Monatsarchiv für Mai 2013

 
 

In eigener Sache: Feeds

Auch wenn Feeds in der allgemeinen Social Media Euphorie scheinbar an Bedeutung verloren haben, auch wenn die Feed-Unterstützung von Browsern mehr und mehr zu wünschen übrig lässt, auch wenn Google seinen FeedReader einstellt – ich halte Feeds weiter für ein wichtiges Medium der Web 2.0 Welt und nutze sie selbst intensiv (mittlerweile über feedly) um gezielt eine größere Zahl von Blogs aktiv zu verfolgen. Nachdem mich jüngst eine Anfrage hierzu erreichte, habe ich die Feeds zu schlossBlog jetzt in die BlogRoll aufgenommen.

Sie sind zu erreichen über:

#567 Erfolg und Scheitern auf der Meta-Ebene

Und wieder einmal geht es um Erfolg und Scheitern von Projekten, aber diesmal nicht auf Ebene des einzelnen Projekts, sondern auf der Meta-Ebene.

Den mit Abstand inspirierendsten  Impuls zum Thema habe ich in der aktuellen Session Dokumentation zum PM Camp Stuttgart gefunden: Vermutlich zurückgehend auf Eberhard Huber, wird dort der Projekterfolg nicht aus Sicht des Projekts, sondern in einer Meta-Perspektive diskutiert (Doku auf openPM):

 Viele Projekte sind ggf. nur Teilschritte eines größeren Veränderungsvorgangs (vgl. Portfoliomanagement). Möglicherweise ist in einer Sequenz von Projekten ein scheinbarer Misserfolg nötig, ggf. sind die Misserfolge nur Lernschritte auf einem größeren Weg auf dem das konkrete Projekt nur einen Teilschritt darstellt.

Die Beurteilung des Projekterfolgs erfolgt also nicht mehr auf der Ebene des einzelnen Projekts (Projektauftrag, Stakeholdererwartung, etc.), sondern im Kontext des organisatorischen Anpassungs- und Erneuerungsprozesses.

Das Scheitern vieler Projekte vor dem Hintergrund innovativer Prozesse scheint normal. Scheitern heißt lernen. Interessant scheint die Implikation auf die Business Case Betrachtung. Sind hart gerechnete Business Cases vor dem Hintergrund der hohen Rate gescheiterter Projekte überhaupt sinnvoll?

Aber trotzdem brauchen Organisationen Projekte um ihre Fähigkeit zur Selbsterneuerung und Erhaltung zu beweisen.

Wir stehen erst am Anfang einer spannenden Diskussion!

#566 re:publica 13

Nein, ich war nicht dabei bei der gerade in Berlin gelaufenen re:publica, der jährlich stattfindenden Web 2.0-Konferenz, aber in Zeiten von YouTube ist das ja auch gar nicht so schlimm und so habe ich mir gestern Abend die diesjährigen Beiträge der „Starredner“ Gunter Dueck und Sascha Lobo in aller Ruhe angesehen. Beides viel zitierte, aber auch skurile Lichtgestalten der Web 2.0-Szene. Beide kritisch, aber auch mit viel Selbstironie.

Randbemerkung:

Beide hatten während Ihrer Vorträge Probleme mit der Hardware aus angebissenem Obst (und ich dachte, so etwas gäbe es nur in der Windows Welt)…

Gunter Dueck – Aufruf zum metakulturellen Diskurs

Zunächst seziert Dueck die Soziologie unserer Gesellschaft, ehe er zum Thema Innovation, dem Thema seines aktuellen Buches (mehr demnächst) schwenkt. Und mit einem Augenzwinkern lernt man auch noch, wie das mit dem Angrillen auf den Neckarwiesen am besten funktioniert und dass er persönlich keine Probleme mit der Drosselkom hat, weil er keine Filme guckt…

Sascha Lobo – Überaschungsvortrag

Ebenfalls gewohnt launig und ironisch steuert Sascha Lobo letztlich auf sein aktuelles Projekt zu: Reclaim Social Media, das er gemeinsam mit Felix Schwenzel ins Leben gerufen hat. Die beiden fordern dabei auf, die Welt der Blogs zu reanimieren und die eigenen Inhalte aus den gängigen  Social Media Plattformen zurückzuholen in den eigenen Blog. Dabei geht es Ihnen noch nicht einmal darum den Plattformen etwas wegzunehmen, sondern die Inhalte zumindest zu synchronisieren und an einer Stelle, nämlich dem eigenen Blog den Gesamtüberblick (oder wie sie sagen: Die Kontrolle) wieder zu erlangen. Sie haben dafür die Entwicklung eines eigenen WordPress-Plugins gestartet.

Die Idee hat mehr als nur Charme. Leider haben die Social Media Plattformen die Web 2.0-Welt nicht nur vorangetrieben, sondern gleichzeitig auch untergraben. Diskussionen zu einem Blogartikel finden heute eher auf den Social Media Plattformen statt, als bei dem jeweiligen Artikel selbst. Durch das Liken und Sharen sind die Nutzer faul geworden und von der Quelle im Blog findet man oft gar nicht mehr zum Kommentar.

Ganz in diesem Sinne gibt es von mir für Reclaim Social Media ein eindeutiges +1

😉

In eigener Sache

#565 moocfellowship – Die kostenlose(?) Online-Universität

Jan Foelsing hat uns bei openPM auf den gerade laufenden Wettbewerb „MOOC Production Fellowship“ aufmerksam gemacht. Dahinter verbirgt sich die Berliner Firma Iversity, die gemeinsam mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft diesen Wettbewerb ins Leben gerufen hat. Prämiert werden bis zu zehn Lehrende oder Lehrteams für ihr Konzept eines innovativen Massive Open Online Course (MOOC). Die Preisträger erhalten je 25.000 Euro Förderung zur Realisierung ihres Online-Kurses. Ziel ist es, im Rahmen des Wettbewerbs fünf Kurse für das WS 2013/14 und weitere fünf Kurse für das SS 2014 zu produzieren. Die Online-Kurse werden auf der von iversity entwickelten Plattform kostenfrei angeboten und stehen allen Interessierten offen. (Hier der Bericht im Focus.)

Hört sich spannend an! Wobei ivority nicht selbstlos ist, denn dahinter steckt ein Geschäftsmodell: Finanzieren will ivority seine Lernplattform künftig mit Examensgebühren, Lizenzen für die Universitäten und Instrumenten für Unternehmen, um die besten Studenten für jedes Fachgebiet zu ermitteln.

Aktuell läuft im Wettbewerb die Abstimmungsphase noch bis 22. Mai, an der jeder teilnehmen kann. Wer will kann für die Kurse, die ihn besonders interessieren voten.

Ein erster Blick auf die Liste der Kandidaten enthält zwei Konzepte zum Thema Projektmanagement:

Aber auch darüber hinaus gibt es interessante Konzepte. Hier eine subjektive Auswahl: