#311 Mal wieder: Projekterfolg

Habe mich heute gemeinsam mit meinem Sohn Jonas (6) einem vollkommen sinnlosen Projekt hingegeben: Wir haben die letzten Reste des dahinschmelzenden Schnees in unserem Garten zusammen gekratzt, um etwas damit zu bauen (bei den aktuellen Temperaturen, ein wirklich sinnloses Unterfangen). Irgendwie habe ich dabei über ein PM-Thema sinniert: Projekterfolg, bzw. Erfolgskriterien.

Klar, rein formal betrachtet definiert der Projektauftrag die Erfolgskriterien, aber haben wir nicht alle schon Projekte erlebt, in denen ex post bei der Beurteilung des Projekterfolgs niemanden mehr der ursprüngliche Projektauftrag interessiert hat? Ist es nicht viel mehr so, dass die Beurteilung der Stakeholder darüber entscheidet, ob im Nachhinein ein Projekt als erfolgreich angesehen werden kann oder nicht?

Ich glaube, Jonas – als Stakeholder – hat unser heutige Vorhaben überhaupt nicht als sinnlos betrachet. Und ehrlich gesagt, hatte ich allein schon aufgrund seiner Zufriedenheit meinen Spaß.


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Ein Kommentar zu “#311 Mal wieder: Projekterfolg”

  1. Thomas
    25. Dezember 2009 um 10:13

    Hallo Bernhard,

    Deine Anmerkung zur Korrelation von Projekterfolg und Stakeholderzufriedenheit kann ich nur unterstreichen. Ich habe in 2009 an einem Projekt gearbeitet, dass mit einem Projektauftrag begann, der manches sagte und der so ca. ab Mai diesen Jahres kaum noch Relevanz hatte.

    Dennoch glaube ich, in einem erfolgreichen Projekt zu arbeiten. Und zwar einem bei dem Leitlinien existieren, eine abstrakte Zieldefinition existiert (es gibt eine Zielbeschreibung der Geschäftsführung auf hoher Ebene. Betrachtet man nun aber Details und Teile des Gesamtprojekts so haben sich in diesem Jahr schon einige Veränderungen ergeben.

    Diese sind aber nicht schlimm, weil meine Stakeholder (Kunde, eigener Produktmanager, etc.) mit den jetzt vorhandenen Ergebnissen und den sich daraus ergebenden nächsten Schritten für 2010 zufrieden sind.

    Ich habe sogar etwas Ähnliches gemacht, wie Du mit Deinem Sohn. Für eine Weile habe ich meinen Kunden in einem – aus meiner Sicht – absolut sinnlosen Unterfangen unterstützt. Diese Tätigkeiten hatten jedoch zur Folge, dass mein Kunde etwas lernte, er also einen Erkenntnisschub hatte und ich die Zeit nutzen konnte, um die nächste Idee sauber vorzubereiten.

    Und auch hier hatte ich einen Stakeholder glücklich gemacht und war deswegen in seinen Augen erfolgreich.

    Wir werden das übergeordnete Ziel der Geschäftsführung nicht aus dem Auge verlieren, dass ist klar. Aber zwischendurch werden sich Teilerfolge hauptsächlich aus der Zufriedenheit verschiedener Stakeholder und vor allem des Kunden definieren.

    Frohe Weihnachten,
    Thomas

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