsere Wahrnehmung funktioniert genauso wie diese Form des System Denkens. Die Projektion auf unsere Netzhaut wird letztlich durch einen kognitven Prozess in ein Modell unserer Umwelt übertragen. Unsere Wahrnehmung ist eines unserer schärfsten Werkzeuge, aber wie uns Sinnestäuschungen vor Augen führen: Fehleranfällig, wie jede Systemmodellierung.

Die Grenzen des System Denkens und die Grenzen unserer Wahrnehmung sind sich nicht unähnlich.

Trotzallem ist System Denken wichtig und hilfreich. (Ohne unsere Wahrnehmung könnten wir ja auch nicht leben.) Wir sollten uns lediglich dieser Grenzen bewusst sein und unsere Modelle/unsere Wahrnehmung reflektieren und hinterfragen.

Beitrag #746 auf schlossBlog

Dieser Post  ist inspiriert von Susan Gasson, deren Beitrag die grafische Darstellung entlehnt ist.



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