Monatsarchiv für Juli 2009

 
 

#218 GANTT mit Excel 2007

Wie im vorangehenden Beitrag angekündigt, hier eine kurze Beschreibung zum Projektplan-Template:

  • Die Datei hat drei Reiter, zwei davon mit Planungstemplates, einer mit Hilfsdaten. Auf den Einsatz von Makros wurde bewusst verzichtet.
  • Aus den Angaben Projektbeginn (B2) und Projekteende (B3) in den Template-Reitern wird die Beschriftung der Datumsachse abgeleitet.
  • Der Zellbereich A5:G1005 ist in den beiden Templates als Tabelle definiert. und dient der Erfassung der Planungsdaten.
  • Im Reiter berechnete Dauer wird davon ausgegangenen, dass in der Tabelle Anfangs- und Enddatum zu jedem Vorgang erfasst werden. Die Berechnung der Dauer in Arbeitstagen (und nicht in Kalendertagen) erfolgt dann automatisch per Excel-Formel.
  • Im Reiter berechnetes Ende wird wiederum aus der Eingabe von Vorgangsdauer und Anfangstermin, das Endedatum ermittelt.
  • Für die Zuordnung der Verantwortlichen für einen Vorgang kommt die Namensliste aus dem Hilfsblatt (ebenfalls als Tabelle definiert) zum Einsatz. Mittels Gültigkeitsüberprüfung wird in den entsprechenden Eingabefeldern der Planungsreiter eine Dropdwonliste mit den Namen aus dem Hilfsblatt angezeigt.
  • Die Vorgangsbalken, sowie die graue Hinterlegung der Wochenenden (zur besseren Orientierung) erfolgt über bedingte Formatierungen. Excel 2007 ist im Gegensatz zu den Vorgängerversionen hier nicht auf drei Regeln beschränkt.

#217 GANTT mit Excel?

Die Frage ist müßig: Warum sollte man ein GANTT-Chart (Balkendiagramm) in Excel erstellen? MS Project macht das doch automatisch.

Und trotzdem: Im Projektalltag verfolgen uns diese Excelplanungen dann doch. Nicht jeder, der den Plan lesen muss, hat auch einen Project Client, Excel ist sowieso zur Hand, diverse Listen und Planungen liegen bereits im Exel-Format vor,…

Ich glaube, ich habe schon mehr Excle-Templates für Planungen gesehen, als es PM-Tools gibt. Ignatz Schels ist ein Meister solcher Excel-Tools, aber auch im Internet wird man fündig: Stefan Hagen hat jüngst eine Variante mit GoogleDocs eingestellt, die sich nach Excel exportieren lässt. Bei Microsoft findet sich eine Variante, die die Diagramm-Funktionen von Excel nutzt. Hier ein ähnlicher Vorschlag auf Online-Excel.de. Auch im Abo-Dienst des Projekt-Magazins sind schon einige Beiträge zum Einsatz von Excel erschienen. Auch mein Testmanagement-Toolset im Projekt-Magazin, enthielt eine Variante. Als kleine Spielerei habe ich die darin enthaltene Lösung noch etwas aufgebohrt. Den Download für dieses Templates für Excel 2007(!) finden Sie hier. Die Datei ist bewusst im XLSX-Format, da einige Funktionen genutzt werden, die in älteren Excel-Versionen nicht zur Verfügung stehen. Eine Beschreibung zum Template finden Sie im nächsten Beitrag.

#216 Zunehmende Agilität…

Agile PM-Methoden sind nicht nur populär sondern durchdringen immer mehr die traditionellen Schulen und Institutionen. Da widmet projektMANAGEMENT aktuell als Organ der GPM in der aktuellen Ausgabe 4/2009 das Titelthema SCRUM: Von der Planung zur Selbstabstimmung. Aber nicht nur bei der GPM finden die Themen Niederschlag, sondern auch beim PMI. So wurde jüngst die Agile Community of Practice des PMI® gestartet. Andreas Heilwagen berichtet.

#215 Komplexität

Stefan Hagen widmet sich in einem lesenswerten Beitrag der Frage, wie man komplexe Probleme lösen kann und tritt dabei eine nicht minder spannende Diskussion in den Kommentaren los. Die Auseinandersetzung mit Komplexität an sich ist spannend. Nicht jede Komplexität ist beherrschbar, insofern sind wir mitunter gezwungen getreu der zitierten Formel VERSTEHEN-VEREINFACHEN-VERÄNDERN zu handeln. Die Kritik Probleme damit zu trivialisieren kann mittels „Learning Loops“ KONTINUIERLICH LERNEN & REFLEKTIEREN begegnet werden.

