Monatsarchiv für Mai 2010

 
 

#364 Das Beste von allen

Andreas Heilwagen hat einen Video-Podcast von Andy Murray, dem leitenden Autor der aktuellen Prince2-Version ausgegraben, indem dieser erklärt, wie sich Prince2 und PMBOK ergänzen. Ich bin kein Freund davon, die verschiedenen PM-Standards als konkurrierende Ideologien zu sehen (auch wenn sich die Herausgeber mitunter so verhalten). Es ist sicher aber auch falsch, alles zu einem Super-Mega-Ultra-Standard zu mergen. Dann haben wir zwar ein perfektes Regelwerk mit dem wir uns beschäftigen können, aber den Sinn und Zweck unserer Projekte längst vergessen. Vielmehr ist ein situatives Cherry-Picking – also je nach Anforderung das Geeignetste aus den unterschiedlichsten Ansätzen – pragmatisch angewandt, die richtige Vorgehensweise. In Projekten ist nicht der Weg (also das Projektmanagement) das Ziel, sondern die Problemlösung, auch wenn dies mitunter vergessen wird.

#363 Office: Excel 2010 auf Chandoo.org

Chandoo.org (formerly known as Pointy Haired Dilbert) hat bereits eine ganze Reihe von (englischsprachigen) Beiträgen zu Excel 2010:

What is new in Excel 2010?
What are Excel sparklines and how to use them?
Conditional Formatting
How to make new Ribbons
Understanding Backstage

#362 VisualPM: Post-Its

Wenn Sie noch Anregungen suchen, wie man Post-Its kreativ einsetzen kann, dann schauen Sie doch mal bei Michael Gerharz vorbei, der hat mal schnell Post-Its für Fortgeschrittene zusammengefasst.

#361 Office: Excel 2010

Nach meinem eigenen Erfahrungsbericht hier ein Beitrag des CIO-Magazins über die Neuerungen von Excel 2010.

#360 Office: Selbstversuch Office 2010

Nachdem hier zuletzt schon die ersten Berichte über Office 2010 verlinkt waren (PPT 2010, Project 2010)  folgen nun die ersten eigenen Erfahrungen nach 2 Tagen auf dem neuen Office. Und um eins vorwegzunehmen: Von 2007 zu 2010 ist es nur ein logischer Schritt, eine kontinuierliche Entwicklung. Der Sprung von 2003 auf 2007 ist gefühlt weit größer.

Die Einführung der Ribbons hat im Office 2007 bei vielen Anwendern schon für einen Aufschrei gesorgt. Die vertraute Menüführung wurde durch die Ribbons abgelöst und die Sucherei nach den Funktionen begann. Da konnte Microsoft noch so oft erzählen, dass die Ribbons ergonomischer sind und dass jeder Befehl jetzt über maximal 2-Clicks erreichbar sein soll – es war zunächst ungewohnt.
Für alle die sich bislang nicht an die Ribbons gewöhnen konnten die schechte Nachricht: Ribbons sind jetzt im gesamten Office  angekommen. Waren bislang Outlook, Project, Visio noch von den Ribbons verschont, sind auch sie jetzt im neuen Gewand. Aber um ehrlich zu sein, mittlerweile betrachte ich die Ribbons und ihre kontextspezifische Gestaltung als echte Bereicherung – ungewohnt, aber nicht unpraktisch.
Im Ribbonband gibt es in 2010 jetzt aber wieder an erster Stelle einen klassischen Menüpunkt: Datei – stimmt, den hatten wir in 2007 vermisst. Im neuen Office-Jargon nennt man diesen Bereich Backstage.
Die grundlegenden Funktioneen für Drucken, Speichern, etc. finden sich dort und wurden anscheinend generalüberholt. Leider auch die zugehörigen Tastaturbefehle – ich kann mich nicht erinnern je über Alt-D, U ins Druckmenü gekommen zu sein…
Auffallend im Backstage-Bereich sind u.a. Funktionserweiterungen für Collaboration , insbesondere die Sharepoint-Integration. Hier zeigt sich ein Zukunftstrend für die Office-Applikationen, wer aber an einem isolierten Einzelplatz arbietet wird dies kaum ausschöpfen.

Mit den Verbesserungen im Detail können wir uns auch von einigen externen Add-ins verabschieden. In Powerpoint kann man jetzt z.B. auch Youtube-Videos integrieren (entsprchende Add-ins  von Drittanbietern kann ich jetzt getrost deaktivieren).
Quicksteps in Outlook scheinen vielversprechend. Quicksteps sind in die Ribbons integriert und fassen Arbeitsschritte für häufig verwendete Aktionen zusammen, ähnlich wie Makros. Die Quicksteps können kopiert, erweitert und an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. 
Deaktivieren muss ich aber leider auch Google Sync, denn Die Synchronisation des Outlook-Kalenders mit einem Google Kalender wird von Google noch nicht angeboten Google Sync motzt bereits bei der Installation von Office 2010. In Foren findet sich der Hinweis, wie man die Versionsbezeichnung in der Outlook.exe manipulieren kann, dass es wieder funktiniert, aber das kann ja so wohl nicht im Sinne des Erfinders sein. Ich werde jedenfalls auf eine neue Version von Google warten. Nachdem es sich scheinbar nur um ein Problem der Versionsprüfung in Google Sync handelt, kann das ja nicht solange dauern.
In Outlook gibt es u.a. für Kalender und Notizen neue Ansichten. Vielleicht sind nicht alle so neu, aber immerhin sind sie mir jetzt zum ersten mal aufgefallen. Das im Kalender keine Kalenderwochen mehr angezeigt werden , ist wohl schon seit 2007 so, aufgefallen ist es mir allerdingsauch erst jetzt. In 2003 finden sich die KW Angaben noch. Zur Email-Vorschau gibt es jetzt einen Personenbereich, in dem die bisherigen Mails, Anhänge, etc. des Absenders angezeigt werden. Unterhaltungen erinnern an Google Waves. Ausgewertet wird der Email-Betreff, aber schleicht sich zwischendurch eine weitergeleitete Mail ein, dann war es das auch schon wieder mit der schönen Übersicht und Outlook macht eine neue Unterhaltung auf.
Bei den Ribbons geht Access noch weiter als bislang. Die Gestaltung der Ribbons für Entwickler scheint erheblich erweitert worden zu sein: (siehe auch: http://www.accessribbon.de/?Neues_in_Access_2010).
Weitere Features sind z.B.  in Excel  eine Live-Vorschau beim Einfügen und in Word gibt es viele Formatierungsfunktionen für Schriften, wie Schatten, Spiegelung, etc..

Soviel nach den ersten 2 Tagen mit Office 2010.

#359 Komplexität in Projekten

In meinem Feedreader hängen geblieben bin ich an einem Beitrag von Torsten J. Koerting zum Thema Komplexität von (Prozess-)Projekten. Der Kollege hat einen generischen Ansatz entwickelt in dem er für bestimmte Ausprägungen in fünf vordefinierten Dimensionen konkrete Handlungsempfehlungen für Projekte gibt. Das Ganze ist sehr klug und inspirierend, aber hängen geblieben ist bei mir insbesondere das Zitat, in dem er diesen Ansatz als pragmatisch bezeichnet, den ich trotz seiner Vorzüge doch eher als theoretisch bezeichnen würde.

#358 Basisfähigkeiten (3): Sidekick

Den zweiten Teil dieser kleinen Reihe, der sich schwerpunktmässig dem Thema Wahrnehmung gewidmet hat, möchte ich gerne noch ergänzen mit dem Link zu einem aktuellen Artikel von Florian Rustler, der sich damit beschäftigt, wie unser Gehirn Innovationen verhindert. Letztlich beschreibt er genau einen dieser Filter, die ich im vorangehenden Beitrag dieser Serie angesprochen habe. Wir haben abzuwägen zwischen Kreativität und Effizienz. Der beschriebene Filter fokusiert auf Effizienz. Wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir aber auch eingreifen und je nach situativen Bedürfnissen auf das Postulat der Effizienz oder aber einen kreativen Ansatz setzen.

#357 Update: Projektmanagement TV

Stefan Hagen und Bas de Bar machen mit ihrem Projektmanagment TV weiter und sind mittlerweile bei Episode 3 angelangt. Stefan versucht obendrein die jeweilige Episode in einer Mindmap auf pm-Blog.com zusammenzufassen.