#214 projectFACE

Die Kollaborationbsplattform Projectplace hat einen witzigen Wettbewerb ins Leben gerufen:

www.project-face.com will Projekten „ein Gesicht geben“ – schweißtreibende Meetings, überfüllte Baustellen, Kaffeepausen, glückliche Projektleiter oder überarbeitete Praktikanten … einfach passende Bilder, Videos oder Meldungen auf Picasa, YouTube und Twitter mit ‚projectface‘ taggen und das war’s schon! Auf Projectface erfolgt dann die Bewertung und Preise gibt es auch zu gewinnen.

Die bisherigen Postings haben mich zwar noch nicht vom Hocker gehauen, aber vielleicht kommt ja noch das eine oder andere.

Ist natürlich PR für Projectplace, dessen muss man sich bewusst sein.

#213 BI (5/5) – Erfolgreiche BI-Projekte

Der kritische Ton in den vorangegangen Beiträgen soll keineswegs die Sinnhaftigkeit von BI-Lösungen in Frage stellen, aber auch hier gilt es das richtige Augenmaß zu finden.

BI-Projekte können erst dann als erfolgreich gewertet werden, wenn sie tatsächlich zu den Unternehmenszielen beitragen. Ist dies nicht der Fall, ist es egal ob es am falschen Umgang mit den Ergebnissen, den falschen Fragestellungen/Anforderungen, der Datengrundlage oder der Programmierung lag.

Wenn Sie weitere Informationen zum Thema BI suchen, empfehle ich Ihnen einige aktuelle Beiträge der Computerwoche:

In diesem Sinne wünsche ich Ihren BI-Projekten zum Abschluss dieser kleinen Reihe:

Gutes Gelingen!

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BI auf schlossBlog:
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In Teil 1 der Reihe finden sie eine Definition von BI und grundlegende Anforderungen von Kennzahlsystemen.
In Teil 2 wurde das Anforderungsdilemma in BI-Projekten beschrieben.
In Teil 3 rückt das Augenmerk auf die Unternehmensleitung und deren Umgang mit BI.
Teil 4 beschäftigt sich mit den elementaren Themen Datenqualität und Datenbereitstellung.
Im vorliegenden fünften Teil wird resümiert, was ein erfolgreiches BI-Projekt ausmacht.

#212 BI (4/5) – Datenqualität & Datenbereitstellung

Seit Ur-Zeiten der IT gilt das alte Grundprinzip: Garbage in – garbage out.

Was nützen die besten Auswertungen und Bericht, wenn die Datengrundlage nichts wert ist. Und manches ERP-System oder andere Applikation strotzt nur vor Datenleichen. In fast allen Migrationsprojekten sind deshalb vor der eigentlichen Migration aufwändige Bereinigungen und Analysen erforderlich. In den Auswertungen hat bis dahin die schlechte Qualität offenbar nicht gestört…

Datenqualität ist eine Facette, die nächste Frage ist, ob nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Gerade wenn unterschiedliche Vorsysteme einbezogen werden, ist beim besten Willen nicht selbstverständlich, dass alle Vorsysteme unter einer Größe  X auch das Gleiche verstehen, das sie gleiche Berichtszyklen haben, etc.  Die Tücke liegt im Detail. Schnell läuft man Gefahr sich in einer Scheingenauigkeit zu verlieren, die nichts anderes wiedergibt als die mittlere Krankenhaustemperatur. (Das Messen der Körpertemperatur eines Patienten mag für den Arzt ja aufschlussreich sein, aber der Durchschnittswert aller Patienten in einer Klinik ist nur mehr eine äußerst fragwürdige Größe.)

#211 BI (3/5) – …und die Unternehmensleitung

Nachdem BI die Unternehmensziele im Visier hat, geniessen BI-Projekte meist auch eine überproportionale Management Attention. Mitunter tappt dann auch die Unternehmensleitung selbst in das Anforderungsdilemma. Interessant ist, was mit den Ergebnissen aus den BI-Systemen passiert:

Dienen sie als Entscheidungsgrundlage?

Oder lediglich der Rechtfertigung längst getroffener Entscheidungen?

Werden Sie überhaupt genutzt?

In einem Unternehmensbereich eines Großkonzerns wurden aufwändig die FuE-Kosten ermittelt. Es wurde eigens ein zusätzliches Kontierungstool mit SAP-Anbindung eingeführt. Die Berichterstattung ging an drei Köpfe in der Bereichsleitung. In einem Gespräch Jahre später bestätigte mir der Assistent einer der drei Köpfe, dass zwei der drei Adressaten nie auch nur einen der Berichte angeschaut hätten. Der Dritte nahm die Berichte um seine eigenen Hochrechnungen in Excel zu plausibilisieren. Ausschlaggebend war aber Excel und nicht die Kostenauswertung aus SAP.

#210 BI (2/5) – Das Anforderungsdilemma

BI-Projekte stecken häufig in einem Anforderungsdilemma.

Denn sie wissen nicht, was sie wollen…

Statt klar auf die Ziele und Vorgaben zu fokussieren verlieren sich viele Anforderer in der Fragestellung, welche Informationen könnten vielleicht noch nützlich sein und welche Berichte gab es in der Vergangenheit. In einem großen Datawarehouse-Projekt, dass das Reporting über verschiedene ERP-Systeme und Unternehmensbereiche zusammenführen sollte, führte dies dazu, dass die Spezifikation des neuen Reportings quasi aus den Spezifikationen aller Altsysteme plus zusätzlicher, neuer Anforderungen bestand. Ein Monster war geboren, aber der eigentliche Projektauftrag und die Vorgabe Cross-Selling-Potentiale zu schöpfen wurden schier erdrückt.

… aber jeder kann mitreden…

Das Fatale an Reporting-Themen ist, das fast jeder meint mitreden zu können bzw. zu müssen. Und dies gilt leider nicht nur für die Inhalte, sondern auch für das Layout. Welche Hintergrundfarbe und wohin mit dem Button… Die Diskussionspunkte sind unzählig und wer die Evolutionsstufen eines einzelnen Berichts verfolgt, wird mit Entsetzen feststellen, welche teilweise auch unsinnigen Anforderungen eingebaut, umgebaut und manchmal auch wieder ausgebaut werden.

… und sie sind unersättlich.

Die letzte wesentliche Erkenntnis für die Anforderungen an BI-Systeme (oder Reporting-Systeme im allgemeinen) ist, dass diese nie abgeschlossen sind. Informationen erwecken neue Informationsbedürfnisse. Ganz gleich, ob diese sinnvoll sind oder nicht. Change Requests sind vorprogrammiert. Eine sinnvolle Vorgehensweise ist daher, den eigentlichen Projektscope zunächst relativ eng und eindeutig zu gestalten und möglichst schnell auf ein CR-Verfahren in dem den einzelnen Anforderungen Preisschilder umgehängt werden  umzusteigen. Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr so ein Preisetikett Dringlichkeit und Wichtigkeit von Anforderungen relativiert.

#209 BI (1/5) – Business Intelligence

In fünf Beiträgen wird hier das Thema Business Intelligence (kurz: BI) aufgegriffen. Unter diesem Modebegriff versammeln sich…

…Verfahren und Prozesse zur systematischen Analyse (Sammlung, Auswertung und Darstellung) von Daten in elektronischer Form. Ziel ist die Gewinnung von Erkenntnissen, die in Hinsicht auf die Unternehmensziele bessere operative oder strategische Entscheidungen ermöglichen. Dies geschieht mit Hilfe analytischer Konzepte und IT-Systeme…

Also salopp zusammengefasst: Hinter BI verbergen sich Kennzahlensysteme und Reporting.

Hans-Ulrich Küpper beschreibt welchen Anforderungen Kennzahlensysteme grundsätzlich genügen sollten:

(1) Kennzahlen sollten einfach und klar sein.
(2) Kennzahlensysteme sollten nicht zu komplex sein (Küpper empfiehlt daher eine hierarische Struktur).
(3) Kennzahlen haben eine Indikatorfunktion.
(4) Kennzahlen und Kennzahlensysteme sollten partizipativ hergeleitet werden.

ad 1: Mit der Einfacheit und Klarheit ist es in der Praxis häufig schnell vorbei. Wer einmal zwei Vertriebskaufleute im Anlagenbau über die vermeintlich eindeutige Größe Umsatz hat streiten hören, der weiß was ich meine… Wann wird denn ein Auftragseingang zum Umsatz? Wie wird mit Skonti, Rabatten und Gutschriften umgegangen? Der Phantasie in solchen Diskussionen sind leider keine Grenzen gesetzt.

ad 2: Warum sollten die Systeme nicht zu komplex sein? Nun, weil Personen sich nur über eine begrenzte Zahl von Zielen steuern lassen. Mit zunehmender Komplexität weicht die Klarheit dem Information Overkill.

ad 3: Klar – Kennzahlen sollen etwas Aussagen, sonst könnten wie sie uns sparen…

ad 4: Die partizipative Herleitung hat vor allem mit den Themen Akzeptanz und Verständnis zu tun. Das System ist nicht aufoktruiert und entspricht den eigenen fachlichen Anforderungen. Die Mitarbeiter, die mit dem Reporting arbeiten, wissen darüber hinaus, was sich dahinter verbirgt, was gemessen oder hochgerechnet wird, und sind daher auch in der Lage die Ergebnisse zu interpretieren.