Projektmanagement TV – Episode 2: Relativierende Sprache
Projektmanagement TV – Episode 1: Trends im Projektmanagement
Projektmanagement TV – Episode 0: Einführung

#356 Nachschlag: Risikomanagement

Zuletzt hatte ich hier Andreas Heilwagens Ausführungen über Erfolgsfaktoren im Risikomanagement empfohlen. Jetzt hat Andreas noch einmal nachgelegt und ein Template für ein englischsprachiges Risk-Register bereitgestellt. Zum Thema Risikomanagement auch gleich noch ein weiterer passender Link zu  Lynda Bourne´s Ausführungen über Stakeholder und ihre Einstellungen zu Risiken. Linda beschreibt die Knowledge-Awareness-Matrix, die uns das Dilemma zwischen den Dingen, die wir wissen, und den Dingen, die unsere Aufmerksamskeit geniessen beschreibt. In diesem Dilemma stecken wir sowohl im Risikomanagement als auch im Stakeholdermanagement.

#355 Basisfähigkeiten (2): Wahrnehmung

Unsere Wahrnehmung ist das Tor zur Welt. Sie ist der Filter, der bestimmt, was wir überhaupt weiter verarbeiten können, welche Signale wir interpretieren und worauf wir überhaupt reagieren können.
Mit dem Filter ist es so eine zweischneidige Sache: Er schützt uns vor dem Information Overload und hilft uns auf Dinge zu fokusieren. Er blendet aber auch Dinge aus, die uns helfen könnten oder wichtig für uns wären.
Zunächst ist es wichtig, dass wir uns dieser Mechanismen bewusst sind, dann können wir sie auch für uns einsetzen und sie werden zu Erfolgsfaktoren. Wir können den Filter für uns nutzen, sollten uns aber seiner „blinden Flecken“ bewusst sein und es würde auch nicht schaden ihn regelmäßig zu „reinigen“, so wie man seine Brille regelmäßig putzt.

Zwei Beispiele für die Wirkungsweise unseres Filters:

(1) Machen wir ein kleines Experiment! Sehen Sie sich das folgende kleine Basketball-Video auf Youtube an und zählen dabei genau mit wieviele Pässe die Spieler der weißen Mannschaft werfen.

Haben Sie gut aufgepasst?
Wieviele waren es denn?
Ehrlich gesagt interessiert und das Basketball-Spiel gar nicht, aber haben Sie den Bären gesehen?
Wenn nicht, schauen Sie sich das Video ruhig noch einmal an und diesmal zählen Sie nicht mit, sondern achten darauf, was sonst noch passiert.
Den meisten von uns geht es so, dass sie so auf das Zählen fixiert sind, dass sie nicht einmal registrieren, dass ein Bär das Spielfeld betritt.
Zugegeben, das Experiment war unfair und Sie wurden absichtlich auf die falsche Fährte gesetzt, aber im realen Leben, wissen wir im vorhinein oft auch nicht, wo es lang gehen wird und sind allzu häufig mit „Zählen“ beschäftigt.

(2) Wir können Filter aber auch nutzbringend einsetzen, z.B. beim Management by Objectices (MbO). Die Funktionsweise des Management by Objectives  beruht auf der genannten Filterwirkung indem die Aufmerksamkeit auf die gewünschen Ziele gelenkt wird und verstärkt dies noch durch ein Commitment der beteiligten Parteien.

Wie das Management by Objectives zeigt, können wir nicht nur mit der eigenen Wahrnehmung arbeiten, sondern auch mit der Wahrnehmung anderer. Im Rahmen des MbO geschieht dies in legitimer Form – weil allen Beteiligten transparent -, aber die Grenze zur Manipulation ist natürlich fließend. Hier setzt z.B. auch die Kritik an den Methoden des NLP an. Doch auch hier gilt wieder: Sind wir uns der Zweischneidigkeit unserer Wahrnehmung bewusst, so erleichtert dies den verantwortungvollen Umgang mit Methoden und Werkzeugen und hilft uns gleichzeitig  Manipulatioenn oder Fehlleitungen (z.B. wenn wir uns in eine fixe Idee verrennen) zu erkennen.

Weitere Beiträge dieser Reihe: Teil 1